Berliner Hitzerekord geknackt, der Dom erfreut sich eines Besucheransturms
Die Hauptstadt heizt sich an diesem Samstag besonders auf, in Tempelhof wurden am Nachmittag 39,2 Grad gemessen – damit ist der Berliner Rekord von 2015 gebrochen. Trotz der brütenden Hitze schleppen sich Touristen durch die Innenstadt, einige halten sich Regenschirme über den Kopf. Kühle Orte sind rar, aber durchaus vorhanden: Im nachgebildeten Berliner Schloss, dem Humboldt Forum, tummeln sich etwa hundert Menschen im großen klimatisierten Foyer.
Nebenan schlüpfen immer wieder Menschen in den wuchtigen Berliner Dom. Mitarbeitende freuen sich über einen regelrechten Besucheransturm auf die Hauptkirche der Hauptstadt. Bis 16 Uhr wurden demnach schon rund 2500 Besucherinnen und Besucher gezählt, am Vortag waren es etwa 3000 – und das, obwohl das Betreten außerhalb der Gottesdienste Eintritt kostet. In dem Gotteshaus ist das Innenklima auch ohne technischen Schnickschnack deutlich angenehmer als draußen. Wohl deshalb verweilen auffallend viele Besucher im Kirchenkeller, wo es noch ein paar Grad frischer ist: In der etwas schaurigen wie sehenswerten Gruft der Hohenzollern, der Herrscherfamilie des alten Preußen.
41,5 Grad – Hitzerekord in Deutschland erneut gebrochen!
Der Wetterdienst meldet den nächsten Hitzerekord. Die Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt habe gegen 16.30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad verzeichnet, sagte ein DWD-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.
Sperrung am Hauptbahnhof Stuttgart wieder aufgehoben
Die Sperrung des Stuttgarter Hauptbahnhofs wegen eines Böschungsbrands ist wieder aufgehoben. Der Brand sei gelöscht, sagte ein Bahnsprecher gegenüber dem SWR. Der Zugverkehr laufe nun wieder an.
Zuvor war der komplette Hauptbahnhof gesperrt. Auch die S-Bahnen im Innenstadtbereich fuhren nicht. Bereits am Freitag hatte es zwei Mal Sperrungen am Stuttgarter Hauptbahnhof aufgrund von Bränden gegeben.
Berliner Polizei setzt Wasserwerfer ein – zur Abkühlung
Die Berliner Polizei setzt am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Wie die Polizei online mitteilte, beginnt die Aktion gegen 15 Uhr am Brandenburger Tor. Anschließend sollen die Wasserwerfer am Reichstagsgebäude, dem Potsdamer Platz, dem Roten Rathaus und dem Mauerpark vorbeifahren. Wie lang genau die Wasserwerfer an den Stationen sein werden, teilte die Polizei nicht mit.
Bahnverkehr am Stuttgarter Hauptbahnhof eingestellt
Wegen eines Böschungsbrands nahe dem Stuttgarter Hauptbahnhof ist der Bahnverkehr eingestellt worden. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit. Demnach gibt es seit dem Mittag Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr. Auch der S-Bahn-Verkehr wurde in der Innenstadt gestoppt, wie die Deutsche Bahn auf der Plattform »X« mitteilte.
Bis die Löscharbeiten des Böschungsbrands abgeschlossen sind, ist der Bahn zufolge kein S-Bahn-Verkehr möglich. Laut dem Bundespolizeisprecher ist eine starke Rauchentwicklung zu sehen. Weitere Angaben etwa zum Ausmaß der Auswirkungen konnte er zunächst nicht machen.
Fridays for Future kündigt wegen Hitze kurzfristig Demo an
Am Sonntag plant die Bewegung Fridays for Future kurzfristig eine Demonstration für mehr Einsatz gegen die Klimakrise: »Diese extremen Temperaturen sind das Ergebnis einer fossilen Politik, die lieber fossile Konzerne schützt als das Leben von Menschen«, heißt es im Demonstrations-Aufruf. Der Protest soll im Invalidenpark in Berlin-Mitte stattfinden – aufgrund der zu erwartenden Temperaturen erst um 21 Uhr.
»Statt Menschen akut zu helfen und weitere krassere Hitzewellen vorzubeugen, befeuert die Bundesregierung weiter die Klimakrise; das ist verantwortungslos, brandgefährlich und nicht zu rechtfertigen«, kritisierte Nele Evers von Fridays for Future Berlin im Aufruf zur Demo. Der effektivste Schutz vor Hitze sei Klimaschutz.
ADAC: Neun Autobahnabschnitte beschädigt
Nicht nur der Bahnverkehr ist von der Hitze betroffen. Auf Straßen kann es hitzebedingt zu sogenannten Blow-Ups kommen – so nennt man es, wenn die Fahrbahn plötzlich aufplatzt. Davon betroffen sind laut dem ADAC derzeit mehrere Autobahnen in Deutschland:
- A2 Richtung Hannover: Zwischen Burg-Ost und Burg-Zentrum ist die Autobahn in dieser Richtung bis voraussichtlich Sonntagnachmittag gesperrt
- Hitzegeschädigt ist zudem der Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin (Potsdam-Mittelmark) in Fahrtrichtung Potsdam
- Auf der A93 kam es zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg ebenfalls zu Blow-ups. Der linke Fahrstreifen muss bis voraussichtlich kommende Woche gesperrt werden
- Zudem sind auf der bayerischen A9 bei Ingolstadt in beiden Richtungen Reparaturarbeiten infolge von Blow-ups nötig.
- Auch auf der A10 wurden Hitzeschäden festgestellt. Dort ist zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) der linke Fahrstreifen dicht.
- Auf der A7 im Süden Hamburgs bleibt ebenfalls ein Fahrstreifen in Richtung Norden über das Wochenende gesperrt.
- Auf der A48 in Rheinland-Pfalz ist an der Rheinbrücke bei Bendorf in Richtung Trier die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h reduziert worden.
- Auch auf der A3 bei Wiesbaden dürfen zwischen dem Mönchhofdreieck und dem Wiesbadener Kreuz in Richtung Köln maximal 80 km/h gefahren werden.
- Bereits am dritten Juni-Wochenende war es auf der A1 und der A13 zu Verkehrsbehinderungen durch Hitzeschäden gekommen.
Bahn rät von nicht notwendigen Reisen ab
Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. »Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen«, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.
Das Bahnunternehmen National Express, das Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen fahren lässt, will wegen der hohen Temperaturen am Samstagnachmittag den Betrieb für sechs Stunden einstellen. Betroffen sind laut Ankündigung zwischen 13 und 19 Uhr fünf Linien. Die Züge fallen dem Unternehmen zufolge auf dem kompletten Laufweg aus. Ihren Verkehr einstellen will die Deutsche Bahn nach aktuellem Stand nicht.
Heimbewohner in Nordrhein-Westfalen versorgt
In Dormagen sind wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben. Ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis der Nachrichtenagentur dpa. Man habe sich am Morgen zu umfassenden vorsorglichen Maßnahmen entschieden.
Seit 7 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Seniorinnen und Senioren leben, wie es aus dem Umfeld des Feuerwehr-Einsatzes hieß. Der Stadt-Sprecher schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit, wie ein dpa-Reporter schilderte.
Derzeit wird laut Stadt-Sprecher weiter geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. »Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus.« Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut.
Todesfälle beim Baden im Starnberger See und im Seepark Lünen
Ein 23-Jähriger ist beim Baden im Starnberger See ertrunken. Er sei am Freitag von einem Boot in den See gesprungen und dann kurze Zeit später untergegangen, teilte die Polizei mit. Mehrere Zeugen versuchten, den Mann aus dem Wasser zu retten, jedoch ohne Erfolg. Taucher fanden später den 23-Jährigen in etwa acht Meter Tiefe.
»Offene Gewässer sind keine Schwimmbäder«, mahnte Thomas Huber, der Landesvorsitzende der Wasserwacht Bayern. Entfernung, Kälte, Erschöpfung oder ein kurzer Moment der Unsicherheit könnten schnell lebensgefährlich werden. In diesem Jahr sind bereits mehr als ein Dutzend Menschen in Bayern beim Baden gestorben.
Auch in Nordrhein-Westfalen ist erneut ein Mensch bei einem Badeunfall gestorben. Im Seepark Lünen bei Dortmund holten Besucher einen leblosen 45-Jährigen aus dem Wasser und begannen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit Reanimationsmaßnahmen. Der Mann sei später im Krankenhaus gestorben, berichtete ein Polizeisprecher.
Deutscher Wetterdienst warnt vor neuem Hitzerekord
Für den Großteil Deutschlands hat der Wetterdienst erneut eine Warnung vor extremer Hitze ausgegeben: »Am heutigen Samstag sind flächendeckend Temperaturen über 36 Grad erwartbar, lediglich an den Küsten ist es etwas weniger heiß«, teilten die Expertinnen und Experten mit. Lokal seien sogar 42 Grad nicht ausgeschlossen – damit würde der erst am Freitag erreichte Hitzerekord erneut gebrochen. Örtlich drohen den Angaben nach zudem Gewitter und Unwetter.
Schweiz: Tausende jodeln trotz 38 Grad
In Basel haben die Menschen der Hitze getrotzt und Tradition gefeiert: Rund 12.000 Personen jodelten in Tracht um die Wette, schwangen Fahnen, bliesen ins Alphorn. Die Stadt hatte sich bei Rekordtemperaturen von mehr als 38 Grad auf rund 200.000 Besucherinnen und Besucher eingestellt.
Neben leichter Kleidung und viel Flüssigkeit gaben die Veranstalter noch einen besonderen Tipp gegen die Hitze: »Das Brunnenbaden hat in Basel Tradition und ist offiziell erlaubt.« Dort fließe stets frisches Wasser.
Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen drastisch gestiegen
Die Hitzewelle hat auf dem Online-Marktplatz Kleinanzeigen für deutlich mehr Angebote von und eine stark gestiegene Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen gesorgt. Das teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Zeitraum vom 17. bis 24. Juni wurden deutschlandweit rund 14.500 neue Anzeigen für Klimaanlagen auf Kleinanzeigen eingestellt. In der Vergleichswoche vom 9. bis 16. Juni waren es rund 4400. Das entspricht einem Anstieg um rund 230 Prozent.
Auch bei Ventilatoren nahm das Angebot deutlich zu. Die Zahl der neu eingestellten Anzeigen stieg von rund 4600 auf knapp 11.800 und damit um etwa 156 Prozent.
Die Nachfrage zog noch stärker an: Suchanfragen nach Klimaanlagen stiegen von rund 118.000 in der Vergleichswoche auf knapp 2,47 Millionen während der Hitzewoche. Bei Ventilatoren legten die Suchanfragen von gut 71.000 auf rund 1,22 Millionen in den vergangenen Tagen zu. Im Einzelhandel sind kühlende Geräte teils ausverkauft. Was Sie bei Klimaanlagen in Mietwohnungen beachten müssen, lesen Sie hier.
