Irankrieg: Libanon und Israel führen erste Gespräche in den USA

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Luis Kumpfmüller

USA setzen Kopfgeld auf irakischen Milizchef aus

Die USA haben ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen US-Dollar auf den Chef der irakischen Miliz Kataib Hisbollah ausgesetzt. Das US-Außenministerium veröffentlichte dazu auf der Plattform X ein Foto von Ahmed al-Hamidawi, dem Generalsekretär der Miliz. Kataib Hisbollah ist zwar mit der Hisbollah im Libanon verbündet, aber unabhängig von ihr.

In der Mitteilung hieß es, Kataib Hisbollah sei für Angriffe auf diplomatische Einrichtungen der USA im Irak verantwortlich. Außerdem warf die US-Regierung der Miliz die Entführung von US-Bürgern und die Tötung irakischer Zivilisten vor.

Am 31. März hatte die Kataib Hisbollah die US-Journalistin Shelly Kittleson in Bagdad entführt. Einige Tage später wurde sie unter der Auflage, das Land zu verlassen, freigelassen. Vertreter der Miliz teilten der Nachrichtenagentur AP mit, die irakische Regierung werde im Gegenzug Mitglieder der Gruppe aus der Gefangenschaft entlassen. 

Luis Kumpfmüller

USA lassen Ausnahme bei Ölsanktionen auslaufen

Die US-Regierung hat angekündigt, eine vorübergehende Lockerung der Ölsanktionen gegen den Iran nicht zu verlängern. Die befristete Erlaubnis für den Verkauf von iranischem Rohöl, das vor dem 20. März auf Tanker verladen worden war, läuft am kommenden Sonntag aus. Die USA wollten weiterhin »maximalen Druck« auf den Iran ausüben.

Mit der Sonderregel hatte die Regierung von Präsident Donald Trump den Preisanstieg auf den Ölmärkten abmildern wollen. Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent umfasste die Ausnahme rund 140 Millionen Barrel Rohöl. Zusätzlich gaben die USA und zahlreiche andere Länder Öl aus ihren strategischen Reserven frei.

Luis Kumpfmüller

Libanon und Israel führen erste Gespräche in den USA

Israel und der Libanon haben in Washington, D. C. ihre ersten direkten politischen Gespräche seit mehr als drei Jahrzehnten geführt und offenbar weitere Verhandlungen vereinbart. Die USA bewerteten das rund zweistündige Treffen im US-Außenministerium als »historischen Meilenstein« und sprachen von »konstruktiven Gesprächen«. Die USA sicherten demnach beiden Ländern Unterstützung für weitere Gespräche zu. Alle Seiten hätten sich darauf geeinigt, direkte Verhandlungen zu einem später zu bestimmenden Zeitpunkt und Ort aufzunehmen.

An dem Treffen nahmen der israelische Botschafter Yechiel Leiter und die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad teil, von US-Seite Außenminister Marco Rubio, der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, sowie der US-Vertreter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz.

Die libanesische Regierung wollte vorrangig über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah verhandeln. Israel schloss das vorerst aus und bestand auf der Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz, die an den Gesprächen nicht teilnahm.

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Luis Kumpfmüller

Mehrere Länder dringen auf Wiederaufnahme der Verhandlungen

Nach dem ergebnislosen Ende der ersten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende arbeiten mehrere Staaten an einer Wiederaufnahme der Verhandlungen. Pakistan wolle die Gespräche so bald wie möglich fortsetzen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Diplomatenkreisen. Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei seien mit beiden Seiten im Austausch und hätten vorgeschlagen, noch in dieser Woche in Islamabad weiterzuverhandeln. China habe dem Iran demnach geraten, sich auf weitere Gespräche einzulassen. Eine offizielle Bestätigung steht aus.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte in New York, dass eine Wiederaufnahme »höchst wahrscheinlich« sei. Unbestätigten Berichten zufolge ist ein zweites Treffen am Donnerstag im Gespräch. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief beide Seiten in Telefonaten dazu auf, Missverständnisse auszuräumen.

Unterdessen machte US-Präsident Donald Trump Andeutungen, wonach in den kommenden Tagen erneut Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt stattfinden könnten. Nach Angaben der New York Post sagte Trump in einem Telefonat mit einem Reporter der Zeitung, der sich in Islamabad befindet, dieser solle »wirklich dort bleiben, denn in den nächsten zwei Tagen könnte etwas passieren.« Trump begründete dies demnach mit dem Einsatz des pakistanischen Armeechefs Asim Munir für eine diplomatische Lösung zwischen dem Iran und den USA. Munir mache »einen großartigen Job«, habe Trump gesagt.

Maxim Nägele

USA lassen Schiffe, die Maut an Iran zahlen, nicht durch Straße von Hormus

Das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom hat die Blockade der Straße von Hormus als erfolgreich bezeichnet. In den ersten 24 Stunden habe kein Schiff die Blockade durchbrochen, sechs Handelsschiffe seien der Anweisung der US-Streitkräfte gefolgt, umzukehren und erneut einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen, teilte Centcom auf X mit.

