Nach vier Jahren als Botschafter Steffen Seibert verabschiedet sich von Israelis
Noch in dieser Woche tritt Steffen Seibert als Botschafter ab. Nun verabschiedete sich der einstige TV-Journalist in einem Video in fließendem Hebräisch – und erinnerte dabei nicht nur an eine besondere Wanderung.
29.06.2026, 22.09 Uhr
Steffen Seibert bei einer politischen Kundgebung Anfang Juni
Foto:Jonas Opperskalski / DER SPIEGEL
Mit einer Videobotschaft auf Hebräisch hat sich der deutsche Botschafter Steffen Seibert, 66, nach vier Jahren im Amt verabschiedet. Dienstag sei sein letzter Arbeitstag, danach gehe er in den Ruhestand, bestätigte ein Sprecher. »Ein großer Teil meines Herzens wird hierbleiben«, sagte Seibert in dem gut drei Minuten langen Video auf der Plattform X in fließendem Hebräisch. Bei einem Spaziergang auf dem zentralen Rothschild-Boulevard in Tel Aviv zählte er 25 Gründe auf, warum er Israel vermissen werde.
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Dazu gehören israelische Lieder, Spezialitäten und Orte ebenso wie der Wiedehopf, Israels Nationalvogel. Außerdem nannte er das israelisch-palästinensische Forum von Menschen, die im Nahostkonflikt Angehörige verloren haben.
Auch den israelischen Fernwanderweg, der von der libanesischen Grenze im Norden bis nach Eilat im Süden führt, hob Seibert hervor. Den Weg hatte er selbst auf vielen Etappen erwandert. Der SPIEGEL hatte ihn dabei begleitet.
Zudem würdigte er israelische Freiwillige, die Palästinenser im besetzten Westjordanland vor Siedlergewalt schützen. Seiberts Amtszeit fiel in eine besonders dramatische Zeit in Israel und verlief auch nicht ohne Kontroversen. Nachdem der Botschafter im März in einem X-Beitrag Siedlergewalt thematisiert hatte, warf ihm das israelische Außenministerium mangelnde Empathie für Israel vor. Das Auswärtige Amt stellte sich daraufhin demonstrativ hinter Seibert. Bereits 2023 hatte Israel offiziell dagegen protestiert, dass Seibert als Zuschauer an einer Verhandlung des Obersten Gerichts über die umstrittene Justizreform teilgenommen hatte.
Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 setzte sich Seibert intensiv für die Freilassung der verschleppten Geiseln ein, unter denen sich auch deutsche Staatsbürger befanden. Zugleich äußerte er sich wiederholt besorgt über das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazakrieg, in dem Zehntausende Menschen getötet wurden. Sein Nachfolger steht bereits fest.
Vor seinem Wechsel nach Israel war Seibert mehr als elf Jahre Regierungssprecher unter Angela Merkel. Bekannt wurde er zuvor auf dem Bildschirm – als Fernsehjournalist beim ZDF. Gefragt vom SPIEGEL, was er als Nächstes machen wolle, sagte Seibert vor wenigen Wochen, er wolle ein Buch schreiben. Das ganze Porträt lesen Sie hier.

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