Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin hatte Teile der Hauptstadt bei Minustemperaturen tagelang lahmgelegt. Vorübergehend waren 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom, Heizungen fielen aus. Mehr als 100.000 Menschen waren betroffen. Die linksextremistische Vulkangruppe bekannte sich zu der Tat.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plädiert nun für eine Geldprämie für entscheidende Tipps. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der „Bild am Sonntag“: „Bundesinnenminister Dobrindt befürwortet eine hohe finanzielle Belohnung für Hinweise zur Ermittlung der linksterroristischen Täter der Vulkangruppe des Anschlags auf das Berliner Stromnetz.“
Dobrindt spreche zwar nicht explizit von einer Summe in Millionenhöhe, mache aber klar, dass eine hohe Belohnung Mitwisser aus der Deckung locken soll, so das Blatt.
Dobrindt will hart gegen Linksextremisten vorgehen
Zuvor hatte der CSU-Politiker bereits angekündigt, schärfer gegen Extremisten vorgehen zu wollen. „Wir schlagen zurück“, sagte er.
Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Bekennerschreiben der Vulkangruppe als glaubwürdig ein. Darin hieß es, Stromausfälle seien „nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.
Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge.
Vulkangruppen bekannten sich in der Vergangenheit unter anderem zu zwei Anschlägen auf die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide, die sie als „grünen Kapitalismus“ brandmarkten.
Nachdem im Mai 2021 Unbekannte einen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Autobauers verübten, wurde im März 2024 in unmittelbarer Nähe des Automobilwerks ein Hochspannungsmast durch Brandstiftung zerstört. In der Folge waren sowohl das Werk als auch die umliegenden Ortschaften tagelang von der Stromversorgung abgeschnitten.
2020 bekannte sich eine Vulkangruppe auch zu einem Brandanschlag auf das Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, weil dieses an der Entwicklung der Corona-App beteiligt gewesen sei.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte als Reaktion auf den Anschlag auf die Stromversorgung angekündigt, Gesetzeslücken zu schließen und beim Katastrophenschutz erheblich nachzubessern. Mit eindringlichen Worten forderte sie, dass für die Sicherheit in der Hauptstadt deutlich mehr gemacht werden müsse.
„Der Anschlag auf die Stromversorgung muss der finale Weckruf sein, dass wir keine Zeit verlieren dürfen, dem Katastrophen- und Bevölkerungsschutz noch höhere Priorität einzuräumen“, sagte Spranger am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. (lem)

vor 23 Stunden
1











English (US) ·