Stuttgart: Kessel Festival abgesagt
Der Gesundheitsschutz der Gäste, von Mitarbeitenden und Künstlerinnen und Künstlern stehe an erster Stelle, teilt der Veranstalter des Kessel Festivals in Stuttgart mit – und sagt die Veranstaltung ab.
Noch am Freitag fand das Festival mit einem erweiterten Schutzkonzept statt. Die Sicherheit des zweiten Veranstaltungstags könne bei den erwarteten noch höheren Temperaturen jedoch nicht gewährleistet werden, so der Veranstalter.
Das Rote Kreuz war am Samstag laut Polizeiangaben zu einigen Hitzeeinsätzen bei der Veranstaltung gerufen worden. Auf der Website werden Besucherinnen und Besucher informiert, ob sie ihre Tickets erstattet bekommen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Rekordhitze und extremer Wärmebelastung in Baden-Württemberg bis einschließlich Sonntag. Am Freitag war in Waghäusel-Kirrlach (Landkreis Karlsruhe) der All-Time-Hitzerekord geknackt worden. Nach vorläufigen DWD-Angaben wurden dort 40,6 Grad gemessen. Für den Samstag erwarten die Meteorologen bis zu 42 Grad in der Kurpfalz. Erst ab Montag soll es kühler werden, bei bis zu 29 Grad.
Brandenburg: Waldbrandgefahr steigt
In Berlin und Brandenburg steht der Höhepunkt der Hitzewelle an diesem Wochenende bevor: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes steigen die Temperaturen im Tagesverlauf und am Sonntag auf bis zu 41 Grad.
Wegen der anhaltenden Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr am Wochenende weiter an. In fast allen Landkreisen Brandenburgs gilt derzeit eine hohe Gefahrenstufe. In Potsdam-Mittelmark, den Städten Potsdam und Brandenburg an der Havel sowie in der Prignitz und im Havelland wird sie sogar als sehr hoch eingestuft, wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte.
Auch innerhalb Berlins reicht die Waldbrandgefahr laut Waldbrandgefahrenindex des DWD je nach Bezirk von mittel bis sehr hoch.
Forscher rechnet mit frühem Gletscherschwundtag
Die Hitze setzt auch den Gletschern in den Alpen zu. Dort sei in diesem Jahr mit einem »sehr starken Eisverlust« zu rechnen, sagte der Schweizer Gletscher-Forscher Matthias Huss der Nachrichtenagentur AFP. Voraussichtlich schon am 29. Juni seien die winterlichen Schneereserven der Gletscher in diesem Jahr aufgebraucht – danach verlieren sie beim Schmelzen an Masse. Der sogenannte Gletscherschwundtag war bisher nur ein einziges Mal, im Jahr 2022, schon so früh im Jahr eingetreten.
Huss, der den Schweizer Gletschermessdienst Glamos leitet, führt dies auf die Hitzewellen in diesem Jahr, aber auch auf den erneut schneearmen Winter zurück. »Wir beobachten enorme Abtragungs- und Schmelzraten von Eis und Schnee im gesamten Alpenraum«, sagte Huss. Die Schmelze setze etwa drei Monate früher ein, als für die Gletscher »gesund« wäre.
Franziska Wunderlich
Newsdesk

Hitzeschaden auf Fahrbahn der A7
Im Süden Hamburgs ist ein Fahrstreifen der A7 gesperrt worden. Der Hauptfahrstreifen in Richtung Norden könne in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf auf 2,5 Kilometern nicht befahren werden, teilte die Autobahn GmbH mit. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagnachmittag dauern. Durch die hohen Temperaturen habe sich eine Naht im Hauptfahrstreifen gelöst und sei vom darüber laufenden Verkehr aus der Fuge gezogen worden. Dadurch habe sich stellenweise auch die Asphaltschicht abgelöst.
Bei Bonn: Passagiere aus Regionalbahn mit kaputter Klimaanlage evakuiert
Die defekte Klimaanlage einer Regionalbahn hat bei Bonn einen großen Rettungseinsatz verursacht. Der Zug blieb wegen einer technischen Störung liegen. Laut der Bundespolizei wurden die etwa 475 Passagiere evakuiert. Zwei Menschen hätten wegen der Hitze Kreislaufprobleme erlitten, einer von ihnen sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine weitere Person habe sich beim Aussteigen leicht verletzt.
Rund 350 Passagiere seien mit Bussen zum Hauptbahnhof gebracht worden, die anderen seien auf andere Weise weitergereist. Neben der Klimaanlage seien auch die Bremsen und der Kompressor kaputt gewesen.

Auch Bayern knackt Hitzerekord
Mit 40,7 Grad hat der Deutsche Wetterdienst nach vorläufigen Angaben die höchste Temperatur registriert, die bisher in Bayern gemessen wurde. Der vorläufige Höchstwert wurde um 16.50 Uhr in Kitzingen in Unterfranken abgelesen, wie der Wetterdienst der Nachrichtenagentur dpa erklärte.
Da der vorläufige Wert am Nachmittag gemessen wurde, könnte die Temperatur im Laufe des Tages sogar noch höher liegen.

41,3 Grad – Deutschland bricht Temperaturrekord
So heiß wie am Freitag war es in Deutschland noch nie. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde der Rekordwert von 41,3 Grad an einer Wetterstation in Saarbrücken gemessen. Bisher hatte die Höchstmarke bei 41,2 Grad gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.
Erst kurz zuvor hatte der DWD mit 40,9 Grad einen neuen Juni-Hitzerekord gemeldet, ebenfalls aus Saarbrücken. An zahlreichen weiteren Wetterstationen wurden am Freitag Temperaturen über 40 Grad gemessen.
Großbritannien meldet Juni-Hitzerekord
36,9 Grad in Wattisham: So heiß war es im Juni in Großbritannien noch nie. Der bisherige Höchstwert stammte vom Vortag – in Merryfield in der Grafschaft Somerset waren 36,7 Grad gemessen worden.
Über 40 Grad – Juni-Hitzerekord für Deutschland
In Deutschland sind erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen worden. An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden nach den vorläufigen Messungen am Freitag 40,9 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagte. Der bisherige Juni-Rekordwert lag bei 39,6 Grad, gemessen 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt.
Dem DWD zufolge lagen die Temperaturen gleich an mehreren Orten in Deutschland über 40 Grad: So seien in Bad Kreuznach 40,7 Grad gemessen worden und in Trier 40,1 Grad. Es habe an 147 deutschen Wetterstationen einen neuen Juni-Rekordwert gegeben. In Deutschland gilt flächendeckend eine Warnung vor Hitze. Die aktuelle Hitzewelle dürfte noch bis Anfang kommender Woche dauern.
Schweizer AKW Beznau wegen Hitze abgeschaltet
Das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz ist vorübergehend abgeschaltet worden. Grund sei die zu hohe Temperatur des Flusses Aare. Er wird zur Kühlung der beiden AKW-Reaktoren genutzt. Das Kühlwasser wird in den Fluss zurückgeleitet und kann zu dessen Temperatursteigerung beitragen. Mit der Abschaltung soll nach Angaben des Energieunternehmens Axpo das Ökosystem des Flusses geschützt und etwa Fischsterben verhindert werden.
In der Aare wurde demnach am Donnerstag und Freitag 25 Grad gemessen. Sobald sich der Fluss abkühle oder eine ausreichende Abkühlung in Sicht sei, könne die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren geplant werden. Das AKW Beznau ist das älteste aktive Kernkraftwerk der Welt. Die Leistung der etwa 55 Jahre alten Reaktoren war schon am Dienstag um die Hälfte reduziert worden.
Wassertemperatur im Main über 27 Grad
Die sommerliche Hitze erwärmt den Main auf eine kritische Temperatur für die darin lebenden Tiere. Gemessen worden seien am frühen Morgen im Frankfurter Osthafen 27 Grad Celsius, teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit. Dadurch könne der Fluss deutlich weniger Sauerstoff aufnehmen, was die Tiere und Pflanzen im Main schädige. Ab 25 Grad Wassertemperatur ist ein erster kritischer Wert erreicht.
Leseempfehlung: Acht Tipps für Sport bei Hitze
Wärme gilt als Leistungskiller, vielerorts wurden für das Wochenende Sportveranstaltungen abgesagt – trotzdem werden sich Tausende bei Halbmarathons und Triathlons verausgaben. Meine Kollegen Jan Göbel und Jörg Römer haben aufgeschrieben, welche Regeln Sportlerinnen und Sportler dabei unbedingt beachten sollten. Die wichtigste Regel hat weder mit Kühlung noch Trinken zu tun. Den ganzen Text finden Sie hier.
Hitze beschädigt Fahrbahnen auf A3 und A48
Auf der A48 in Rheinland-Pfalz ist an der Rheinbrücke bei Bendorf die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert worden. Betroffen ist die Fahrbahn Richtung Trier. Grund sind nach Angaben der Autobahn GmbH Unebenheiten, die wegen der hohen Temperaturen auftreten. Die Hitze und die Temperaturschwankungen führten zu Bewegungen des Brückenüberbaus und Höhenunterschieden an den Fahrbahnübergängen, hieß es. Fahrten mit geringeren Geschwindigkeiten schonten die Fahrbahnübergänge.
Ähnlich ist die Situation auf der A3 bei Wiesbaden: Zwischen dem Mönchhofdreieck und dem Wiesbadener Kreuz dürfe in Richtung Köln bis auf weiteres maximal mit Tempo 80 gefahren werden, teilte die Autobahn GmbH mit. Eine Reparatur sei erst bei niedrigeren Temperaturen machbar. Laut ADAC sind Blow-ups bei Temperaturen von über 30 Grad möglich. Ältere Fahrbahnen aus Beton sind demnach nicht so verformbar wie solche aus Asphalt. Wenn sich die Fahrbahndecke aufheizt und wölbt, kann der Beton daher aufplatzen.
Berliner Polizei erhöht Präsenz in der Stadt
Die Berliner Polizei möchte am Hitze-Wochenende Sonderstreifen einsetzen. Man wolle in der Stadt fortlaufend eine hohe Polizeipräsenz zeigen, sagte ein Sprecher. An solchen Tagen komme einiges zusammen: freie Tage für die meisten Menschen am Wochenende, eine volle Stadt, in der die Touristensaison bereits laufe, die Schulferien aber noch nicht begonnen hätten, sowie eine extreme Hitze mit Auswirkungen auf Gesundheit und das Verhalten der Menschen.
Samstag und Sonntag werden laut Deutschem Wetterdienst in Berlin Tageshöchsttemperaturen bis 41 Grad erwartet, bei nur leichtem Wind und wolkenlosem Himmel. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt für Samstag vor einer extremen Wärmebelastung. »Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen.«
An der Mosel droht wegen der Hitze ein Fischsterben
Zu wenig Sauerstoff im Wasser könnte für die Fische in der Mosel fatale Folgen haben. Im Bereich Palzern an der Obermosel liege die Sauerstoffkonzentration des Wassers bereits unter der für Fische kritischen Marke, teilte das Umweltministerium in Mainz mit. Ein Fischsterben in dem Bereich sei nicht mehr auszuschließen, sagte Ministerin Christine Schneider (CDU). »Hohe Temperaturen führen zu sinkenden Sauerstoffgehalten, wodurch das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört wird.«
Die Gewässertemperaturen an Rhein und Mosel überschritten mittlerweile vielerorts die 27-Grad-Marke, die Saar wird diese Marke voraussichtlich am Wochenende erreichen. Das Land löste die zweite Warnstufe eines Handlungs- und Informationskonzepts bei hohen Wassertemperaturen aus. Das vierstufige Warnsystem sieht insbesondere auch Einschränkungen für Firmen vor, die Wasser in die Flüsse einleiten.
