Für verschiedene fossile Energieträger aus Russland hat die EU weitgehende Einfuhrverbote verhängt. Die Importe von Flüssiggas laufen aber weiter – zumindest bis 2027.
13. Februar 2026, 13:46 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, skö
EU-Staaten haben im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Das geht aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor. Damit sind die Einfuhren um rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.
Die Importe von Flüssigerdgas, auch LNG genannt, aus Russland machen etwa 16 Prozent der gesamten LNG-Importe aus, die 2025 einen Wert von rund 46,0 Milliarden Euro hatten. Mit rund 24,2 Milliarden Euro stammt der Großteil aus den USA.
Kurz nach Beginn der russischen Invasion der Ukraine hatte die EU weitgehende Einfuhrverbote für fossile Energieträger wie Öl und Kohle auf den Weg gebracht. Wegen bestehender Abhängigkeiten war die Situation bei Gasimporten anders. Der Brennstoff kommt derzeit noch als Flüssigerdgas (LNG) und durch die Pipeline Turkstream aus Russland.
Verordnung untersagt Gasimporte ab 2027
Nach einem im Oktober beschlossenen Sanktionspakets gilt ab 2027 allerdings ein vollständiges Importverbot. Einer weiteren Verordnung, die Anfang Februar in Kraft trat, zufolge soll die Einfuhr sämtlicher russischer Gaseinfuhren in die Staatengemeinschaft zunächst schrittweise und spätestens ab November 2027 vollständig untersagt werden.
Im Gegensatz zu den Sanktionen gegen Russland, die alle sechs Monate verlängert werden müssen und durch Vetos von Mitgliedsstaaten ausgesetzt werden können, gilt die Verordnung dauerhaft. Allerdings enthält sie eine Art Sicherheitsklausel, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet sein sollte. Nur wenn ein Mitgliedstaat den Notstand ausruft, sind dann zeitlich begrenzte Lieferungen erlaubt.

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