Christoph Reuter, SPIEGEL
»Und viele haben Angst, weil sie sagen, wenn die Israelis hier wirklich einmarschieren, um zu bleiben, dann werden wir fliehen, denken, wir gehen für ein paar Wochen, aber werden für immer vertrieben sein.«
Israels Armee hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass sie mit »begrenzten und gezielten Bodeneinsätzen« in Südlibanon vorgehe.
Die Hisbollah hatte an der Seite Teherans in den Irankrieg eingegriffen. Und Israel erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder mit Raketen attackiert.
Christoph Reuter, SPIEGEL
»Hinter mir, das war die Bank der Hisbollah »Al-Qard Al-Hasan«, wo Hisbollah-Mitglieder ihre Konten hatten. Wo aber auch Sozialhilfe ausgezahlt wurde für die Anhänger der Partei. Das Gebäude wurde vor ein paar Tagen von der israelischen Luftwaffe bombardiert. Hier in Tyros oder Sour, wie ihre Bewohner die Stadt nennen. Es ist die südlichste Stadt des Libanon und sie ist von Israels Armee schon vor Tagen zur »Roten Zone« erklärt worden. Das heißt, alle Bewohner sind dringend aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Die Stadt könne jederzeit und überall bombardiert werden.
Trotzdem sind immer noch Tausende Menschen in der Stadt, auf Motorrädern unterwegs, sogar einige Cafés haben geöffnet. Manche wohnen auf ihren Booten im Hafen und sagen: Wir wissen nicht, wohin wir gehen sollen. Hier ist unsere Heimat, hier leben wir, hier ist unser Haus. Und viele haben Angst, weil sie sagen, wenn die Israelis hier wirklich einmarschieren, um zu bleiben, dann werden wir fliehen, denken, wir gehen für ein paar Wochen, aber werden für immer vertrieben sein.«

vor 15 Stunden
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