Von Rom bis London: Die Hitzewelle in Bildern
Lesetipp: Klimaanlagen? Amerikanisches Teufelszeug! Dann kam die Rekordhitze nach Paris
Die Franzosen begegnen der Hitze mit Würde, Stil – und dem ihnen ganz eigenen Pragmatismus. Doch dieser Sommer ist anders. Die Rekordtemperaturen bringen sogar ideologische Fronten ins Wanken, berichten Kerstin Kullmann und René Pfister. Den ganzen Text finden Sie hier.
Rhein hat Marke von 28 Grad erreicht
An manchen Stellen ist die Wassertemperatur des Rheins auf 28 Grad gestiegen. Dieser Wert wurde laut der Informationsplattform Undine der Bundesanstalt für Gewässerkunde am Freitag um 7 Uhr morgens auf Höhe von Koblenz gemessen. In der Stadt mündet die ebenfalls sehr aufgewärmte Mosel in den Rhein. Die Mosel kommt demnach in Fankel auf 27,6 Grad und in Palzem auf 27,8 Grad. Auf Höhe von Mainz lag die Wassertemperatur des Rheins am Freitag um 7 Uhr demnach bei 27,6 Grad, in Worms bei 27,0 Grad.
Laut dem Umweltministerium in Mainz führen solch hohe Wassertemperaturen zu sinkenden Sauerstoffgehalten. Das wiederum könne das ökologische Gleichgewicht stören, bedeute Stress für Fische und andere Lebewesen.
Nachstellung der Schlacht von Waterloo abgesagt
Festivals, Fußballspiele, Halbmarathons – und nun ein historisches Reenactment: Wegen der Hitze haben die belgischen Organisatoren eine Nachstellung der Schlacht von Waterloo abgesagt. In dem Land werden heute bis zu 40 Grad erwartet. Das Schauspiel zieht jedes Jahr Tausende Schaulustige an. Hunderte Teilnehmer in historischen Kostümen stellen die berühmte Schlacht des Jahres 1815 am Ort des Geschehens nach; damals besiegte eine Allianz aus Briten, Niederländern und Preußen die Truppen des französischen Kaisers Napoleon.
Warum Straßen bei Hitze plötzlich aufbrechen
Die Hitze kann aus einer glatten Autobahn eine Gefahrenstelle machen. Die Fahrbahn wölbt sich auf, Beton bricht auf und Straßen müssen gesperrt werden – das ist auf mehreren Autobahnen in Deutschland passiert. Wie kommt es dazu?
Die Ursache liegt nach Angaben der Autobahn GmbH im Material selbst. Beton dehne sich bei Wärme aus. Normalerweise werde das bei der Bauweise berücksichtigt. Auf älteren Fahrbahnen könne es jedoch passieren, dass sich der Beton nicht ausreichend in Längsrichtung ausdehnen könne. Dann baue sich Spannung auf. »Irgendwo muss die Spannung hin – und die entlädt sich dann nach oben«, sagte eine Sprecherin. Die Folge: Die Fahrbahn wölbt sich auf oder bricht auf. Fachleute sprechen von sogenannten Blow-ups.
Bericht: Feuerwehrmann pinkelt Waldbrand aus
In der Region Hildesheim hat ein Feuerwehrmann einen Waldbrand im Keim erstickt. Wie die »Hildesheimer Zeitung« berichtet, war der Mann am Donnerstagabend privat unterwegs, als er auf einem Forstweg neben einer Straße Rauch bemerkte. Er alarmierte demnach die Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte ankamen, waren das Feuer schon aus. »Er hat es ausgepinkelt«, zitiert die Zeitung Kevin Doering, Ortsbrandmeister aus Wrisbergholzen. »Wir haben dann nur noch die Nachlöscharbeiten vorgenommen und mit der Wärmebildkamera sichergestellt, dass es keine Glutnester mehr gibt.« Die Polizei geht von Brandstiftung aus und hat Ermittlungen aufgenommen.
Hunderttausende Menschen erwartet: Pariser Pride-Parade und Musikfestivals abgesagt
Wegen der Hitze und der angespannten Lage in Frankreichs Krankenhäusern ist die Pariser Gay Pride abgesagt worden. Die Parade für die Gleichberechtigung queerer Menschen werde voraussichtlich im September nachgeholt, teilten die Veranstalter mit. Auch das Musikfestival Solidays und weitere Veranstaltungen im Freien wurden abgesagt.
Die Pariser Polizei hatte die Organisatoren gebeten, die Veranstaltungen abzusagen, und zugleich mit einem Verbot per Dekret gedroht. »Die Rettungsdienste und das Gesundheitssystem sind bereits stark ausgelastet«, hieß es von der Präfektur zur Begründung. Eine Versammlung von mehreren Hunderttausend Menschen stelle ein zu hohes Risiko für das bereits überstrapazierte Gesundheitssystem dar.
Levin Kubeth
Deutschlandressort
Leseempfehlung: Wenn die eigenen vier Wände zur Hitzefalle werden
Hitze setzt allen zu, besonders gefährdet sind aber ältere Menschen. Mein Kollege Tobias Großekemper war vergangenes Jahr zu Besuch im Altenheim Haus Marienfried in Gelsenkirchen. Dort lagern sie bei über 30 Grad Raumtemperatur die Sondennahrung im Keller.
Lesen Sie hier seine Reportage.
Zu heiß für Arbeit im Freien?
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) verweist auf die Folgen der Hitzewelle für Leute, die unter freiem Himmel arbeiten. »Was viele Menschen als unangenehm empfinden, kann für Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau, in der Land- und Forstwirtschaft, in Steinbrüchen oder in der Gebäudereinigung zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden«, sagte IG BAU-Vize Carsten Burckhardt. Die Gewerkschaft unterstützt die Kampagne »Too Hot To Work – Zu heiß zum Arbeiten«. Sie fordert etwa verbindliche Hitzeschutzregelungen für Arbeitsplätze im Freien, klare Temperatur- und Belastungsgrenzen und angepasste Arbeitszeiten bei extremer Hitze.
»Wer am Tag mehrere Stunden bei mehr als 33 Grad auf einem Dach arbeitet, Beton verarbeitet, Straßen baut oder Pflaster verlegt, trägt ein erhebliches Gesundheitsrisiko«, sagte Burckhardt. Jährlich sind demnach Millionen hitzebedingter Arbeitsunfälle und Erkrankungen zu verzeichnen. Die Folgen reichten von Konzentrationsverlust, Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis hin zu Hitzschlag, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und tödlichen Unfällen. Gleichzeitig steige mit zunehmender Hitze das Unfallrisiko, weil Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit nachlassen.
Musikfestival in den Niederlanden wegen Hitze abgebrochen
Das Hardstylefestival Defqon.1 in den Niederlanden ist wegen der großen Hitze vorzeitig beendet worden. Alle Besucher der Veranstaltung in Biddinghuizen seien um Mitternacht informiert worden, teilten die Veranstalter mit. Die Besucherinnen und Besucher sollten den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam am Freitag verlassen. Defqon.1 ist nach Angaben der Organisatoren eines der größten Hardstyle- und Hardcore-Festivals der Welt mit mehr als 70.000 Besuchern pro Tag. Es hatte am Donnerstag begonnen und sollte bis Sonntag dauern.
Zum ersten Mal in der Geschichte hat der Wetterdienst in den Niederlanden für einen großen Teil des Landes Code Rot ausgerufen, die höchste Warnstufe. Es werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet.
Wie sich Tiere bei Hitze abkühlen
Müssen sich Schweine bei Sonne eincremen? Hält Ohrenwackeln den Kopf kühl? Um sich bei Hitze Abkühlung zu verschaffen, haben manche Tiere besondere Methoden entwickelt. Meine Kollegin Antonia Bauer hat sich angeschaut, wie Tiere mit der Hitze umgehen.
Mehrheit der Kliniken hat keine Klimaanlagen für Patienten
Kranke sind eine Personengruppe, der die Hitze besonders zu schaffen machen kann. Umso wichtiger wären kühle Patientenzimmer. Doch Klimaanlagen in den Zimmern von Patienten sind dem Marburger Bund zufolge in deutschen Krankenhäusern noch längst keine Selbstverständlichkeit. »Die meisten Intensivstationen in Deutschland sind mittlerweile klimatisiert, aber dann hört es auch schon fast auf. Nur ein Drittel der Häuser haben klimatisierte Patientenzimmer«, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, im ZDF-Morgenmagazin. Klare Vorgaben gebe es nur für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte schlicht die Hitze nicht aushielten.
Abhilfe wird Johna zufolge teils mit provisorischen Lösungen geschaffen: »Wir bitten oft auch Angehörige, zum Beispiel Kühlakkus von zu Hause mitzubringen, die kurzzeitig Erleichterung verschaffen.« Für Patienten sei die Hitze sehr belastend und auch eine Gefahr. So heilten etwa Wunden schlechter bei hohen Temperaturen. »Man muss eben realistisch sagen, in solchen Hitzewellen sterben Menschen häufiger. Das ist statistisch eindeutig so, und zwar auch im Krankenhaus«, sagte Johna.
Levin Kubeth
Deutschlandressort
Leseempfehlung: »Hitzefrei klingt toll, funktioniert heute aber nicht mehr«
Heute dürften viele Schülerinnen und Schüler hitzefrei haben. Für Schulen ist das ein Problem. Denn in vielen Familien arbeiten beide Elternteile. »Wenn ich da ›Hitzefrei‹ anordne, habe ich nachher 80 Prozent der Schüler in der Notbetreuung sitzen«, sagt Oliver Hintzen. Er ist selbst Schulleiter und stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Baden-Württemberg.
Lesen Sie hier, wie der Rektor stattdessen bei Hitze vorgeht und was er sich für Schulen wünscht.
Hitze im Transporter – Polizei rettet eingeschlossenen Mann
Bei 25 Grad Außentemperatur und praller Sonne ist ein 22-Jähriger auf einem Autobahnrastplatz bei Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) in seinem Transporter eingeschlossen und von der Polizei gerettet worden. Die Hecktür des Fahrzeugs war am Donnerstag zugefallen, als sich der Mann zum Ausruhen in den Laderaum gelegt hatte, wie die Polizei nun mitteilte. Da er sich nicht mehr selbst befreien konnte, wählte er den Notruf. Die Beamten befreiten den Mann. Er litt wegen der hohen Temperaturen im Wagen bereits an Atemnot. Schwerwiegende gesundheitliche Folgen blieben jedoch aus.
