Irankrieg: Großbritannien erlaubt USA Nutzung von Militärstützpunkten

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Die USA dürfen für Angriffe auf den Iran nun auch britische Militärstützpunkte nutzen. Der Iran warnt deswegen und attackiert eine Anlage im Indischen Ozean.

21. März 2026, 9:31 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP,

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Großbritannien hat dem US-Militär erlaubt, seine Militärstützpunkte für Angriffe auf iranische Anlagen zu nutzen. Mehrere Minister hätten sich auf den Schritt geeinigt, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung am Freitag. Es gehe darum, "die Raketenstellungen und die Fähigkeiten zu schwächen", die von iranischer Seite für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus genutzt würden.

Die Meerenge, durch die für gewöhnlich rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ist seit Kriegsbeginn durch die iranische Seite de facto gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker.

Großbritannien hatte den USA zu Kriegsbeginn nur erlaubt, britische Stützpunkte für Verteidigungseinsätze zu nutzen, um britische Interessen oder Menschenleben zu schützen. Die jüngste Mitteilung der Regierung in London bedeutet eine klare Kehrtwende. US-Präsident Donald Trump sagte laut CNN vor Journalisten in Washington, er verstehe nicht, warum diese Entscheidung so lange gedauert habe. "Sie hätten viel schneller handeln sollen." Trump hatte Nato-Verbündete und andere Länder unlängst gebeten, sich an der militärischen Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen.

Iran warnt britischen Premier

Die britische Regierung betonte, ihre grundsätzliche Sicht auf den Konflikt habe sich nicht geändert. "Das Vereinigte Königreich bekennt sich weiterhin dazu, unsere Menschen, unsere Interessen und unsere Verbündeten zu verteidigen." Man werde sich nicht tiefer in den Konflikt hineinziehen lassen. Vielmehr müsse der Krieg schnell beendet werden.

Die iranische Führung hat nach der britischen Erklärung Premierminister Keir Starmer gewarnt, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben. Die große Mehrheit der Briten wolle mit dem israelisch-amerikanischen Krieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, "dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden". Der Iran werde "sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen".

Der Iran hat zudem laut US-Medienberichten einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das Wall Street Journal und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten. Demnach feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, doch keines der beiden habe die Anlage getroffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.

Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hatte Trump schon vor Kriegsbeginn darauf gepocht, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgibt. Die USA könnten auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, um einen möglichen Angriff des iranischen Militärs abzuwehren, hatte Trump Mitte Februar auf seiner Plattform mitgeteilt. Laut dem britischen Premierminister Starmer ist der Stützpunkt einer der wichtigsten Beiträge des Vereinigten Königreichs zur Sicherheitspartnerschaft mit den USA.

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