Das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler widerspricht dieser Darstellung: Demnach passierten mindestens zwei Schiffe aus iranischen Häfen die Meerenge ungehindert, darunter der unter liberianischer Flagge fahrende Frachter Christianna sowie der unter der Flagge der Komoren fahrende Methanol-Tanker Elpis.

US-Finanzminister Scott Bessent bekräftigte am Rande der IWF-Frühjahrstagung die Entschlossenheit der US-Regierung. Ein Land, das eine Maut an die Islamische Republik zahle, verstoße gegen US-Sanktionen. Auf Nachfrage zu chinesischen Tankern sagte Bessent: »Diese Schiffe werden nicht mehr durchgelassen.« Er ergänzte: »Sie werden also ihr Öl nicht mehr bekommen.« In Richtung von Ländern, die Maut an den Iran zahlten, sagte Bessent: »Ihr kommt nicht durch.« Ein Land, das eine Maut zahle, verstoße gegen US-Sanktionen. »Und das endet nie gut.«

Die Blockade gilt laut Centcom für alle Schiffe, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen, einschließlich der Häfen am Arabischen Golf und am Golf von Oman. Es seien mehr als 10.000 Soldaten im Einsatz, mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe und Dutzende Flugzeuge. 

Maxim Nägele

Russische Öleinnahmen durch US-Sanktionslockerung stark gestiegen

Russland hat seine Gewinne mit Ölexporten im März infolge von Sanktionslockerungen der USA nahezu verdoppelt. Das Land nahm 19 Milliarden US-Dollar (rund 16 Milliarden Euro) mit dem Verkauf von Rohöl und weiteren Ölprodukten ein, wie die Internationale Energieagentur (IEA) mitteilte. Die russischen Ölexporte stiegen demnach um 320.000 Barrel pro Tag auf 7,1 Millionen.

Die USA hatten wegen der Sperrung der Straße von Hormus und der in der Folge stark gestiegenen Ölpreise Sanktionen gegen Russland gelockert. Laut IEA bezogen vor allem China und Indien russisches Öl in großen Mengen. Auch die Philippinen hatten nach langer Zeit wieder Öl aus Russland bezogen.

Tilman Leicht

Macron dringt bei Peseschkian auf weitere Gespräche zwischen USA und Iran

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich in Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian für eine Fortsetzung der Gespräche über eine Beilegung des Irankriegs eingesetzt.
Entscheidend sei, dass sich alle Seiten an die vereinbarte Waffenruhe hielten und diese auch den Libanon einschließe, schrieb er auf X. Zudem forderte er die Öffnung der Straße von Hormus »ohne Beschränkungen oder Gebühren«.

Yannick von Eisenhart Rothe

Yannick von Eisenhart Rothe

Rotes Kreuz liefert Hilfsgüter in den Iran

Erstmals seit sechs Wochen hat das Rote Kreuz wieder Hilfslieferungen in den Iran geschickt. Ein erster Teil der 171 Tonnen Güter, darunter Küchenausstattung, Kleidung und Hygieneartikel, wurde bereits am Montag vom Iranischen Roten Halbmond in Teheran in Empfang genommen. Weitere Lieferungen sollen im Laufe der Woche folgen, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mitteilte. Mit den Gütern könnten rund 25.000 Menschen versorgt werden.

Zusätzlich zu den Artikeln für den täglichen Bedarf seien auf den insgesamt 14 Lkw auch 200 Generatoren und 100 Pumpen für die Katastrophenhilfe aus dem Rot-Kreuz-Lager in Jordanien geliefert worden. »Zu einem Zeitpunkt, an dem im ganzen Land der humanitäre Bedarf hoch ist, hoffen wir, dass diese Lieferung den Gemeinden etwas Erleichterung verschaffen wird, um die zerstörerischen Auswirkungen dieses Konfliktes zu überstehen«, sagte der Chef der Hilfswerksdelegation im Iran, Vincent Cassard.

Laut dem Rot-Kreuz-Komitee sind weitere Lieferungen für die kommenden Wochen in Planung.

Maxim Nägele

Iranischer Präsident macht USA für Scheitern der Verhandlungen verantwortlich

Für den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian sind mangelnder guter Wille und Maximalforderungen der USA der Grund für das Scheitern eines Abkommens zwischen den beiden Staaten. Das sagte er in einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete.

Europa könne eine konstruktive Rolle spielen, um die USA zur Einhaltung des Völkerrechts zu bewegen, sagte Peseschkian demnach. Drohungen, Druck und militärische Maßnahmen würden ​die »selbst gemachten Probleme« der USA in der Region nur verschärfen. Diplomatie sei der bevorzugte Weg ⁠zur Beilegung von Streitigkeiten.

