Grenzschutz: Litauen baut nahe Belarus Camp für Bundeswehr- und Nato-Soldaten

vor 9 Stunden 1

Litauen investiert in ein neues Militärcamp, um Soldaten der Bundeswehr und anderer Nato-Länder unterbringen zu können. Die Bundeswehr soll mit einer Brigade einziehen.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Aktualisiert am 20. August 2026, 13:24 Uhr

Militärcamp Litauen Rudninkai Nato Bundeswehr
Generalleutnant Christian Freuding in Rudninkai mit dem litauischen Heereschef Brigadegeneral Nerijus Stankevičius: Litauen investiert in neue Militärinfrastruktur für die Nato. © PIZ Deutsches Heer/​dpa (Handout)

Die litauische Regierung plant auf dem Truppenübungsplatz Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus ein neues Militärcamp für deutsche Soldaten und andere Nato-Truppen. Das Lager solle über 1.000 Soldaten Platz bieten, die an Übungen in dem baltischen EU- und Nato-Land teilnehmen, teilte das litauische Verteidigungsministerium mit. Für rund 40 Millionen Euro sollen Wohn- und Versorgungsgebäude sowie notwendige technische Infrastruktur und Verkehrsanbindung auf einer Fläche von sieben Hektar entstehen und im ersten Halbjahr 2028 fertiggestellt werden.

Ziel der Regierung von Litauen ist es, Nato-Truppen im Land gute Bedingungen zu schaffen, damit diese dort trainieren und bei Bedarf auch stationiert werden können. »Wir investieren strategisch und umfassend in die militärische Infrastruktur, um sicherzustellen, dass sowohl die deutsche Brigade als auch die Soldaten anderer Nato-Verbündeter in Litauen qualitativ hochwertig trainieren können und angemessene Lebensbedingungen vorfinden«, sagte Verteidigungsminister Robertas Kaunas. Der Bau der 190 Hektar großen Militäranlage ist das größte militärische Infrastrukturprojekt in der Geschichte Litauens.

Panzerbrigade bis 2027 voll einsatzfähig

Die Bundeswehr baut in Litauen bereits die Panzerbrigade 45 auf, deren Hauptstandort Rudninkai sein soll. Die Bundesregierung beschloss ihre Einführung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Die Truppe soll bis 2027 mit 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Sie übernimmt auch das Kommando über die Multinational Battlegroup Lithuania.

Bislang sind bereits etwa 2.000 deutsche Militärangehörige für die Truppe in Litauen stationiert, der Einsatz dort beruht bisher auf Freiwilligkeit. Sollte das nicht klappen, hat Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bereits angekündigt, dass es auch Verpflichtungen geben könnte. Die zugehörige Kaserne wird in einem Waldgebiet liegen, das im Mai 2022 kurz nach Russlands Angriff auf die Ukraine per Sondergesetz zu einem Truppenübungsplatz der litauischen Armee erklärt wurde.

Litauen arbeitet seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine immer enger mit der Nato zusammen. Zuletzt brachte das Land eine Gesetzesänderung auf den Weg, um Teil der atomaren Abschreckung der Nato gegenüber Russland zu werden. Es will den Weg ​für die Stationierung von Nato-Atomwaffen im eigenen Land freimachen.

Alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

Gesamten Artikel lesen