Bevölkerungsschutztag mit Dobrindt wegen Hitze verschoben
Um die Bevölkerung vor der Hitze zu schützen, findet der für diesen Samstag geplante Bevölkerungsschutztag mit zentraler Veranstaltung in Freiburg nicht statt. Es soll einen neuen Termin geben, voraussichtlich im Herbst, teilte das Bundesinnenministerium mit.
Beim Bevölkerungsschutztag soll bundesweit über Themen des Zivil- und Katastrophenschutzes informiert werden, Organisationen und Einsatzkräfte aus dem Bevölkerungsschutz zeigen ihre Arbeit. Im Südwesten werden für das Wochenende neue Hitzerekordwerte erwartet. Laut der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnten die Werte am Samstag auf 37 bis 41 Grad, in der Kurpfalz lokal auf 42 Grad steigen.
Saarland meldet neue Juni-Höchsttemperatur
Am Donnerstag wurden nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Perl-Nennig im Landkreis Merzig-Wadern 38,8 Grad Celsius gemessen – so viel wie noch nie zuvor in einem Monat Juni an einer DWD-Wetterstation in dem Bundesland.
Die nur wenige Tage alte Juni-Rekordtemperatur von 37,5 Grad, die ebenfalls auf vorläufigen Daten beruht und am 20. Juni in Saarbrücken-Burbach gemessen worden war, wurde am Donnerstag sogar ein weiteres Mal übertroffen: In Weißkirchen (Landkreis Merzig-Wadern) zeigte das Thermometer 38,4 Grad an.

Paris führt erneut Alkoholverbot im Freien ein
Die französischen Behörden führen erneut Einschränkungen beim Alkoholkonsum ein. In Paris wird ab Freitagmittag ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum gelten. Das kündigte der Pariser Polizeichef Patrice Faure an. Alkohol könne bei der aktuellen Hitze »verheerende Auswirkungen« auf die Gesundheit haben, so Faure.
Bereits am vergangenen Sonntag hatten die französischen Behörden in besonders von der Hitze betroffenen Regionen den Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt. Die Maßnahme wurde am Wochenende im Zusammenhang mit der landesweiten Fête de la Musique erlassen, um Rettungsdienste und medizinisches Personal zu entlasten.

Dresden: Stadt untersagt Wasserentnahme aus Gewässern
Aufgrund anhaltender Trockenheit hat die Stadt Dresden die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen, Teichen und anderen oberirdischen Gewässern verboten. Die entsprechende Allgemeinverfügung der Unteren Wasserbehörde gilt seit Mittwoch und bleibt zunächst bis zum 31. Oktober in Kraft.
Demnach ist sowohl das Abpumpen als auch das Schöpfen von Wasser aus kleineren Gewässern untersagt. Wer gegen diese Regelung verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Ausgenommen sind Wasserentnahmen, für die bereits eine wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt. Die Inhaber solcher Genehmigungen müssen jedoch die jeweiligen Auflagen beachten.
Chiemsee könnte sich auf über 30 Grad aufheizen
Im Chiemgau, dem Stückchen Bilderbuchbayern am Alpenrand zwischen Salzburg und Rosenheim, verläuft die Hitzewelle bislang halbwegs erträglich. Über dem Chiemsee weht sanfter Wind, keine Wolke am Himmel, 31 Grad. Doch allzu viele Menschen tummeln sich nicht am größten Binnengewässer des Freistaats. Am Ostufer, in der Ortschaft Chieming, plantschen hauptsächlich Kinder am Kiesstrand, vom Dampfersteg springen Jugendliche ins gar nicht mehr so kühle Nass. 28,1 Grad misst der in einem Meter Tiefe angebrachte Temperaturfühler um 18.30 Uhr in der Chieminger Bucht.
Die idyllische Region gilt zwar als eine der regenreicheren Gegenden Deutschlands. Doch der Pegel des Sees ist aktuell relativ niedrig, Folge ausbleibender Niederschläge im Frühjahr. »Wenn es am Wochenende noch heißer wird, könnte die Wassertemperatur die Marke von 30 Grad überspringen«, sagt Chiemings Bürgermeister Stefan Reichelt dem SPIEGEL. Der CSU-Politiker ist froh, dass trotz der Hitze der durch den Ort fließende Krebsbach unvermindert viel Wasser führt. »Das reicht aber nicht, um den See abzukühlen.«

Hitze belastet Autobahnen in Sachsen-Anhalt: A2 nach Fahrbahnschaden gesperrt
Die anhaltende Hitzewelle sorgt auf den Autobahnen in Sachsen-Anhalt für Probleme. Besonders betroffen ist derzeit die A2. Am Donnerstagmorgen ist zwischen den Anschlussstellen Burg-Ost und Burg-Zentrum in Fahrtrichtung Hannover ein Hitzeschaden entstanden. Laut der Autobahn GmbH wurden der Last- und Standstreifen beschädigt. Zudem stellten Experten Vorschäden auf den beiden Überholspuren fest.
Die Autobahn musste daraufhin vollständig gesperrt werden. Die beschädigte Betondecke soll durch Asphalt ersetzt werden. Eine Freigabe des betroffenen Abschnitts wird nach aktuellem Stand erst für Sonntagnachmittag erwartet.
Schweiz meldet Juni-Temperaturrekord
Mit 38 Grad in Basel hat die Schweiz die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur verzeichnet. Damit sei der bisherige Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen, teilte der Schweizer Wetterdienst Meteoschweiz mit. Auch vor fast acht Jahrzehnten war die höchste Juni-Temperatur in Basel gemessen worden. Wegen der Hitzewelle gilt auch in weiten Teilen der Schweiz die höchste Hitze-Warnstufe. Am höchsten sind die Temperaturen im Norden der Schweiz, wo außer in Basel in mindestens fünf Wetterstationen das Thermometer über 37 Grad anzeigte.
Leseempfehlung: So halten Sie Ihre Wohnung kühl
Wie lässt sich verhindern, dass die Hitze ins Haus kommt? Mein Kollege Matthias Kaufmann hat dazu Hayder Alsaad befragt. Er forscht am Lehrstuhl für Bauphysik der Uni Weimar zum thermischen Komfort in Innenräumen. Den Text über die Vor- und Nachteile verschiedener Kühlungsmethoden finden sie hier.
London verzeichnet historische Zahl an Notfalleinsätzen
In London bringt die Hitze die Rettungsdienste an ihre Grenzen. In der britischen Hauptstadt registrierten diese am Mittwoch wegen der »extremen Hitze« einen »historischen Rekord an Notfalleinsätzen«. Sie rückten zu 642 lebensbedrohlichen Notfällen aus, darunter Herzinfarkte oder Patienten, die nicht atmeten, wie der Dienst der Londoner Ambulanzen mitteilte. Wegen der Hitze wurden diese Woche 400 zusätzliche Rettungsteams eingesetzt.
Hitze-Impressionen: Wasser, bitte!
Große Teile Europas leiden unter der Hitzewelle. Eindrücke aus verschiedenen Ländern.
Lesetipp: Wenn der Beton platzt und Asphalt aufweicht
Auch Straßenbeläge leiden unter der Hitze, mitunter drohen gefährliche Blow-ups der Betondecke. Auf einigen bayrischen Autobahnabschnitten wurde deshalb vorsorglich ein Tempolimit verhängt. Lesen Sie hier den Bericht meines Kollegen Lukas Kissel, welche überraschenden Lösungen Straßenbauexperten empfehlen.
Winterdienstfahrzeug im Hitze-Einsatz
Auf der Landstraße 2038 im Unstrut-Hainich-Kreis ist ein Winterdienstfahrzeug unterwegs, um Wasser zu versprühen. Dadurch werde der Asphalt gekühlt, teilte eine Sprecherin des Thüringer Landesamts für Bau und Verkehrs mit. In den Sommermonaten sind Asphaltstraßen teils hohen Belastungen durch Hitze ausgesetzt. Dadurch kann es etwa zu Verformungen der Fahrbahn kommen. Das Kühlen der Straße ist eine Möglichkeit, Hitzeschäden vorzubeugen. Bei Start- und Landebahnen an Flughäfen ist dies gängig. Bei Lengefeld, einem Ortsteil der Gemeinde Unstruttal, soll die Straßenkühlung zwischen 8 und 18 Uhr weitergehen, bis die Temperaturen wieder niedriger sind.
600 Ferkel ohne Wasser: Autobahnpolizei stoppt Tiertransport in Bayern
Die Autobahnpolizei hat auf der A8 in Bayern einen Tiertransport mit 600 Ferkeln gestoppt. Die Wassertränken der Tiere waren in der Hitze schon leer, hieß es von der Polizei in Augsburg. Die Beamten wiesen den Fahrer demnach an, den Transporter an einem schattigen Platz abzustellen, und riefen die Feuerwehr.
Die Feuerwehr habe die Wassertränken aufgefüllt und die Ferkel mit einem Wassersprühnebel gekühlt. Die Tiere seien nach Absprache mit dem Veterinäramt zu einer Notstation gebracht worden. Die Autobahnpolizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen den Fahrer und dessen Auftraggeber.
Waldbrandgefahr in Schleswig-Holstein steigt deutlich
Die Waldbrandgefahr in Schleswig-Holstein ist durch das sonnige und trockene Wetter deutlich erhöht. Aktuell besteht bereits die zweithöchste Warnstufe für die Gefahr von Bränden auf Wiesen und in Wäldern, wie der Landesfeuerwehrverband mitteilt.
»Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich Brände auf Feldern, Wiesen oder in Wäldern sehr schnell ausbreiten können. Oft reichen schon kleine Unachtsamkeiten aus, um einen Brand auszulösen«, so Landesbrandmeister Jörg Nero. Daher seien alle Bürger gebeten, vorsichtig zu sein und kein offenes Feuer in Waldnähe zu machen und auch keine Zigaretten in die Natur zu werfen.
Hohe Ozonwerte in NRW – Warnung für empfindliche Gruppen
In Nordrhein-Westfalen steigt durch das aktuell extrem sommerliche Wetter auch die Ozonbelastung. An mehreren Messstellen wurde die sogenannte Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, wie das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) mitteilt. Ozon kann Symptome wie Schleimhautreizungen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit verursachen. An den Messstellen in Bottrop-Welheim, Duisburg-Walsum und Mülheim-Styrum wurde zudem die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Quadratmeter überschritten.
Bei Ozonwerten über der Informationsschwelle wird besonders empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Auch Menschen mit Arbeitsplätzen im Freien, Sportler, Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. Sportliche Aktivitäten sollten möglichst auf die frühen Vormittags- oder die Abendstunden verlegt werden, heißt es vom Lanuk. Wer sich im Freien aufhalte, solle zudem an ausreichenden Sonnenschutz denken.