Tilman Leicht

Internationale Energieagentur senkt Prognose für Öl-Nachfrage

Durch die Auswirkungen des Irankriegs rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) für 2026 mit einer geringeren Öl-Nachfrage. Laut ihrem Ölmarktbericht geht die IEA von einem Nachfragerückgang von 84.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag aus.  

Bei der täglichen Rohölnachfrage von etwa 100 Millionen Barrel wäre dies ein Rückgang um 0,084 Prozent. Für das zweite Quartal rechnet die IEA den Angaben nach mit einem Rückgang der Nachfrage um 1,5 Millionen (1,5 Prozent). Einen vergleichbaren Rückgang gab es dem Bericht zufolge zuletzt in der Coronapandemie.

Die IEA geht allerdings davon aus, dass sich die Lieferketten ab Mai wieder normalisieren könnten und Ölpreise wieder sinken. Für die zweite Jahreshälfte sieht die Agentur wieder mehr Nachfrage nach Öl als in den Vorjahreszeiträumen.

Maxim Nägele

Frankreich und Großbritannien planen Konferenz für Mission in Straße von Hormus 

Frankreich und Großbritannien leiten am Freitag eine Videokonferenz für eine mögliche Mission westlicher Partner in der Straße von Hormus. An der Konferenz sollen Länder teilnehmen, die sich an einer defensiven multilateralen Mission zur Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit beteiligen wollen, sobald die Sicherheitsbedingungen dies zulassen, wie das französische Präsidialamt mitteilte. Wer an der Konferenz teilnimmt, blieb zunächst unklar.

Ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer sagte, vorangetrieben werden sollten die Arbeiten an einem »koordinierten, unabhängigen und multinationalem Plan« zur Sicherung der internationalen Schifffahrt nach dem Irankrieg. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits gestern gefordert, dass gemeinsam mit anderen Ländern an einem solchen friedlichen Einsatz gearbeitet werden solle. 

Sarah Kohler

Iran schätzt Kriegsschäden im Land auf etwa 230 Milliarden Euro 

Die iranische Regierung hat die Schäden durch US-israelische Angriffe im Land auf umgerechnet gut 229 Milliarden Euro geschätzt. Es handele sich dabei um eine vorläufige Schätzung, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Um das gesamte Ausmaß bewerten zu können, sollen demnach zunächst die Schäden an Gebäuden begutachtet werden. Danach würden wirtschaftliche Verluste und ausgefallene Steuereinnahmen analysiert.

Wegen der enormen Schäden werde die iranische Regierung in den Verhandlungen mit den USA Entschädigungen einfordern, sagte die Sprecherin demnach weiter. Reparationen standen bereits auf der Themenliste der vergangenen Verhandlungsrunde, die aber gescheitert war.

Sarah Kohler

Frankreich fordert Waffenruhe-Abkommen mit dem Libanon

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat gefordert, dass der Libanon im Waffenruhe-Abkommen im Krieg der USA und Israels gegen den Iran berücksichtigt werden müsse. »Die Waffenruhe muss unbedingt den Libanon mit einschließen, der unter keinen Umständen der Sündenbock der israelischen Regierung sein darf«, sagte Barrot dem Radiosender RFI. Die aktuell weiterhin laufenden israelischen Angriffe auf den Libanon seien »nicht hinnehmbar«, sagte Barrot weiter, denn sie würden die Waffenruhe zwischen den USA untergraben und den Iran und die Hisbollah stärken.

Maxim Nägele

Pläne für neue Verhandlungen werden konkreter

Pakistan arbeitet an einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Das berichteten die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters. Die Gespräche könnten diese oder nächste Woche stattfinden, sagte ein iranischer Diplomat in Pakistan zu Reuters. Pakistan wolle die Gespräche so bald wie möglich, hieß es laut dpa aus pakistanischen Diplomatenkreisen. 

Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei sind demnach mit beiden Kriegsparteien im Gespräch. Die Länder hätten vorgeschlagen, noch in dieser Woche in Islamabad weiterzuverhandeln.

Den Berichten zufolge hat China dem Iran geraten, weitere Gespräche einzugehen. Eine offizielle Bestätigung über weitere Verhandlungen liegt bisher nicht vor.

Maxim Nägele

China kritisiert US-Blockade iranischer Häfen 

China hat eine Blockade iranischer Häfen durch die USA als "gefährlich und unverantwortlich" bezeichnet. Die USA hätten trotz einer vereinbarten Waffenruhe ihre Militärpräsenz verstärkt und eine gezielte Blockade verhängt, sagt der ​Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun. Dieses Vorgehen verschärfe ⁠den Konflikt, untergrabe die brüchige Waffenruhe und gefährde zudem ​die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus.

China fordere alle Parteien auf, die Waffenruhe zu ‌achten, ⁠auf Dialog zu setzen und ​praktische Schritte zur Deeskalation der Spannungen zu unternehmen, sagte Guo.

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