- Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
- Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
- Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
- Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
- Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
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Iranische Medien melden Angriffe auf Atomanlage Natans
Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Landes in der Provinz Isfahan angegriffen. Die rund 250 Kilometer südlich von Teheran gelegene Einrichtung sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe geworden, erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. In dem Gebiet sei "kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet" worden.
Die Atomanlage war bereits in der ersten Woche des aktuellen Krieges der USA und Israels gegen den Iran, der am 28. Februar begonnen hat, getroffen worden. Wie Satellitenbildern zu entnehmen war, wurden dabei offenbar mehrere Gebäude beschädigt.
Die schwer gesicherte Atomfabrik ist die bekannteste iranische Anlage, ihre Existenz wurde 2002 enthüllt. Sie besteht aus einer oberirdischen und einer unterirdischen Anlage zur Urananreicherung mit insgesamt fast 70 Kaskaden, in denen Zentrifugen hintereinander geschaltet sind. Insgesamt gibt es mehr als 10.000 Einzelzentrifugen.
Japanische Schiffe dürfen wohl durch Straße von Hormus
Der Iran ist anscheinend bereit, japanischen Schiffen bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu helfen. Außenminister Abbas Araghtschi bestritt in einem Telefoninterview mit Kyodo News, dass die Straße von Hormus gesperrt sei. "Sie ist offen", sagte er laut Medienbericht.
Der Iran sei bereit, Japan eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Nur Länder, die den Iran angreifen würden, müssten mit Einschränkungen rechnen.
Iran soll Militärstützpunkt auf Chagosinseln angegriffen haben
Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagosinseln angegriffen. Laut US-Berichten wurde der Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia mit ballistischen Raketen angegriffen. Demnach feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, ohne diese zu treffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.
Putin sichert dem Iran den Beistand Russlands zu
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den iranischen Staats- und Regierungschefs zum Neujahrs- und Frühlingsfest Nowruz gratuliert. Dabei sagte er, Russland bleibe ein treuer Freund und verlässlicher Partner des Irans.
Das Wichtigste der Nacht
- Der Iran und Israel haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Israel griff darüber hinaus auch wieder Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon an.
- Die US-Regierung hat Sanktionen für iranisches Öl gelockert, das bereits auf Tankern verladen ist. So sollen die hohen Ölpreise eingedämmt werden.
- Großbritannien erlaubt den USA nun doch, die Militärstützpunkte des Landes für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu nutzen. Der Iran kritisierte die Kehrtwende und warnte vor Angriffen.
- Donald Trump hat sich widersprüchlich zum weiteren Verlauf des Kriegs geäußert.

Israel greift Ziele in Teheran und Beirut an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben wieder Ziele in Teheran attackiert. Die Armee greife "Ziele des iranischen Terrorregimes in Teheran" an, teilte das israelische Militär mit. Demnach waren zuvor iranische Raketen auf Israel abgefeuert worden.
Zudem gab Israel bekannt, erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon anzugreifen. Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut würden beschossen. Zuvor hatte es eine Evakuierungsaufforderung für sieben im Süden von Beirut gelegene Vororte gegeben.
Israel meldet neue Raketenangriffe aus dem Iran
Der Iran hat nach israelischen Angaben Israel erneut mit Raketen angegriffen. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, "um die Bedrohung abzufangen", schrieb das israelische Militär auf Telegram.
Iran verurteilt Großbritanniens Kurswechsel
Die iranische Führung hat den britischen Premierminister Keir Starmer davor gewarnt, dass sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA nicht ohne Folgen bleiben werde. Die große Mehrheit der Briten wolle mit dem Irankrieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X.
Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, "dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden". Der Iran werde "sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen".
Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge soll der Iran zwei Mittelstreckenraketen auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert haben. Keine der Raketen habe den Stützpunkt jedoch getroffen. Wann genau der Angriff stattfand, schrieb die Zeitung nicht.
US-Regierung lockert Sanktionen für iranisches Öl auf Schiffen
Der Iran darf bis zum 19. April Öl, das bereits auf Tankern verladen wurde, ausliefern und verkaufen. Das teilte das US-Finanzministerium mit. Mit diesem Schritt sollen die Rohstoffpreise eingedämmt werden, die wegen der Blockade der Straße von Hormus durch die iranische Revolutionsgarde in die Höhe geschnellt waren.
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Libanon meldet mehr als 1.000 Tote seit Kriegsbeginn
Seit dem Einstieg der vom Iran finanzierten Hisbollah im Libanon in den Krieg sind im Libanon nach Behördenangaben mehr als 1.000 Menschen getötet worden. Die Zahl der Toten durch israelische Angriffe liege inzwischen bei 1.021, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. In den vorangegangenen 24 Stunden seien 20 neue Tote gemeldet worden. Die Zahl der Verletzten stieg demnach um 57 auf 2.641.
Irak soll Ölförderung ausländischer Konzerne gestoppt haben
Wegen des Kriegs hat der Irak nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters die Förderung von Öl für alle Ölfelder, die von ausländischen Konzernen erschlossen werden, vorerst eingestellt. Militäreinsätze hätten die meisten Rohölexporte des Landes durch die Straße von Hormus zum Erliegen gebracht, zitierte die Nachrichtenagentur drei mit dem Vorgang vertraute Personen. In einem Schreiben des Ölministeriums vom 17. März hieß es zudem, die irakischen Lagerkapazitäten seien erschöpft, da die Durchfahrt durch die Meerenge stark beeinträchtigt sei.
Dem Ministerium zufolge wurde ein vollständiger Produktionsstopp in den betroffenen Konzessionsgebieten angeordnet. Entschädigungsansprüche gebe es nicht, weil der Irak "höhere Gewalt" geltend mache. Der Exportrückgang dürfte die Einnahmen des Irak stark belasten, regulär stammen mehr als 90 Prozent aus dem Ölverkauf.