Paris: Touristen flüchten vor der Hitze in den Louvre
Der Louvre, das wohl französischste aller Museen, wird in der Hitzewelle zum Fluchtpunkt für amerikanische Touristen. Aktuell steht das Thermometer in Paris bei 39 Grad, es sind Temperaturen, die man sonst aus Arizona oder dem Süden Kaliforniens gewohnt ist – Gegenden freilich, in denen es vollkommen unvorstellbar ist, in eine Wohnung zu ziehen oder in ein Restaurant zu gehen, das keine Klimaanlage hat. In Paris hielt man bisher von »la clim« ungefähr so viel wie von Donald Trump, was nun die Touristen aus den USA vor die schwierige Frage stellt: wohin bloß?
Unter der ikonischen Glaskuppel des Architekten I.M. Pei drängen sich viele Amerikaner, die das Glück hatten, sich rechtzeitig online ein Ticket zu sichern. Die Klimaanlage funktioniert hier halbwegs zuverlässig, das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet, dass der Louvre in der Hitzewelle schon um 16 Uhr schließt, weil die altersschwache Klimaanlage nicht in der Lage ist, alle Räume gleichmäßig zu kühlen.
Frankreich: Trinkwassermangel im Pariser Umland
Im Pariser Umland ist in mehreren Orten die Versorgung mit Trinkwasser nicht mehr gewährleistet. Die Bewohner von neun Dörfern im Département Val d'Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, teilt das Unternehmen Veolia mit. Betroffen sind demnach insgesamt etwa 8300 Menschen. Der Wasserverbrauch war wegen der Hitzewelle in der Gegend um 30 Prozent gestiegen. Dies hatte zur Folge, dass das Wasserversorgungsnetz nicht mehr ausreichte. Bei vergangenen Hitzeperioden war es in Frankreich bereits häufiger zu Wasserknappheit gekommen, allerdings eher im Süden des Landes und im Hochsommer.
Für den heutigen Donnerstag wird in Frankreich der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle erwartet, die die heißesten Tage und wärmsten Nächte seit Beginn der Aufzeichnungen mit sich bringt. Derzeit gilt in 72 von 101 französischen Départements die höchste Warnstufe. Damit sind so viele Départements betroffen wie nie zuvor. In Paris waren Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius vorhergesagt.
Stuttgart: Bis zu 100.000 Euro Bußgeld bei Verstoß gegen Wasserverbot
Wegen Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser verbietet die Landeshauptstadt Stuttgart die Entnahme von Wasser aus Bächen, Seen und Flüssen. Das Verbot gilt von Samstag bis einschließlich 31. August und kann bei andauernder Trockenheit verlängert werden, wie die Stadt mitteilt.
Das Verbot umfasse alle Wasserentnahmen im Rahmen des Gemeingebrauchs – so dürfe kein Wasser mehr für den privaten Gebrauch geschöpft oder abgepumpt werden. Bei Missachtung ist demnach mit Geldbußen von bis zu 100.000 Euro zu rechnen. Auch kleinste Wasserentnahmen haben laut Andreas Neft, Leiter des Amts für Umweltschutz, erhebliche Auswirkungen auf die Bäche.
AKW in der Schweiz droht Abschaltung
Wegen der Hitzewelle muss das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz womöglich heruntergefahren werden. Das kann nach Angaben des Energieunternehmens Axpo am Freitag der Fall sein. Grund ist die hohe Temperatur des Flusses Aare. Ist der Fluss nach Einleitung des für die beiden Reaktoren benötigten Kühlwassers drei Tage lang wärmer als 25 Grad, müsse das AKW heruntergefahren werden, teilt Axpo mit. Dies geschehe mit Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt des Flusses.
Die Leistung der etwa 55 Jahre alten Reaktoren war den Angaben zufolge schon am Dienstag um die Hälfte reduziert worden. Für deren Betrieb wird Wasser aus der Aare entnommen, das die Reaktoren kühlt und sich dabei um einige Grad erwärmt. Das Wasser wird dann in den Fluss zurückgeleitet und kann zu dessen Temperatursteigerung beitragen.
Cottbus verbietet Grablichter
Die Hitzewelle hat auch Folgen für Friedhöfe. Grablichter auf Cottbuser Friedhöfen seien ab sofort untersagt, teilt die Stadt mit. Grund sei die hohe Brandgefahr durch die anhaltende Trockenheit. Die Stadtverwaltung bat die Bürger um Verständnis und darum, alternative Möglichkeiten des Gedenkens in Erwägung zu ziehen.
Arbeit zwischen 33 und 210 Grad
Manche Menschen haben das Glück, bei diesen Temperaturen in klimatisierten Büros arbeiten zu können. Andere haben es nicht so leicht. Diese Asphaltbauer in Potsdam zum Beispiel belegen bei 33 Grad in der Mittagssonne eine Straße mit 210 Grad heißem Gussasphalt.
Bayern: Zahl hitzebedingter Rettungseinsätze steigt
Auch die Rettungskräfte und Krankenhäuser in Bayern haben derzeit mehr zu tun. »Mehr Menschen brauchen hitzebedingt unsere Hilfe wegen Sonnenstich, wegen Hitzeschlag«, erklärte Claire Kolodinski vom Bayerischen Roten Kreuz in München. Das treffe nicht nur Alleinlebende, Ältere oder Pflegebedürftige. »Es sind jetzt auch mehr Menschen an Seen. Dann passieren dort natürlich auch Unfälle, im Wasser oder dann auch eben der Hitzeschlag.«
Das Universitätsklinikum Würzburg registriert derzeit ebenfalls mehr Menschen, denen hitzebedingt geholfen werden muss. Junge Erwachsene kämen etwa, weil sie sich bei Sport oder auf der Arbeit überanstrengt hätten, sagte Klinksprecher Stefan Dreising. Jugendliche Patienten hätten mitunter zu viel Alkohol bei der Wärme getrunken. Senioren kämen, weil sie zu wenig Flüssigkeit zu sich nähmen. Insgesamt liege das Patientenaufkommen saisonal aber noch im normalen Bereich.
SPIEGEL-Debatte: Wie gehen Sie mit der Hitze um?
Bei der Arbeit, in der Schule, im Verein: Die Hitze ist eines der beherrschenden Themen dieser Tage. Wie erleben Sie die hohen Temperaturen und wie gehen Sie damit um? Hier bei SPIEGEL-Debatte können sie Ihre Erfahrungen schildern.
Die Wetterwende lässt noch auf sich warten – und birgt Risiken
Noch drei Tage unter der Hitzeglocke durchhalten, dann zumindest etwas Abkühlung: Diese Aussicht erscheint derzeit wohl vielen Menschen verlockend. Aber die Wetterwende könnte gefährlich werden. Beispiel Baden-Württemberg: Ab Sonntagnachmittag sind im Südwesten niedrigere Temperaturen und auch Regen und Schauer in Sichtweite. In der Nacht zum Montag soll es eine deutliche Abkühlung um etwa zehn Grad geben, die sich laut Deutschem Wetterdienst über die ganze kommende Woche hinweg halten dürfte. Heißt: Nachts zwischen 13 und 17 Grad, am Tag zwischen 27 und 30 Grad.
Das hat aber auch Nachteile. In der Nacht zu Montag kann es lokal zu schwersten Unwettern kommen, mit 50 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde. Auch Großkorn-Hagel ist laut DWD möglich, örtliche Überschwemmungen und schwere Sturmböen bis hin zu Orkanböen könnten im Südwesten für zusätzliche Gefahr sorgen.
Wandern bei Hitze: Das sollte man beachten
Die Bergwacht im Harz warnt vor den Risiken bei Wanderungen in der Sommerhitze. Demnach
- unterschätzen viele Menschen die Belastung durch die Hitze,
- starten ihre Touren zu spät oder
- trinken zu wenig.
Die Bergwacht empfiehlt, Touren möglichst in die frühen Morgenstunden zu legen und die eigene Kondition realistisch einzuschätzen. Bei gesundheitlichen Einschränkungen, wenig Wandererfahrung oder längeren geplanten Strecken sollte man erwägen, die Tour auf einen kühleren Tag zu verschieben. Für Wanderungen in der Hitze sollten pro Person mindestens zwei bis drei Liter Trinkwasser, eine Kopfbedeckung, Sonnenschutz sowie leichte Kleidung im Rucksack sein. Auch Energiereserven wie Obst oder Müsliriegel, ein geladenes Mobiltelefon, persönliche Medikamente und eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung werden empfohlen.
Mehr als 200 Hitzetote in Spanien seit Sonntag
Wegen der Rekordhitze sind in Spanien in den vergangenen Tagen nach Behördenangaben mehr als 200 Menschen gestorben. Mindestens 212 Todesfälle zwischen Sonntag und Mittwoch könnten den extremen Temperaturen zugeordnet werden, teilt das Gesundheitsinstitut Carlos III. mit.
Die Schätzung basiert auf einer Datenbank, mit der die aktuellen täglichen Sterbefälle mit statistischen Daten aus der Vergangenheit abgeglichen werden. Insgesamt gab es in Spanien demnach zwischen Mitte Mai und Ende September vergangenen Jahres 3832 Hitzetote.
Höchstwert für wärmste Nacht in Deutschland eingestellt
Die vergangene Nacht zieht nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit der wärmsten Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gleich. Im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern fiel die Temperatur nicht unter 26,2 Grad. Bisheriger Rekordhalter war der Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 ebenfalls nicht unter 26,2 Grad gesunken war.
Formel 1: Hitzewarnung in Österreich
Die Formel 1 hat mit einer Hitzewarnung auf die hohen Temperaturen in Europa reagiert. Für den Großen Preis von Österreich verkündete die Rennleitung die Maßnahme, da im Laufe des Wochenendes die Temperaturen den Grenzwert von 31 Grad überschreiten sollen. Seit der vergangenen Saison sind die Teams im Falle einer Hitzewarnung verpflichtet, Komponenten eines Kühlsystems ins Auto zu bauen.
2025 fand die Regel etwa im texanischen Austin und in Singapur Anwendung. Laut Vorhersagen steigen die Temperaturen am Red Bull Ring in Spielberg im Laufe des Wochenendes auf bis zu 36 Grad.
Paris wird zum Freibad
Paris wird in der Hitze des Sommers zu einem Freibad. Schon an kühleren Abenden ist das Ufer des Canal St. Martin voll von Schülern und Studenten, die sich mit Freunden ein Bier oder eine Flasche Wein teilen, um den Preisen in den umliegenden Bistros zu entgehen. Jetzt ist der Kanal, einst von Napoleon erbaut, zu einer Art öffentlichem Pool mutiert, in dem ganz offiziell das Abkühlen erlaubt ist, wenn auch nur in einem etwa hundert Meter langen Teilstück – und nur bis 21 Uhr abends.
Allerdings lässt die Hitze auch die Regeln dahinschmelzen. Derzeit baden viele Pariser bis tief in die Nacht in dem Kanal, und besonders beliebt sind Sprünge von den malerischen Fußgängerbrücken, die – natürlich – streng verboten sind.
Bundestag debattiert über Hitzeschutz
Die Hitze ist auch im Bundestag angekommen: Ab 20.50 Uhr befasst sich das Parlament mit dem Thema Hitzeschutz. Sowohl die Grünenfraktion als auch die Linkenfraktion haben dazu Anträge eingereicht. Darunter etwa: »Städte klimafit machen«, »Krisenresilienz in der Pflege stärken« und »Hitzefrei für Beschäftigte – Sonnen- und Hitzeschutz am Arbeitsplatz ernst nehmen«.
