»Ich helf dir kochen, liebe Hausfrau in Stadt und Land, denn ich weiß, dass du heute kaum noch Zeit hast, Dir täglich den Kopf darüber zu zerbrechen, was auf den Tisch des Hauses kommen soll.« Mit diesen Worten begann 1955 die Erstausgabe eines Kochbuchs, das bis heute – mehrfach neu aufgelegt und überarbeitet – in den Buchhandlungen steht: »Ich helf dir kochen« wird oft nach dem Autorinnennamen kurz als »Die Stuber« bezeichnet.
Doch hinter dem Namen Hedwig Maria Stuber verbargen sich zu Anfang zwei Frauen, die eine vom Land, die andere aus der Stadt. Aus ihren Mädchennamen – Hermine Hedwig Stumpf und Maria Huber – bastelten sie ihr Pseudonym »Stuber« zusammen. Maria Pauli war die Ehefrau des Leiters des Bayerischen Landwirtschaftsverlags, in dem das Buch erschien. Hermine Birnbeck war eine ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin.
Maria Pauli zog sich in den Siebzigerjahren zurück. Seither stand Hermine Birnbeck für die Kochbuchautorin Hedwig Maria Stuber, auch wenn sie seit den Achtzigern von ihrer Tochter Angela Ingianni unterstützt wird, inzwischen auch schon 75 Jahre alt.
Die verschiedenen Auflagen des Grund- und Universalkochbuchs »Ich helf dir kochen« ergeben zusammen genommen eine bundesdeutsche Kulturgeschichte des Kochens. In der Erstauflage von 1955 stand Deftiges im Mittelpunkt, die Zubereitung von Hirn, Kuheuter und saure Nieren erklärt, zahlreiche Kuchen aufgezählt. Damals gab es einen Abschnitt zum Thema »Kleine Küchenkosmetik«, in dem vor dem »fettig glänzenden Gesicht« der Köchin gewarnt wird. »Unsäglich« nannte die Autorin die Passage 2013 beim Treffen mit dem SPIEGEL.
In den Sechzigern wurden Schaschlikspieße ein Schwerpunkt in »Ich helf dir kochen«, in den Siebzigern hielten Fondues und das Flambieren Einzug. Kalorienangaben kamen und gingen wieder. Einst waren Steaks auf dem Buchcover zu sehen, heute eine Gemüsesuppe. Über 3,6 Millionen Exemplare des Kochbuchklassikers wurden nach Verlagsangaben seit 1955 verkauft, in 57 Auflagen. Längst gibt es Ableger, zuletzt erschienen im Oktober 2025 »Ich helfe dir kochen – meine Lieblingsrezepte« und »Ich helfe dir kochen – meine Lieblingsdesserts«.
Hermine Birnbeck alias Hedwig Maria Stuber kochte in den vergangenen Jahren nicht mehr selbst, aber probierte bis zuletzt jedes einzelne Rezept. Wie der Münchner »Merkur« und das »Börsenblatt« des deutschen Buchhandels berichteten, ist die Kochbuchautorin am 4. Februar wenige Tage vor ihrem 102. Geburtstag gestorben. »Ein langes, schaffensreiches Leben ist zu Ende gegangen«, zitierte der »Merkur« Tochter Angela Ingianni.

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