»Islamischer Staat«: USA und Nigeria töten 175 IS-Kämpfer bei Militäreinsatz

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Bei Luftangriffen in den vergangenen Tagen sind in Nigeria viele Kämpfer des IS getötet worden. Auch Waffenlager und Logistikzentren der Terrorgruppe wurden zerstört.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 20. Mai 2026, 1:15 Uhr

 Mitte April waren in Nigeria mehrere Soldaten von IS-Kämpfern getötet worden.
Mitte April waren in Nigeria mehrere Soldaten von IS-Kämpfern getötet worden. © Audu Marte/​AFP/​Getty Images

Bei einem gemeinsamen Einsatz der nigerianischen Streitkräfte und des US-Militärs sind nach Angaben von Nigerias Verteidigungsministeriums in den vergangenen Tagen 175 Kämpfer der Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) getötet worden. Bei den gemeinsamen Luftangriffen, die vor ein paar Tagen begonnen hatten, wurden demnach IS-Kontrollpunkte, Waffenlager, Logistikzentren, militärischer Ausrüstung und Finanznetzwerken der Terrororganisation zerstört. Am Montag hatte ein Militärsprecher bereits die Tötung von mehr als 20 IS-Kämpfern gemeldet.

Am Wochenende hatten die USA und Nigeria nach Angaben von Präsident Donald Trump bereits IS-Vizechef Abu Bilal al-Minuki, getötet. Auch im vergangenen Dezember gab es im Nordwesten Nigerias einen von beiden Ländern koordinierten Luftangriff gegen den IS. Trump sagte damals, die IS-Kämpfer hätten in Nigeria Christen ermordet. Das nigerianische Außenministerium teilte jedoch mit, im Fokus des Luftangriffs habe der Anti-Terror-Kampf gestanden, nicht Religion.

Nigerias Armee kämpft gegen Dschihadisten und andere Gruppen

Das westafrikanische Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, denen Christen wie Muslime gleichermaßen zum Opfer fallen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. Der Norden Nigerias grenzt zudem an den Sahelstaat Niger, wo ebenfalls mehrere Terrorgruppen wie der Islamische Staat aktiv sind. Die nigerianischen Behörden weisen Vorwürfe zurück, die Christen im Land würden verfolgt.

Nigerias Armee kämpft gegen bewaffnete kriminelle Gruppen und Dschihadisten gleichermaßen, darunter der regionale IS-Ableger Islamischer Staat in Westafrika (Iswap) sowie die rivalisierende Islamistenmiliz Boko Haram. Zunehmend arbeiten kriminelle Gruppen, die vor allem finanzielle Interessen verfolgen, mit Dschihadisten aus dem Nordosten zusammen.

100 US-Soldaten nach Nigeria entsandt

Im Februar schickten die USA dann etwa 100 Soldaten in den Nordosten des Landes, um nigerianische Soldaten im Kampf gegen islamistische Terroristen und andere bewaffnete Gruppen auszubilden und technisch zu unterstützen.

Im Norden und Nordosten des westafrikanischen Landes sind mehrere Terrorgruppen aktiv, darunter die Islamisten von Boko Haram und auch IS-Ableger.

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