Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste gegen die Führung Irans hat der Polizeichef des Landes Demonstranten aufgerufen, sich binnen drei Tagen den Behörden zu stellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Junge Menschen, die »unwissentlich in die Unruhen verwickelt« worden seien, würden als »getäuschte Personen und nicht als feindliche Soldaten« betrachtet und »mit Nachsicht vom System der islamischen Republik« behandelt, sagte der Behördenchef Ahmad-Resa Radan am Montag im iranischen Staatsfernsehen.
Die Islamische Republik will »den Aufrührern das Rückgrat brechen«
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, sein Justizchef und der Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf kündigten in einer gemeinsamen Erklärung an, dass die »Anstifter ›terroristischer Vorfälle‹ entschlossen bestraft« werden würden.
Die politische und geistliche Führung Irans stellt die Ende Dezember begonnenen Proteste als Komplott ihrer Erzfeinde USA und Israel dar. Das geistliche Oberhaupt der islamischen Republik, Ajatollah Ali Khamenei, hatte am Samstag von einer »amerikanischen Verschwörung« gesprochen und gefordert, die »iranische Nation« müsse »den Aufrührern das Rückgrat brechen«.
Die Proteste in Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstranten vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden mindestens 3428 Demonstrierende getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von 5000 bis 20.000 Toten aus.

vor 2 Stunden
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