»Während die Temperaturen steigen, schaut Schwarz-Rot beim Hitzeschutz weg«, sagt die Julia Schneider, Abgeordnete der Grünen. Die Bundesregierung streiche Förderungen für neue Klimaanpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen, der Hitzeschutz in Kommunen bleibe unterfinanziert. Wer bei der Klimaanpassung spare, verschärfe auch die soziale Ungleichheit, so Schneider. »Fünf Milliarden Euro aus dem Sondervermögen müssen jetzt für Klimaanpassung in den Kommunen mobilisiert werden«, fordert sie: »Mit dem Geld können Kitas und Pflegeheime in Hitzeschutz investieren und Städte sich für die Klimakrise wappnen. Hitzeschutz rettet Leben.«
Was kann ich tun, wenn es im Zug unerträglich heiß wird?
Funktioniert die Klimaanlage im Zug, geht eine Bahnfahrt in der aktuellen Hitze fast schon als willkommene Abkühlung durch. Doch was ist, wenn die Technik mal nicht mitspielt und es im Zug heiß wird?
Wenn sich die Situation unangenehm anfühlt, ist es nicht ratsam, einfach auszuharren und zu warten. Stattdessen sollte man sofort das Zugpersonal ansprechen, wenn die Kühlung nicht korrekt zu laufen scheint und sich der Wagen aufheizt, empfiehlt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Viele Züge haben auch Sprechanlagen, über die man auf mögliche Probleme hinweisen kann. Bestenfalls ist nur die Anlage falsch eingestellt und das Problem schnell gelöst. Bei größeren Defekten wird der betroffene Wagen geräumt und die Fahrgäste umgesetzt. Betrifft das Problem den ganzen Zug, müssen notfalls alle aussteigen.
Stadt Dresden verhängt Wasserentnahmeverbot
Wegen Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser in den Bächen und Flüssen verhängt die Landeshauptstadt Dresden ein Wasserentnahmeverbot. Die Untere Wasserbehörde hat das Verbot einer Mitteilung der Stadt zufolge vom gestrigen Mittwoch an verhängt. Bis Ende Oktober dürfen Eigentümer und Anlieger nach derzeitigem Stand deshalb kein Wasser aus den »oberirdischen Gewässern« der Stadt entnehmen.
Das Verbot gelte gleichermaßen für große Gewässer wie die Weißeritz und die Prießnitz als auch für kleinere Bachläufe. Untersagt ist auch das »Schöpfen mit Handgefäßen«. Die »extrem niedrigen Wasserstände werden nach den derzeitigen Wetterprognosen auch in den kommenden Wochen nicht durch Niederschläge ausgeglichen werden können«, heißt es weiter. »Um den Naturhaushalt zu schützen«, sei die Entscheidung deshalb getroffen worden, sagte René Herold, Umweltamtsleiter der Stadt. Bei Missachtung des Verbots droht ein Bußgeld in Höhe von mindestens 50 Euro, teilt die Stadt weiter mit.
Lesetipp: Hitze ist ein Massenmörder und ein Wachstumskiller
»Hitze kostet Tausende Leben und schadet der Wirtschaft massiv. Deutschland muss endlich aufhören, sie zu verharmlosen«, schreibt meine Kollegin Susanne Götze. Ihren SPIEGEL-Leitartikel lesen Sie hier.
Jedes Jahr sterben laut WHO rund 500.000 Menschen an Hitzefolgen
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der tödlichen Gefahr von hohen Temperaturen. »Extreme Hitze zählt zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen, die durch den Klimawandel entstehen«, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. Rund eine halbe Million Menschen würden jährlich weltweit an Hitzefolgen sterben, doch viele dieser Todesfälle seien vermeidbar, sagte Tedros. Der Fokus der Schutzmaßnahmen sollte aus Sicht der WHO besonders auf Risikogruppen liegen. Dazu gehören nicht nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder, sondern auch Arbeiter und sozial benachteiligte Menschen.
Laut einer wissenschaftlichen Studie zu globalen Temperaturen und Todesfällen zwischen 2000 und 2019 gab es in dem Zeitraum zwar weitaus mehr Kälte- als Hitzetote. Doch die Forscher fanden auch heraus, dass die kältebedingte Todesrate in diesem Zeitraum abnahm, während die hitzebedingte Todesrate anstieg.
Frankreich: Geflügelindustrie geht von Hunderttausenden toten Tieren aus
Die extreme Hitze in Frankreich hat tödliche Folgen für Geflügel. Yann Nedelec, Leiter des französischen Geflügelindustrieverbands ANVOL, schätzt, dass mindestens mehrere Hunderttausend Tiere sowohl in Stall- als auch in Freilandhaltungen verendet seien. Es sei aber noch zu früh, um eine genaue Zahl zu nennen. Die Landwirtschaftskammern der Bretagne und der Region Pays de la Loire, die zusammen 60 Prozent des französischen Geflügelbestands in Frankreich ausmachen, warnen vor einem »massiven« Geflügelsterben.
Clement Blanchard, Hühnerzüchter in der Region Pays de la Loire, sagte, er habe innerhalb weniger Tage etwa 700 Hühner verloren, normalerweise seien es ein oder zwei Hühner pro Tag. »Wir stehen bei unseren Tieren vor dem gleichen Problem wie wir selbst: Sie leiden enorm unter der Hitze, und daher kommt es in Zeiten wie diesen zu ungewöhnlich hohen Sterberaten«, sagte der Hühnerzüchter.
Bahn-Kunden können kostenlos ihr Ticket stornieren
Wer angesichts der erwarteten Hitze in der zweiten Wochenhälfte eine geplante Bahnreise nicht antreten will, kann diese nun kostenfrei stornieren. Die Deutsche Bahn bietet erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz an, wie der Konzern mitteilt. »Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten möchte, bekommt sein Geld zurück.«
Die Möglichkeit gilt demnach für Tickets für eine Fernverkehrsreise bis einschließlich 30. Juni, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Das umfasse auch Spar- und Supersparpreis-Tickets. Mehr dazu lesen Sie hier.
Hitze fordert Fußballfans heraus
Ob Public Viewing oder Fußball-Gucken im heimischen Garten – der späte Anpfiff des Fußball-WM-Spiels Ecuador gegen Deutschland um 22 Uhr dürfte Fans angesichts der hohen Temperaturen entgegenkommen. Tagsüber hält die Hitzeglocke Deutschland weiter im Griff, in der Nacht wird es dann etwas kühler.
Europäischer Gewerkschaftsbund fordert »Abkühlpausen« für Arbeitnehmer
Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hat angesichts der Hitzewelle in Westeuropa nach Vorbild der Trinkpausen bei der Fußball-WM in den USA »Abkühlpausen« für europäische Arbeitnehmer gefordert. Es handle sich um »ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit an den Klimawandel angepasst werden kann«, erklärte EGB-Generalsekretärin Esther Lynch. Allerdings bräuchten Bauarbeiter, Obstpflücker oder Busfahrer »deutlich länger als drei Minuten, um sich zu erholen«, fügte sie hinzu.
»Die während der Weltmeisterschaft eingesetzten Abkühlpausen haben das Augenmerk auf die Gefahr gelenkt, die von extremer Hitze für Beschäftigte ausgeht«, sagte Lynch. Der Weltfußballverband Fifa hat bei der diesjährigen WM dreiminütige Trinkpausen zur Mitte jeder Halbzeit vorgeschrieben.
»Nächstenliebe« in der Hitze – Evangelische Kirche bietet Schutz in kühlen Räumen
Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, lädt Bürgerinnen und Bürger ein, Schutz in kühlen Kirchenräumen zu suchen. »Nächstenliebe zeigt sich auch darin, Menschen vor den Folgen extremer Hitze zu schützen«, sagte sie der »Rheinischen Post«.
Im Rahmen der Aktion »Kühle Kirchen« hätten viele Gemeinden ihre Türen geöffnet, sagte Fehrs. »Sie bieten Menschen einen Ort zum Ausruhen, Durchatmen und Schutz vor der Hitze.« Christliche Verantwortung zeige sich darin, »Menschen beizustehen, die auf Hilfe angewiesen sind«.
Lesetipp: Sie wollen eine Klimaanlage für Ihre Wohnung? Das müssen Sie wissen
Um die 40 Grad am Wochenende: Wem Ventilatoren nicht ausreichen, der denkt womöglich über eine Klimaanlage für die Wohnung nach. Nicht nur Mieter müssen dabei einiges beachten. Lesen Sie hier den Überblick unserer Kollegin Anastasia Trenkler.

Frankreich: Temperatur-Rekord am zweiten Tag in Folge
Der Rekord für den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen ist in Frankreich am zweiten Tag in Folge gebrochen worden. Basierend auf den Angaben von 30 Messstationen lag der Durchschnittswert aus Tag- und Nachttemperaturen am Mittwoch um 17 Uhr bei 30 Grad, wie der Wetterdienst Météo-France mitteilte. Erst am Vortag war mit 29,9 °C ein Rekord bei den seit 1947 erhobenen Temperaturaufzeichnungen aufgestellt worden.
In der Hauptstadt Paris kletterte das Thermometer auf 40,3 Grad. Das war erst das vierte Mal in 150 Jahren, dass diese Marke überschritten wurde, und das erste Mal in diesem Jahr. Die landesweit höchste Temperatur wurde mit jeweils 43,8 Grad in den Gemeinden Pallau und Pissos im Westen des Landes gemessen.
Lesetipp: Warum ist es in Bus und Bahn so unerträglich heiß?
Berlins neuen U-Bahnen fehlen Klimaanlagen, nun erleben sie den ersten Stresstest. Auch in anderen Städten müssen Fahrgäste im Nahverkehr schwitzen. Warum Abhilfe nicht so leicht ist. Der SPIEGEL machte den Hitzetest – das Ergebnis fiel eindeutig aus. Lesen Sie hier den Text unseres Kollegen Lukas Kissel.
SPIEGEL-Korrespondent Jörg Schindler meldet sich mit Hitze-News aus Österreich:
39 Grad. Das ist die Spitzentemperatur, die Anfang der Woche in Wiener Klassenzimmern gemessen wurde. Auch aus etlichen anderen Pflichtschulen in der österreichischen Hauptstadt wurden Werte weit über der 30-Grad-Marke gemeldet. Für die Schülerinnen und Schüler aus der Alpenrepublik sind das allerdings keine guten Nachrichten, denn überraschenderweise kennen die Behörden in unserem Nachbarland so etwas wie »hitzefrei« nicht. Wie der ORF etwas verblüfft meldet, findet sich kein entsprechender Passus im Schulzeitgesetz, das noch aus Zeiten stammt, als im Juni lediglich ein laues Lüftchen wehte. Und einem diesbezüglichen »Schnellschuss« erteilte das Bildungsministerium soeben eine Absage. Bis zum 4. Juli werden die Pennäler also noch durchhalten müssen – dann beginnen die Sommerferien. Das Dumme: Auf dem Weg dahin sollen die Temperaturen in Wien bis auf 39 Grad klettern. Gemessen außerhalb von Klassenzimmern. Wie es dann drinnen sein wird, will man sich eher nicht ausmalen.

