US-First-Lady Melania Trump hat überraschend engere Kontakte zu Jeffrey Epstein dementiert. Donald Trump sagt, er habe vom Vorstoß seiner Frau nichts gewusst.
10. April 2026, 1:18 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, AP, htg
Melania Trump hat engere Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abgestritten. "Ich war nie mit Epstein befreundet", sagte sie auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus, die viele Beobachter überraschte. Von Epsteins Verbrechen habe sie nichts gewusst, sagte die First Lady der USA.
Die über sie verbreiteten Geschichten seien völlig falsch, teilte die First Lady weiter mit. Anschuldigungen im Internet, sie sei in den sexuellen Missbrauch junger Mädchen durch den Millionär und in seine Kontakte zu reichen und mächtigen Menschen verwickelt gewesen, seien Verleumdungen.
"Die Lügen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, müssen heute ein Ende finden", sagte Melania Trump. Falsche Behauptungen zu einer engeren Verbindung zu Epstein hätten lediglich das Ziel, ihrem Ruf zu schaden. Sie stellte in Aussicht, juristisch dagegen vorzugehen.
Donald Trump hat nach eigenen Angaben nichts gewusst
Was Melania Trump zu der plötzlichen öffentlichen Erklärung veranlasst hatte, war zunächst unklar. Beobachter halten es für möglich, dass die First Lady damit bevorstehenden Vorwürfen zuvorkommen wollte.
US-Präsident Donald Trump war nach eigenen Angaben in die Pläne seiner Frau, sich zu Epstein zu äußern, nicht eingeweiht. Er habe "nichts davon gewusst", sagte Trump einer Reporterin des US-Senders MSNow.
Melania Trump nahm in ihrer Ansprache auch Bezug auf eine E-Mail, die sie an Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell geschrieben hatte. "Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden", sagte sie, ohne Details zu nennen. Demokratische Abgeordnete eines Kongressausschusses hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an "G!" richtete und von "Melania" unterschrieben wurde. Sie wird als Beweis für einen Austausch zwischen Maxwell und Trump gewertet.
In der Mail geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel über "JE". Absender und Empfänger wurden geschwärzt. Melania Trump bezeichnete ihre Antwort als "unverbindliche Korrespondenz", ohne dies näher zu erläutern. Sie erklärte, sie sei weder mit Epstein noch mit Maxwell befreundet gewesen, habe sich aber in New York und Florida in ähnlichen Kreisen wie die beiden bewegt.
First Lady fordert Anhörung für Opfer
Die First Lady forderte den Kongress auf, eine öffentliche Anhörung für Opfer von Epsteins Verbrechen abzuhalten. Darin solle ihnen die Möglichkeit gegeben werden, vor den Abgeordneten auszusagen und ihre Geschichten in die Akten des Kongresses aufnehmen zu lassen. "Jede Frau sollte die Möglichkeit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, wenn sie das möchte", sagte sie. "Dann, und nur dann, werden wir die Wahrheit erfahren."
Die Demokraten griffen Melania Trumps Äußerungen umgehend auf und erklärten, sie stimmten ihrer Forderung nach einer Anhörung im Kongress zu. In einem Social-Media-Beitrag forderte der Abgeordnete Robert Garcia, ranghöchstes demokratisches Mitglied im Ausschuss für Aufsicht und Rechenschaft des Repräsentantenhauses, der die Ermittlungen gegen Epstein leitete, den republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer auf, unverzüglich eine öffentliche Anhörung anzusetzen.
Seit Beginn des Krieges im Iran ist der Epstein-Skandal in den USA etwas in den Hintergrund gerückt. Der US-Präsident stand zuvor wegen der Affäre monatelang im Fokus der Öffentlichkeit.

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