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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die Außenminister der G7-Staaten haben mit ihrem US-Kollegen Marco Rubio um eine gemeinsame Linie für ein Ende des Irankriegs gerungen. Johann Wadephul (CDU) hat angekündigt, dass Deutschland nach Ende der Kämpfe helfen könnte, die Straße von Hormus zu sichern.
- Der deutsche Außenminister sagte mit Blick auf die Kriegsparteien, es sei »ein direktes Treffen« in Pakistan in naher Zukunft geplant. Nach Medienberichten soll US-Vizepräsident JD Vance bei Gesprächen mit Iran als US-Verhandlungsführer eingesetzt werden.
- Proiranische Hacker haben offenbar das E-Mail-Konto von FBI-Chef Kash Patel gehackt und private Fotos von ihm im Netz geteilt.
- Iranische Staatsmedien berichten von zwei Angriffen auf Nuklearanlagen, radioaktives Material trete nicht aus. Israels Armee hat die Angriffe bestätigt.
- Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat derweil wenig Hoffnung auf ein schnelle Ende des Irankriegs. »Ich habe große Zweifel, ob es eine Strategie gibt«, sagte er mit Blick auf die US-israelische Militäoperation.
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- SPIEGEL-Titelstory: Aus Trumps Iran-Desaster wurde ein Krieg gegen die Weltwirtschaft
Trump kritisiert Merz für Haltung im Irankrieg
US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Der Republikaner attackierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat Florida erneut zunächst die Nato-Verbündeten Frankreich und Großbritannien – und kam dann auf Deutschland zu sprechen: »Der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: ›Das ist nicht unser Krieg‹.« Trump schob nach, dass dann der Ukrainekrieg auch nicht der der USA sei.
Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als »unangemessen« empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: »Das ist nicht unser Krieg.« Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten Namen und schrieb die Äußerung der Spitze zu (»the head of Germany«). Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert: »Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.«
US-Zeitung berichtet von Verletzten nach iranischem Angriff in Saudi-Arabien
Zehn US-Einsatzkräfte sind nach einem Bericht des »Wall Street Journals« bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien verletzt worden. Sie befanden sich in einem Gebäude auf der Prince Sultan Airbase, das bei der Bombardierung getroffen wurde, wie die US-Zeitung unter Berufung auf US- und arabische Vertreter berichtete. Der Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien wird auch vom US-Militär genutzt. Bei dem Angriff wurden laut dem Zeitungsbericht auch amerikanische Tankflugzeuge beschädigt. Der Stützpunkt war seit Beginn des Irankriegs immer wieder Ziel von Angriffen.
Witkoff hofft auf Gespräche mit Teheran »in dieser Woche«
US-Unterhändler Steve Witkoff geht davon aus, dass Iran in der kommenden Woche zu Gesprächen mit Washington über eine Beendigung des Irankrieges bereit sein wird. »Wir sind auf jeden Fall zuversichtlich«, dass es »ein Treffen in dieser Woche geben wird«, sagte Witkoff am Freitag auf einem Wirtschaftsforum in Miami. Die USA erwarteten nun eine Antwort Teherans auf einen vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges. »Wir haben einen 15-Punkte-Plan auf dem Tisch. Wir erwarten, dass die Iraner darauf reagieren. Das könnte alles lösen«, erklärte Witkoff. Pakistan hatte zuvor bestätigt, einen 15-Punkte-Plan der US-Regierung im Rahmen von indirekten Verhandlungen mit Teheran unter Unterstützung der Türkei, Ägyptens und weiterer »Bruderstaaten« übermittelt zu haben.
IAEA ruft zur Zurückhaltung auf – keine erhöhten Strahlungswerte nach Beschuss
Nach US-israelischen Angriffen auf einen Schwerwasserreaktor und eine Uran-Aufbereitungsanlage in Iran hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Kriegsparteien im Nahen Osten erneut zur Zurückhaltung aufgefordert. »IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bekräftigt (seinen) Aufruf zur militärischen Zurückhaltung, um jegliches Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden«, teilte die Organisation auf X mit.
Weiter erklärte die IAEA, in der Uran-Aufbereitungsanlage Schahid Resajee Nedschad in Arkadan im Zentrum des Landes gebe es »keinen Anstieg der Strahlungswerte außerhalb des Geländes«.
Neue israelische Angriffswelle in Beirut
Die israelische Luftwaffe hat eigenen Angaben zufolge am späten Abend eine erneute Angriffswelle gegen Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut begonnen. Bereits wenige Stunden zuvor waren Angriffe gegen die proiranische Miliz geflogen worden. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir hatte am Abend bei einem Truppenbesuch im Südlibanon von »bedeutenden Plänen zur Fortsetzung des Einsatzes« gesprochen. »Wir befinden uns an einem historischen Wendepunkt«, sagte Zamir. Israel verfolge einen Plan, »um die Sicherheitslage – von Teheran bis Beirut – grundlegend zu verändern.«
Musk soll an Telefonat zwischen Trump und Modi über Iran teilgenommen haben
Die »New York Times« berichtet über eine mögliche Wiederannäherung zwischen US-Präsident Donald Trump und Elon Musk. Der Milliardär habe an einem Telefonat zwischen Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi teilgenommen, heißt es unter Berufung auf zwei Offizielle. Das Gespräch habe sich um den Irankrieg und insbesondere die Situation um die Straße von Hormus gedreht.
Warum Musk dabei gewesen sei und ob er auch gesprochen habe, ist dem Bericht zufolge unklar. Die Zeitung verweist jedoch darauf, dass aus den Ländern der Golfregion heraus erhebliche Investitionen in Musks Unternehmen getätigt worden seien. Auch sei Musk bestrebt, sich stärker in Indien einzubringen. Musk und Trump hatten sich im vergangenen Sommer eigentlich zerstritten.
Irans Außenminister will Israel »hohen Preis« zahlen lassen
Abbas Araghchi hat die jüngsten Angriffe auf Fabriken und Nuklearanlagen in Iran verurteilt. Sie verstießen gegen das verlängerte Ultimatum des US-Präsidenten, schreibt der iranische Außenminister auf X.
Donald Trump hatte am Donnerstag angekündigt, Iran bis zum 6. April Zeit zu geben, die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. Solange wolle er keine Energieanlagen angreifen lassen. Die Angriffe stünden im »Widerspruch« zu dieser Aussage, schreibt Araghchi. »Iran wird Israel für seine Verbrechen einen hohen Preis abverlangen.«
Angeblicher Beschuss ziviler Ziele – iranische Medien berichten von mehr als 20 Opfern
Bei Angriffen auf Wohngebiete in Iran sind Medienberichten zufolge mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Teheran seien zehn Bewohner eines Wohnkomplexes bei einem Raketenangriff, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Feuerwehrsprecher.
In der kurdischen Provinz Kermanschah im Westen des Landes wurden dem Gouverneursbüro zufolge mehr als zehn Wohneinheiten angegriffen. 13 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Auch bei dem Angriff auf ein Stahlwerk in Isfahan wurde den Berichten zufolge ein Mensch getötet. Die Berichte ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Liebe Leserinnen und Leser, hier halten wir Sie auch heute über alle Entwicklungen im Irankrieg auf dem Laufenden. Die wichtigsten Ereignisse vom Freitag können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen

vor 4 Stunden
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