Großbritannien erlaubt USA Nutzung seiner Militärstützpunkte
Die britische Regierung gestattet den USA die Nutzung ihrer Stützpunkte für Angriffe auf iranische Raketenstellungen, die die Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohen. Dies wurde nach Beratungen des britischen Kabinetts über die Lage dort bekannt gegeben. Das Abkommen zur kollektiven Selbstverteidigung der Region umfasse US-Einsätze zur Zerstörung derartiger Raketenstellungen, teilte das Büro von Premierminister Keir Starmer mit.
Zuvor hatte die britische Außenministerin Yvette Cooper mit ihrem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi telefoniert und dabei das britische Vorgehen in der Golfregion als defensiv bezeichnet. Araghtschi warf Großbritannien in dem Gespräch eine Mitverantwortung an den israelischen und US-Angriffen auf den Iran vor.

USA erwägen laut Trump, Angriffe auf den Iran einzuschränken
US-Präsident Donald Trump hat sich ein weiteres Mal zum Fortgang des Krieges geäußert, dieses Mal jedoch mit anderem Tenor. Auf seiner Plattform sprach er davon, die Militärangriffe auf den Iran möglicherweise zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele in dem Krieg zu erreichen, schrieb er.
Trump listete fünf Ziele auf. Dazu zählte er die vollständige Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten und Abschussvorrichtungen sowie der dortigen Verteidigungsindustrie. Außerdem nannte er die Eliminierung der Marine und Luftwaffe samt den Flugabwehrsystemen.
Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelange. Schließlich nannte Trump als Ziel den Schutz der Verbündeten im Nahen Osten, einschließlich Israel, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Kuwait und weitere. Letzteres ist ein neues Ziel der US-Regierung – bisher sprach sie stets von vier Zielen.
Lesen Sie hier mehr zu Trumps Äußerungen:

Donald Trump lehnt Feuerpause ab
Der US-Präsident hat sich gegen eine Waffenruhe im Irankrieg ausgesprochen. "Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe", sagte Trump.
„"Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet."“

US-Präsident schimpft auf Nato wegen ausbleibender Hilfe
Der US-Präsident Donald Trump hat die Nato-Staaten wegen ihrer Haltung im Irankrieg als "Feiglinge" bezeichnet. Sie würden sich über die hohen Ölpreise beschweren, aber nicht helfen wollen, die Straße von Hormus zu öffnen, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform.
Zuvor hatte der US-Präsident die Hilfe der Nato-Verbündeten bei der Sicherung der Schifffahrt durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran eingefordert. Deutschland und viele weitere Länder lehnten dies ab.
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