Großbritannien: Starmer will sich möglichem Machtkampf gegen Andy Burnham stellen

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Manchesters Bürgermeister Andy Burnham zieht ins Unterhaus ein und kann damit Premierminister Keir Starmer herausfordern. Dieser lehnt einen Rücktritt weiter ab.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, , Aktualisiert am 19. Juni 2026, 12:16 Uhr

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»Herzlichen Glückwunsch, Andy Burnham«: Großbritanniens Premierminister Keir Starmer gratuliert seinem parteiinternen Konkurrenten Andy Burnham zu dessen Wahlsieg im nordenglischen Wahlkreis Makerfield. © Leon Neal/​Getty Images

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer will sich einer möglichen Abstimmung um den Labour-Parteivorsitz stellen. Er werde sich nicht einfach zurückziehen, sagte er wenige Stunden nach der Nachwahl im Bezirk Makerfield. Dort hatte Starmers parteiinterner Rivale Andy Burnham gesiegt. Der derzeitige Bürgermeister von Manchester zieht damit ins Unterhaus ein und kann Starmer herausfordern. Da der Vorsitzende der Regierungspartei in der Regel auch Premierminister wird, muss Starmer auch um dieses Amt bangen.

Starmer gratulierte Burnham in einem Post auf X knapp. »Herzlichen Glückwunsch, Andy Burnham, dem neuen Labour-Abgeordneten für Makerfield«, schrieb der Regierungschef. Die Wähler hätten sich »für Labours Kampagne der Hoffnung und des Optimismus und gegen Spaltung und Hass« entschieden. Burnham siegte mit knapp 10.000 Stimmen Vorsprung vor einem Kandidaten der rechtspopulistischen Partei Reform UK.

Burnham lässt keinen Zweifel daran, dass er das Land führen will

In seiner Siegesrede ließ Burnham keinen Zweifel daran, dass er das Land führen will und nicht nur einer von mehr als 400 Labour-Abgeordneten im 650 Sitze umfassenden Unterhaus sein möchte. »Jeder weiß, dass die Politik nicht funktioniert«, sagte er. »Jeder kann spüren, dass das Land nicht dort ist, wo es sein sollte.« Mit seiner Frau und Tochter im Arm verließ Andy Burnham am frühen Morgen den Ort seines Wahlsieges.

Nach den Regeln der Labour-Partei benötigt ein Gegenkandidat die Unterstützung von 81 Abgeordneten, um eine Abstimmung um den Parteivorsitz zu erzwingen. Das würde eine Urabstimmung unter Labourmitgliedern und weiteren Wahlberechtigten auslösen, bei der sich auch andere Kandidierende mit jeweils 81 Unterstützern aus der Fraktion bewerben könnten. 

Burnham, der als Vertreter der gemäßigten Linken gilt, strebt schon länger nach der Macht, konnte aber bisher mangels Sitzes im Parlament nicht gegen Starmer antreten. Noch im Januar hatte die Parteiführung Burnhams Versuch verhindert, bei einer Nachwahl anzutreten und so wieder ins Parlament zu kommen. Seit dem Debakel für Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai wächst jedoch der parteiinterne Widerstand gegen Starmer. Mehrere Minister sind seitdem zurückgetreten. Der Labour-Abgeordnete Josh Simons gab seinen Sitz im Parlament auf, um die Nachwahl in Makerfield und so den Einzug Burnhams ins Parlament zu ermöglichen.

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