Der algerische Autor Kamel Daoud ist nach eigenen Angaben wegen seines Romans „Huris“ in Abwesenheit von einem Gericht in Algier zu einer dreijährigen Haft sowie einer Geldstrafe von umgerechnet 30.000 Euro verurteilt worden. Bereits im vergangenen Jahr war er für „Huris“ in Frankreich verklagt worden. Der PEN Deutschland kritisierte nun das Urteil des algerischen Gerichts als „massiven Angriff auf die Meinungs- und Kunstfreiheit“.
Daoud, der mit seinem Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ auch in Deutschland bekannt wurde, wird seit Jahren angefeindet, 2014 wurde zu seiner Ermordung aufgerufen. Zugleich erfährt er als Autor große Beachtung. Ende 2024 wurde Daoud für seinen Roman mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Er ist damit der erste algerische Autor, dem der wichtigste französische Literaturpreis zuerkannt worden ist.
Das Buch schildert den algerischen Bürgerkrieg der Jahre 1992 bis 2002, der in Algerien bis heute tabuisiert wird, unter anderem aus der Perspektive einer Frau, die bei den Kämpfen verstümmelt wurde, während viele Täter straffrei blieben. Die deutsche Ausgabe des Romans ist im vergangenen Herbst im Verlag Matthes & Seitz erschienen.

vor 2 Stunden
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