Hitze in Italien: Höchste Warnstufe für 16 Städte
Wegen extrem hoher Temperaturen hat das italienische Gesundheitsministerium für 16 Städte, darunter Rom und Mailand, die höchste Hitze-Alarmstufe ausgerufen. Zu den damit verbundenen Ratschlägen gehört es, sich in den heißesten Stunden des Tages drinnen aufzuhalten, viel zu trinken und nur leichte Speisen zu sich zu nehmen.
Derzeit herrscht in weiten Teilen Europas eine Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius. In Frankreich gilt seit Montag für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe „Rot”, auch für England wurden Hitzewarnungen veröffentlicht. Auch Belgien, die Niederlande und Deutschland sind von der Hitze betroffen. In Deutschland kamen am Wochenende fünf Menschen bei Badeunfällen ums Leben.
WHO-Chef: 500.000 Hitzetote weltweit pro Jahr
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der aktuellen Hitzewelle vor der tödlichen Gefahr von hohen Temperaturen. »Extreme Hitze zählt zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen, die durch den Klimawandel entstehen«, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Genf.
Rund eine halbe Million Menschen würden jährlich weltweit an Hitzefolgen sterben, doch viele dieser Todesfälle seien vermeidbar, sagte Tedros. Der Fokus der Schutzmaßnahmen sollte aus Sicht der WHO besonders auf Risikogruppen liegen. Dazu gehören nicht nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder, sondern auch Arbeiter und sozial benachteiligte Menschen.
Laut einer wissenschaftlichen Studie zu globalen Temperaturen und Todesfällen zwischen 2000 und 2019 gab es in dem Zeitraum zwar weitaus mehr Kälte- als Hitzetote. Doch die Forscher fanden auch heraus, dass die kältebedingte Todesrate in diesem Zeitraum abnahm, während die hitzebedingte Todesrate anstieg.
Veranstalter sagt Hamburger Halbmarathon ab
Der Halbmarathon in Hamburg findet wegen der Hitze am Sonntag nicht statt. Man könne »aktuell nicht mit Sicherheit ausschließen, dass es zu einer erhöhten Inanspruchnahme von Rettungs- und Einsatzdiensten kommen könnte, mit der Folge, die Grundversorgung der Bevölkerung zu belasten«, hieß es von den Organisatoren. 24.000 Läuferinnen und Läufer hatten sich für den Halbmarathon angemeldet.
Der Leiter des zuständigen Bezirks in Hamburg begrüßte die Entscheidung. »Bei diesen Temperaturen gilt es, unnötige Risiken unbedingt zu vermeiden«, sagte er der »Zeit«. Die Organisatoren kündigten an, das Event später im Jahr nachholen zu wollen. Einen Termin gibt es bislang noch nicht.
Das kalte Herz der Ungerechtigkeit
Bei Temperaturen wie aktuell in Europa können Klimaanlagen Leben retten. Entsprechend werden weltweit immer mehr davon installiert. Die Karte zeigt, wie hoch der Anteil der Haushalte mit einem solchen Gerät im Jahr 2030 sein wird, den Hochrechnungen einer Studie im Fachjournal »Nature Communications« zufolge. Man sieht: In Deutschland bleiben Klimaanlagen die Ausnahme. Ansonsten fällt auf, dass viele reiche Länder besser versorgt sind als die heißen Länder des Globalen Südens.
Auch innerhalb von Entwicklungsländern bleiben Klimaanlagen oft den Wohlhabenden vorenthalten. In manchen Weltregionen wird die Ungleichheit noch zunehmen, prognostizieren die Forscher: Zwar wird es in Südasien und Subsahara-Afrika in den kommenden Jahren viel mehr Klimaanlagen geben als heute, doch der ungleiche Zugang zu den Geräten zwischen Arm und Reich werde sich dort noch verschärfen. Mitte des Jahrhunderts werden weltweit 3,2 Milliarden von Hitze betroffene Menschen über keine Klimaanlage verfügen, so die Studie. Je nach Szenario könnten es auch mehr als vier Milliarden sein.
Mehr Kühlung ist dringend nötig. Sie führt aber auch zu einem viel höheren Strombedarf. Und damit zu einer weiteren Ungerechtigkeit: Wird dieser aus fossilen Quellen gedeckt, bedeutet das mehr Treibhausgasemissionen. Also noch mehr Hitze.
Die rettenden Maschinen
Speiseeis, kühle Getränke, Sonnencreme: Mit diesen Dingen lässt sich bei Hitze Geld verdienen. Doch besonders profitieren dürften die Hersteller von Klimaanlagen. Rund zweieinhalb Milliarden Geräte sind weltweit installiert, schätzt die Internationale Energieagentur. Bis 2050 werde sich die Zahl mehr als verdoppeln. Ein Großteil des Wachstums wird in Indien erwartet.
Mecklenburg-Vorpommern: Feuer auf ehemaligem Truppenübungsplatz ausgebrochen
Bei anhaltender Extremhitze ist ein Flächenbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern ausgebrochen. Die Flammen hätten sich auf eine Fläche von mehr als 42 Hektar ausgebreitet, teilt die Polizei in Neubrandenburg mit. Zur Sicherheit seien bereits Mitarbeiter einer nahen Behindertenwerkstatt aus dem betroffenen Gebiet gebracht worden. Ob weitere Maßnahmen erforderlich seien, hänge von der weiteren Entwicklung des Feuers ab, heißt es.
Laut Polizei geriet Ödland auf einem früheren russischen Übungsplatz kurz vor Neustrelitz in Brand, zahlreiche Feuerwehren waren demnach im Einsatz. Auch ein Krankenhaus sei vorsorglich über das Feuer informiert worden, teilen die Beamten mit. Angesichts anhaltend heißer und trockener Witterung steigt derzeit die Wald- und Flächenbrandgefahr in Deutschland an. In zahlreichen Regionen insbesondere in Süden und Osten werden laut Deutschen Wetterdiensts bis zum Wochenende die zweithöchste oder höchste Indexwarnstufe erreicht.
Hitze in Frankreich: Höchste Warnstufe für Dreiviertel der Bevölkerung
Die massive Hitzewelle weitet sich in Frankreich noch weiter aus: Für etwa Dreiviertel der Bevölkerung gilt am Donnerstag die höchste Hitze-Alarmstufe. Die Alarmstufe Rot umfasst dann 72 von 101 Départements, in 17 Départements gilt die zweithöchste Alarmstufe. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP sind damit 51 Millionen Menschen in Frankreich von extremen Temperaturen betroffen.
Während der Hitzewelle hat sich die Zahl der Menschen, die den ärztlichen Notdienst aufsuchen, verdreifacht. Viele Patienten hätten einen Hitzschlag erlitten, teilen die Gesundheitsbehörden mit, unter ihnen auch viele junge Menschen. Allein am Montag suchten landesweit mehr als 650 Menschen die Notaufnahme auf. Seit Beginn der Hitzewelle wurden täglich 160 bis 220 Menschen von der Notaufnahme stationär ins Krankenhaus aufgenommen. In Frankreich wird von Freitag an mit niedrigeren Temperaturen gerechnet, zunächst an der Atlantikküste.
So können Sie Vögeln jetzt helfen
Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter der großen Hitze. Abhilfe verschafft auch ihnen eine schöne Abkühlung. Vögel nutzen dazu gern Wasserschalen, die ihnen in Gärten und auf Balkonen präsentiert werden. »Wichtig ist, dass diese Schalen täglich mit heißem Wasser gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger verbreiten«, sagt Silvia Teich vom Nabu einer Pressemitteilung zufolge. In den vergangenen Jahren seien dem Verband solche Krankheitsausbrüche bereits an Wasserstellen gemeldet worden.
Manche Tiere haben indes ganz eigene Strategien, mit den hohen Temperaturen umzugehen. Füchse senken ihre Körpertemperatur wie Hunde durch Hecheln. Feldhasen und Kaninchen dagegen nutzen dafür ihre Ohren, heißt es beim Nabu: Die gut durchbluteten Löffel geben Körperwärme an die Umgebung ab.
Spanien misst höchste Juni-Temperaturen seit mehr als 70 Jahren
Spanien hat diese Woche die heißesten Juni-Tage seit mehr als 70 Jahren gemessen. Wie die nationale Wetterbehörde Aemet mitteilt, lag die landesweite Durchschnittstemperatur am Montag bei 28,08 Grad und am Dienstag sogar bei 28,17 Grad. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 28,01 Grad am 30. Juni 2025 übertroffen. Die Messungen reichen bis 1950 zurück.
Spanien leidet bereits seit Ende vergangener Woche unter der Hitzewelle, die mittlerweile weite Teile Europas betrifft. Am Donnerstag galt für Gebiete ganz im Norden des Landes die höchste Alarmstufe Rot. In der kleinen Ortschaft Tama wurde am Dienstag mit 43,7 Grad die höchste Temperatur in der nördlichen Region Kantabrien überhaupt gemessen. Für den Großteil des übrigen Landes galten die Alarmstufen Orange und Gelb.
Hitze in Spanien: Ist 44 das neue 40?
Anders als die Briten wissen die Spanier, wie man mit Hitze umgeht. Die Siesta ist inzwischen mehr Mythos als Realität. Aber immerhin sind die meisten Häuser klimatisiert; dank Solarzellen auf dem Dach haben einige Haushalte auch keine Skrupel, die Anlage den ganzen Tag über laufen zu lassen: Der Strom ist dann so gut wie gratis.
Aber auch in Spanien verschieben sich die Referenzwerte auf bedrohliche Weise. Vor ein paar Jahren musste man in der Hitzewelle in Städten wie Zaragoza oder Sevilla mit 40 oder 42 Grad rechnen. Heute schaut man den – im TV ausführlich zelebrierten – Wetterbericht, sieht 44 Grad und wundert sich nicht mal mehr.
Die Hitzewellen werden nicht nur häufiger, sie kommen auch früher. Die vergangenen zwei waren die heißesten je gemessenen Junitage. Selbst im sonst kühlen, oft wolkenverhangenen Kantabrien stieg die Temperatur auf verstörende 43,7 Grad. Natürlich ein neuer Rekord. Am Mittwochnachmittag könnte die Hitzewelle dann standesgemäß enden. Angesagt sind Gewitter und Hagelstürme.
Bahn in Westfrankreich stellt Verkehr wegen Hitze teils ein
Die französische Bahn stellt den Verkehr wegen der extremen Hitze an der Atlantikküste tagsüber größtenteils ein. In der Region Nouvelle-Aquitaine verkehren bis einschließlich Freitag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr keine Regionalzüge. Damit wolle man die Eisenbahnanlagen schonen und einen Betrieb unter angemessenen Komfortbedingungen gewährleisten, teilt die Staatsbahn SNCF mit. In einem Ort in der Region war am Dienstag eine Spitzentemperatur von 44,3 Grad gemessen worden.
