Eine sofortige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus: Iran und die USA haben Berichten zufolge einen Vorschlag für einen Friedensplan aus Pakistan erhalten.
6. April 2026, 10:26 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, akm
Der Iran und die USA haben Medienberichten zufolge einen Vorschlag für ein Ende des Krieges erhalten. Der Plan wurde von Pakistan ausgearbeitet und könnte schon am Montag gelten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Der Plan sieht demnach ein zweistufiges Vorgehen vor: zunächst eine sofortige Waffenruhe, gefolgt von einem umfassenden Abkommen. Er sieht auch vor, die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Zuvor hatte bereits das Nachrichtenportal Axios berichtet, dass Vertreter der USA, des Iran und regionale Vermittler über Bedingungen für eine 45-tägige Waffenruhe verhandeln. Auch das Portal sprach unter Berufung auf vier US-amerikanische, israelische und regionale Insider von zwei Phasen.
Laut der Quelle von Reuters müssen sich beide Seiten noch an diesem Montag auf alle Punkte einigen. Die vorläufige Vereinbarung soll als Absichtserklärung festgehalten und elektronisch über Pakistan finalisiert werden. Pakistan fungiert aktuell als einziger Vermittler zwischen den Parteien. Danach bleiben 15 bis 20 Tage, um eine detaillierte Vereinbarung auszuarbeiten. Das vorläufig "Islamabad-Abkommen" genannte Dokument soll verbindliche Regeln für die Straße von Hormus festlegen, und zum Abschluss sollen sich die führenden Vertreter persönlich in Islamabad treffen.
Der Iran bestätigte laut einem Vertreter den Erhalt des Plans. Das Land prüft ihn derzeit, zeigt sich jedoch zurückhaltend. Zu einer vorübergehenden Waffenruhe sei das Land nicht bereit und werde dafür auch die Straße von Hormus nicht öffnen, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Iran lasse sich nicht unter Druck setzen und werde sich auf keine Ultimaten einlassen. Es habe nicht den Anschein, dass die USA zu einem dauerhaften Waffenstillstand bereit seien.
Keine Atomwaffen für den Iran
Das endgültige Abkommen wird dem Insider zufolge voraussichtlich die Verpflichtung des Iran beinhalten, keine Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert und eingefrorene Vermögenswerte freigegeben werden. Iranische Regierungsvertreter hatten Reuters in der Vergangenheit gesagt, dass die Führung in Teheran einen dauerhaften Waffenstillstand anstrebe. Dieser müsse Garantien enthalten, dass das Land nicht erneut von den USA und Israel angegriffen werde.
Aus den USA lag zunächst keine Stellungnahme vor. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Tahir Andrabi, lehnte einen Kommentar ab. Laut dem Insider hat der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, die ganze Nacht über in Kontakt mit US-Vizepräsident JD Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi gestanden.

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