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Das klassische Geschäftsmodell der Industrie in Deutschland lautete jahrzehntelang: Man importierte möglichst billig Energie, die lange Zeit zum großen Teil aus Russland kam. Man produzierte hochwertige Autos, Maschinen oder Medikamente mit der berühmten deutschen Ingenieurskunst. Und exportierte sie in alle Welt, zu hohen Teilen nach China oder in die USA.
Doch dieses Geschäftsmodell hat tiefe Risse erlitten: Die gesamte Industrieproduktion in Deutschland kommt seit Jahren nicht mehr an das Niveau von 2018 heran, als alles noch in Ordnung schien. Mit der Folge, dass die ganze deutsche Wirtschaft seit Jahren kaum noch wächst.
»Drei tiefgreifende Schocks haben die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Branchen strukturell geschwächt«, konstatieren die Ökonomen Claus Michelsen und Simon Junker in ihrem neuen Papier. Beide haben jahrelang beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gearbeitet und sind mittlerweile für den Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) tätig.
Ihr Schock-Dreiklang lautet: Infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine hat Deutschland den billigen Energielieferanten verloren. Zugleich hat China technologisch aufgeholt, auch dank staatlicher Subventionen, und macht der hiesigen Industrie Weltmarktanteile strittig. Und schließlich hat US-Präsident Donald Trump die Zölle auf Industriegüter aus Europa deutlich angehoben und diese damit weniger konkurrenzfähig gemacht.
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