Auch in weiteren Regionen Frankreichs komme es hitzebedingt zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Im Fernverkehr wurden tagsüber bereits auf den Verbindungen Paris-Limoges-Toulouse, Bordeaux-Marseille und Paris-Clermont-Ferrand Intercity-Züge aus dem Fahrplan genommen, die mit alten Abteilwagen gefahren werden, deren Klimaanlagen den Temperaturen nicht gewachsen sind.
Flughafen Hannover wässert Nordbahn
Auf dem Flughafen Hannover wird zum Schutz vor der Hitze eine Start- und Landebahn gewässert. »Wir wässern die Nordbahn auf einer Breite von 15 Metern an den seitlichen Randbereichen«, sagte eine Flughafensprecherin. Ab einer Außentemperatur von 29 Grad und in Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung erfolge demnach die Bewässerung.
Aktuell im Einsatz sind zwei Tanklaster mit jeweils 11.000 Litern Wasser. »Im Jahr 2018 gab es auf der Nordbahn einen sogenannten Blow-up aufgrund der Hitze, deshalb werden die Bereiche jetzt gekühlt«, erklärte die Sprecherin. Bei einem »Blow-up« entstehen durch die Hitze Aufwölbungen oder Aufbrüche der Fahrbahndecke.
Städte in Hessen verbieten das Grillen
Die anhaltende Trockenheit lässt die Brandgefahr steigen. In Hessen reagieren nun mehrere Städte. Wiesbaden etwa schließt ab sofort alle öffentlichen Grillplätze in und am Wald, wie die Stadt mitteilt. Auch Marburg verbietet Grillen und offenes Feuer in städtischen Parks und Grünanlagen, im Wald sowie auf städtischen Grillplätzen. Weitere Städte erließen ähnliche Verbote.
In Wiesbaden bitten Feuerwehr und Forstverwaltung die Bevölkerung zudem um erhöhte Aufmerksamkeit. Jedes Feuer solle gemeldet werden. Einfahrten in Feld und Wald müssten freigehalten werden, damit die Feuerwehrleute schnell vor Ort sein könnten. Die Stadt erinnert auch an das ganzjährige Rauchverbot im Wald, das nun strenger kontrolliert werde.
Ärztekammer und Gesundheitsverbände rufen zu Hitzeschutz auf
Ärzte und Gesundheitsverbände rufen die Menschen in Deutschland zum gegenseitigen Schutz auf. Die aktuelle Lage sei riskant, teilen die Bundesärztekammer und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit mit. Die Verbände appellieren an die Bevölkerung, gezielt nach Alleinstehenden zu schauen. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Schwangere, kleine Kinder und im Freien arbeitende Menschen.
Zudem riefen die Organisationen dazu auf, sich selbst und andere vor Hitze und UV-Strahlung zu schützen. Viele seien sich der Gefährdung nicht bewusst. Wer selbst chronisch krank, alt oder pflegebedürftig ist, solle auf Anzeichen von Austrockung achten. Dazu zählen Schwindel, Verwirrtheit und Schwäche.
Weltklimarat: Hitzewelle in Europa heftiger als manche Prognosen
Die aktuelle Hitzewelle in Europa fällt nach Angaben des Weltklimarats IPCC heftiger aus als in manchen wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt. Die Bedingungen, unter denen Europa in dieser Woche leide, lägen am oberen Rand des Spektrums dessen, was der Weltklimarat seit langer Zeit prognostiziert habe, sagte IPCC-Chef Jim Skea
»Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben«, sagte Skea. In einer Welt, in der die Temperaturen um durchschnittlich zwei Grad steigen würden, wäre der heißeste Tag des Jahres drei bis 3,5 Grad heißer.
Leseempfehlung: Klingt verrückt, aber Sportler können von der Hitze sogar profitieren
Von Sport in der Sommerhitze wird oft abgeraten. Dabei blickt die Wissenschaft inzwischen differenzierter auf das Schweißtreiben: Hohe Temperaturen können wie ein Leistungsbooster wirken. Welche Regen Sie dafür einhalten müssen, hat mein Kollege Jörg Römer hier erklärt.
Leseempfehlung: »Hitzefrei klingt toll, funktioniert heute aber nicht mehr«
Wenn es draußen heiß wird, ist in deutschen Klassenzimmern kein guter Unterricht mehr möglich, klagte Rektor Oliver Hintzen schon 2024 im SPIEGEL. Er forderte: »Wir müssen dringend auch Schulen klimatisieren.« Das Interview meines Kollegen Philipp Kollenbroich ist auch heute noch aktuell. Den Text lesen Sie hier.
Stuttgart verbietet Wasserentnahme aus Gewässern
Wasser für den privaten Gebrauch darf in Stuttgart bis Ende August nicht mehr aus Bächen, Flüssen oder Seen geschöpft oder abgepumpt werden. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro rechnen.
Durch Hitze und Trockenheit seien die Wasserstände der Gewässer stark gesunken, hieß es. Die Wassertemperatur sei gestiegen, das belaste die Gewässerökologie. Mit dem Verbot möchte dee Stadt den Natur- und Umweltschutz stärken, bei anhaltender Trockenheit kann die Maßnahme über den August hinaus verlängert werden.
Höchste Wetterwarnstufe in Österreich
In Wien und einigen anderen österreichischen Städten gilt wegen der Hitzewelle am Wochenende die höchste Wetterwarnstufe. Betroffen ist laut dem staatlichen Meteorologie-Institut Geosphere Austria der Nordosten des Landes mit Städten wie Wien und Linz sowie weitere östliche und südliche Städte wie Graz und Klagenfurt. Die zwei Millionen Einwohner der österreichischen Hauptstadt müssen laut den Wetterfachleuten am Wochenende mit bis zu 39 Grad rechnen, in den anderen Kommunen in Warngebieten werden bis zu 37 oder 38 Grad vorausgesagt.
Hitzefrei in NRW jetzt für alle Schülerinnen und Schüler möglich
Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hat mitgeteilt, dass nun für alle Schülerinnen und Schüler in dem Bundesland unter bestimmten Voraussetzungen hitzefrei möglich ist. Für die älteren Schüler an den Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs in NRW besteht demnach ab sofort ebenfalls diese Möglichkeit. Für alle anderen Schüler im Land gebe es bereits entsprechende Regelungen.
Wegen der anhaltend hohen Temperaturen seien den Schulen kurzfristig zusätzliche Handlungsmöglichkeiten für den Unterricht in der Sekundarstufe II eingeräumt worden. Die Dauer der Unterrichtsstunden könne verkürzt werden, beispielsweise auf 30 Minuten. Außerdem sei es zulässig, Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II nachmittags hitzefrei zu geben, insbesondere wenn das Unterrichtsende durch Kurzunterricht vorgezogen worden sei. Dies gelte ab sofort und zunächst befristet bis zum Ende des Schuljahres am 31. Juli. Ob die Möglichkeit zum Hitzefrei genutzt wird, regelt jede Schule selbst. Das Bundesland steuert laut Vorhersagen auf einen Juni-Hitzerekord zu. Der bisherige gemessene Höchstwert waren 38,3 Grad am 18. Juni 2002 in Herten.
Leseempfehlung: Wie gehen Altenheime mit Hitzewellen um?
Manche Bevölkerungsgruppen sind bei Hitze besonders gefährdet, etwa Senioren. Mein Kollege Tobias Großekemper hat sich im vergangenen Sommer angeschaut, wie extreme Temperaturen sich in einem Altenheim in Gelsenkirchen auswirken. Seinen Text finden Sie hier: Wenn die eigenen vier Wände zur Hitzefalle werden.
Kein Freibad in der Nähe? Einfach ein Mietbecken aufstellen
Wie soll man sich abkühlen, wenn kein Freibad in der Nähe ist? Das haben sich die Menschen im hessischen Bad Wildungen auch gefragt, nachdem ihr Freibad Heloponte vor einiger Zeit wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Danach bot die Stadt kostenlose Busfahrten in umliegende Freibäder an, das nutzten aber nur wenige Menschen. Nun ist Bürgermeister Ralf Gutheil (SPD) auf eine andere Idee gekommen.
Bei einer Sportveranstaltung entdeckte Gutheil aufstellbare Pools wie für den heimischen Garten, nur im Großformat. Nun wurden im Juni in Bad Wildungen zwei Becken mit 45 und 250 Quadratmetern aufgestellt. Die Kosten liegen bei 300.000 Euro. Es handle sich nicht um einen wirklichen Ersatz für ein Schwimmbad, biete aber Abkühlung, Schwimmmöglichkeiten und Schwimmkurse, sagte Bürgermeister Gutheil. Geöffnet ist bis Ende August, der Eintritt kostet drei Euro für Erwachsene und einen Euro für Kinder.
Auch bei Hitze fällt die Schule in Berlin nicht einfach aus
Auch Berlin steuert heute wieder auf mehr als 30 Grad zu. Da werden ein paar Schülerinnen und Schüler sicher auf hitzefrei hoffen – womöglich vergeblich. »Grundsätzlich besteht Schulpflicht. Unterrichtsausfall soll die Ausnahme bleiben«, teilt die Senatsverwaltung für Bildung laut Nachrichtenagentur dpa mit. »Berliner Schulen können jedoch flexibel auf extreme Wetterlagen reagieren und den Unterricht an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen.«
Zum Beispiel könnten die Unterrichtsstunden verkürzt werden. Wenn angesichts der Hitze eine angemessene Durchführung des Unterrichts im Einzelfall nicht möglich ist, könne die Schulleitung auch einen Unterrichtsausfall anordnen. »Dabei steht das Wohl der Schülerinnen und Schüler stets im Mittelpunkt.«
Hitze in Frankreich: Tausende Haushalte ohne Strom
Die Hitze hält insbesondere Frankreich fest im Griff. Zehntausende Haushalte im Nordwesten des Landes sind in dieser Lage nun vom Strom abgeschnitten. 68.000 Haushalte seien betroffen, teilt die bretonische Präfektur Finistère mit Sitz in Quimper mit. Grund ist demnach ein Vorfall an einem Transformator am Dienstag, der mit den hohen Temperaturen in Verbindung steht. Frühestens am Abend könnten die Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden.
Für insgesamt 58 französische Départements gilt aktuell die höchste Hitze-Warnstufe Rot, darunter auch Finistère. Der französische Wetterdienst Météo France spricht von einer ungewohnt intensiven Hitzewelle. Temperaturrekorde könnten im Tagesverlauf gebrochen werden. Bereits um 5 Uhr morgens kratzte das westfranzösische La Rochelle fast an der 30-Grad-Marke. In Bordeaux zeigte das Thermometer 27 Grad Celsius und in Paris 26 Grad Celsius.
Die Sonne knallt vom Himmel, die Temperaturen steigen weit über 30 Grad: Deutschland erlebt derzeit Hitzetage. An dieser Stelle wollen wir Sie über alles Wichtige rund um das Wetter informieren: Wie sehen die Prognosen aus? Und wie verhält man sich bei der Hitze richtig? Willkommen zum Hitze-Update.

vor 4 Stunden
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