Wegen Hitzeschäden waren Autobahnabschnitte teilweise gesperrt. In Sachsen-Anhalt wurde mit 41,5 Grad ein neuer Höchstwert gemessen. Das war der Tag.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters, KNA, iso , maw 27. Juni 2026, 21:48 Uhr
Die Hitzewelle war in Deutschland auch am heutigen Tag deutlich zu spüren. So ist nach Angaben des Deutsches Wetterdienstes (DWD) ein neuer Temperaturextremwert gemessen worden. Die Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt habe gegen 16.30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad verzeichnet, sagte ein DWD-Sprecher. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Höchstwert gemessen worden.
Auch in anderen europäischen Ländern wurden Höchstwerte gemessen. Der dänische Wetterdienst meldete in Ødum nördlich von Aarhus 37 Grad – den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1874. In der Schweiz wurde in Basel mit 39 Grad ein neuer Höchstwert gemessen. An einer Wetterstation im tschechischen Doksany nördlich von Prag wurden zunächst 40,6 Grad Celsius, später dann sogar 40,8 gemessen, wie der nationale Wetterdienst am Abend mitteilte. Am Sonntag werde es voraussichtlich noch wärmer, fügte die Behörde hinzu.
Sperrungen und verminderte Geschwindigkeit auf Autobahnen
Auf mehreren Autobahnen in Deutschland kam es aufgrund der Hitze zu Asphaltschäden und Sperrungen. Aufgrund der Hitze wölbe sich die Fahrbahn mancher Autobahnen auf, weil sich der Beton ausdehne, teilte die bundeseigene Autobahn GmbH mit. Sie registrierte mehr als ein Dutzend Fahrbahnschäden an Autobahnen. Demnach ist die Autobahn 2 Richtung Hannover bei Burg in Sachsen-Anhalt voraussichtlich noch bis Sonntagnachmittag gesperrt. In Richtung Berlin bei Ziesar gibt es weiterhin eine Vollsperrung. In Höhe von Irxleben in Sachsen-Anhalt sei auf der Fahrbahn Richtung Berlin eine neue Schadenstelle dazugekommen, teilte die Autobahnpolizei mit. Auch hier war die Fahrbahn Richtung Berlin voll gesperrt worden.
Weitere Schäden gab es an der A10 am südlichen Berliner Ring zwischen Niederlehme und Königs Wusterhausen. Zuvor waren schon drei Beschädigungen der Fahrbahn gemeldet worden. Zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) ist zudem der linke Fahrstreifen wegen Hitzeschäden gesperrt. Der ADAC berichtete außerdem von Fahrbahnschäden auf der A93 in Bayern zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg sowie einer Sperrung eines Fahrstreifens auf der A7 im Süden Hamburgs in Richtung Norden infolge von Hitzeschäden. Auf der A9 bei Ingolstadt seien in beide Richtungen Reparaturen nötig. Auf der A48 in Rheinland-Pfalz an der Rheinbrücke bei Bendorf und auf der A3 bei Wiesbaden in Hessen müssen Fahrerinnen und Fahrer aufgrund der Hitze langsamer fahren.
Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Investitionen in Hitzeschutz für Pflege- und Seniorenheime
In mehreren Seniorenheimen beispielsweise in Krefeld und Dormagen kam es aufgrund der Hitze zu Rettungseinsätzen. Bewohnerinnen und Bewohner mit Gesundheitsproblemen mussten aus überhitzten Gebäudebereichen gebracht werden. In der Folge forderte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, besseren Hitzeschutz in Pflege- und Seniorenheimen. »Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen«, sagte er. Zwar hätten viele Einrichtungen auf Druck der Politik Hitzeschutzpläne auf den Weg gebracht, so Brysch. Doch damit betrieben Bund und Länder reinen Aktionismus. Die Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr verbindliche Investitionen zusagen. Auch in den Ländern fehlten überzeugende Anstrengungen, teilte Brysch weiter mit. »Die Papiere und Konzepte enden dort, wo der Patientenschutz Geld und Personal kostet«, sagte er.
Feuerwehr Mönchengladbach meldet hohes Einsatzaufkommen
In Mönchengladbach kam es während der andauernden Hitzewelle zu einem außergewöhnlich hohen Einsatzaufkommen der Feuerwehr. Seit sieben Uhr bewältigte die Feuerwehr nach eigenen Angaben insgesamt 185 Einsätze, vor allem im Rettungsdienst. Die Einsatzkräfte seien zu 124 Rettungsdiensteinsätzen und 39 Krankentransporten sowie 10 Brandeinsätze und 12 technischen Hilfeleistungen ausgerückt. Mit 1.024 Anrufen habe es ein außergewöhnlich hohes Notrufaufkommen gegeben, hieß es. Kolleginnen und Kollegen der Berufsfeuerwehr verstärkten personell kurzfristig aus der Freizeit, um die Vielzahl der Notrufe bearbeiten zu können. Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Hilfsorganisationen die Einsatzmaßnahmen unterstützten bei den Einsätzen.
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