Der britische Premier steht nach Enthüllungen im Epstein-Skandal unter Druck. Nun ist binnen weniger Tage der dritte hochrangige Regierungsmitarbeiter zurückgetreten.
13. Februar 2026, 0:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, vsp
Der britische Regierungschef Keir Starmer hat nach Enthüllungen um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seinen dritten hochrangigen Mitarbeiter innerhalb weniger Tage verloren. Der Kabinettssekretär und Leiter des öffentlichen Dienstes, Chris Wormald, trete "im gegenseitigen Einvernehmen" und mit sofortiger Wirkung zurück, teilte die Regierung in London mit.
Starmers Büro nannte keine Gründe für den Rücktritt des Kabinettssprechers. Am Sonntag war bereits Starmers Stabschef Morgan McSweeney zurückgetreten. Weniger als 24 Stunden später kündigte Kommunikationschef Tim Allan. Starmer selbst steht zunehmend unter Druck. Mehrere Politiker, darunter der Chef der schottischen Labour-Partei, forderten in den vergangenen Tagen seinen Rücktritt.
Starmer will laut Opposition "seine eigene Haut retten"
Auslöser der Regierungskrise waren Enthüllungen in den von der US-Justiz freigegebenen Akten zum Epstein-Skandal. Diese zeigten, dass Starmer den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelsohn Anfang 2025 zum US-Botschafter ernannte, obwohl er von dessen Freundschaft zu Epstein wusste. Mandelson soll zudem vertrauliche Interna aus Kabinettssitzungen an Epstein weitergeleitet haben.
Starmer hat einen Rücktritt bisher ausgeschlossen. Er sei nicht bereit, sein Mandat abzugeben, hatte er am Montagabend gesagt. Britischen Medienberichten zufolge will Starmer nach der Kontroverse um Mandelsohn seine Arbeit und das Team in der Downing Street neu ausrichten.
Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen warf dem Labour-Politiker im Onlinedienst X vor, seine Mitarbeiter für die eigenen Fehler büßen zu lassen. Der Premier wolle durch den Rücktritt "seine eigene Haut retten".
Über Wormalds Abgang hatten britische Medien bereits spekuliert. Er war seit Dezember 2024 Kabinettssekretär und damit oberster Beamter des Landes. Damit hatte er sein Amt kurz vor Mandelsons Ernennung zum Botschafter übernommen. In seiner Funktion als Kabinettssekretär war er jedoch für die Überprüfung von Mandelsons Ernennung verantwortlich. Britische Medien hatten zudem mehrfach berichtet, dass Starmers Labour-Regierung unzufrieden mit Wormalds Arbeit bei der Reform des öffentlichen Dienstes gewesen sei.

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