Nach acht Jahren verlässt Joëlle Pineau Meta. Sie war Vice-President des KI-Forschungsbereichs bei Meta und Gründungsmitglied des Meta FAIR-Teams. FAIR steht für Fundamental AI Research. Pineau hatte entsprechend ihren Anteil an Produkten wie der Open-Source-Programmierbibliothek PyTorch, Metas freiem Large Language Model Llama und dem Vision-Transformer-Model Dino. Der Grund für den Abgang wird aus einem öffentlichen Beitrag von Pineau nicht ganz ersichtlich.
Die KI-Expertin schreibt dort von der Bewunderung für das Team und darüber, dass es die berufliche Erfahrung ihres Lebens gewesen sei. Explizit dankt sie dreien ihrer ehemaligen Vorgesetzten. Nicht wendet sie sich an Yann LeCun, Metas Chief AI Scientist. Beide feierten noch im Februar das zehnjährige Bestehen des FAIR-Teams, das in Paris sitzt. Dort gab Pineau einen Überblick über all das, was sie in den Jahren entwickelt haben, über Nutzerzahlen und den Fortschritt Richtung einer Advanced Machine Intelligence (AMI). So nennt sich das von Meta gesteckte Ziel. Anders als etwa OpenAI arbeitet Meta nicht an einer Artificial General Intelligence (AGI), die klüger sein soll als der Mensch. Zudem hält Yann LeCun den Ansatz, diese mittels der aktuellen generativen KI zu erreichen, für ausgeschlossen.
"Heute, da sich die Welt grundlegend verändert, der Wettlauf um KI sich beschleunigt und Meta sich auf sein nächstes Kapitel vorbereitet, ist es an der Zeit, Platz für andere zu machen, die diese Arbeit fortsetzen wollen", schreibt Pineau. Sie werde das Team vom Spielfeldrand anfeuern, da sie wisse, dass sie alle Voraussetzungen mitbringen, um die "besten KI-Systeme der Welt zu entwickeln und sie in das Leben von Milliarden von Menschen zu bringen".
Meta wählt bei KI Open-Source
Metas Chef Mark Zuckerberg hat immer wieder betont, dass seine KI-Anwendungen bald die meistgenutzten der Welt sein würden. Da Meta AI automatisch in die Produkte von Meta integrieren wird, dürfte sich das bewahrheiten. Zuletzt ist Meta AI, der Chatbot von Meta, auch in Deutschland und der EU in WhatsApp und Facebook eingezogen. In den USA und weiteren Ländern ist dieser schon länger verfügbar und kann beispielsweise auch Bilder generieren oder in den Ray-Ban-Brillen von Meta mittels Sprache genutzt werden.
Das FAIR-Team hat sich allerdings maßgeblich um die Forschung im Bereich KI gekümmert. Es geht beispielsweise um nicht-invasive Methoden, um die Sprache schon im Gehirn erkennen zu können, oder ein Computer-Vision-Model, das auf self-supervised Learning basiert. Gemeint ist, dass das Modell selbst aus Daten, hier Bildern, lernt. Auch Dino in seiner aktuell zweiten Version ist Open-Source verfügbar.
Dass Meta Open-Source für die eigenen KI-Produkte wählt, liegt auch daran, dass Zuckerberg meint, es werde sich ein ganzes Ökosystem entfachen, von dem sie dann profitieren könnten. Außerdem sagt er, könne das Unternehmen KI quasi quersubventionieren. Ein Vorteil, den etwa OpenAI nicht hat.
(emw)