USA und Kuba: UN kritisieren US-Ölembargo gegen Kuba

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Stromausfälle beeinträchtigen in Kuba die Gesundheitsversorgung und den Zugang zu sauberem Wasser. Der UN-Menschenrechtskommissar fordert ein Ende der US-Sanktionen.

13. Februar 2026, 13:36 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, epd,

 Kuba befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise.
Kuba befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. © Yamil Lage/​AFP/​Getty Images

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat das US-Ölembargo gegen Kuba kritisiert. Zusammen mit jahrzehntelangen Finanz- und Handelsembargos und Unwettern habe dies zu einer sozioökonomischen Krise geführt, die sich weiter verschärfe, sagte Türk in Genf. 

Er forderte "alle Staaten" auf, einseitige Wirtschaftssanktionen aufzuheben. Politische Ziele rechtfertigten keine Maßnahmen, die gegen die Menschenrechte verstießen. Die Schwächsten seien besonders hart getroffen, sagte Türk. Er warnte vor sozialen Unruhen.

Aktivisten wollen Hilfsgüter nach Kuba bringen

Intensivstationen und Notaufnahmen in Krankenhäusern seien ebenso gefährdet wie die Herstellung, Lieferung und Lagerung von Impfstoffen, Blutprodukten und anderen Medikamenten, sagte Türk. Stromausfälle beeinträchtigten den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene. Die Kraftstoffknappheit wirke sich auch auf Schulverpflegung, Entbindungsheime und Pflegeheime aus. 

Unterdessen kündigte eine internationale Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen eine Seemission an, um Lebensmittel, Medikamente und Hilfsgüter nach Kuba zu bringen. Die Flotte solle im März in See stechen, berichtete die mexikanische Zeitung La Jornada

Seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen den USA und Kuba angespannt, seit Jahren befindet sich der Inselstaat in einer schweren Wirtschaftskrise. 

Sanktionen zwingen Kuba zu Notfallmaßnahmen

Kuba verfügt zwar als eines der wenigen karibischen Länder über eine eigene Erdölindustrie, fördert jedoch nur rund 40 Prozent des Eigenbedarfs. In den vergangenen Jahren hat der Inselstaat sein Öl hauptsächlich aus Venezuela bezogen. Diese Lieferungen wurden jedoch nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen gestoppt. Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump mit Zusatzzöllen für alle Länder, die Kuba noch Öl liefern. 

Angesichts der Energiekrise haben Kubas Behörden drastische Sparmaßnahmen ergriffen. Krankenhäuser haben ihre Dienstleistungen reduziert, Busse und Züge fahren seltener und in der öffentlichen Verwaltung gilt eine Viertagewoche. 

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