Gegen China-Shopping: USA erheben ab Mai auch für geringwertige Sendungen Zölle

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Die Vereinigten Staaten haben im Zuge der Ankündigung höherer Zölle auf Einfuhren auch das Schließen einer Lücke angekündigt, die Onlinehändler aus Fernost bislang ausnutzten, um Waren sehr günstig verkaufen zu können. Die "De-minimis"-Regelung erlaubte es Anbietern wie Temu und Shein, Waren zollfrei ins Land zu bringen. Das gleiche Prinzip nutzen sie auch für EU-Importe. Auch hierzulande gibt es Diskussionen, zum Schutze des einheimischen Handels die Regeln zu ändern oder härter durchzugreifen.

In den USA war bislang die zollfreie Einfuhr von Waren unter einem Gesamtwert von 800 US-Dollar möglich. Laut Washington Post wurde diese Regelung für 83 Prozent aller E-Commerce-Importe genutzt. Hauptsächlich kamen diese Waren aus China.

Ab dem 2. Mai soll das der Geschichte angehören. Dann sollen für geringwertige Sendungen entweder 30 Prozent des Warenwerts oder 25 US-Dollar pro Artikel fällig werden. Für Juni ist bereits eine Erhöhung auf 50 US-Dollar pro Artikel geplant, teilte das Weiße Haus mit.

Die US-Regierung begründet das Aussetzen der Ausnahmeregelung mit dem Import von Drogen bzw. Hilfsmitteln zur Drogenherstellung aus China. Im Schnitt kämen vier Millionen Sendungen pro Tag in den USA an, die unter die Ausnahmeregelung fallen. Diese große Menge werde genutzt, um die verbotenen Sendungen ins Land zu schmuggeln. Zugleich passt das Vorgehen aber zur erklärten Absicht der allgemeinen Einfuhrzoll-Erhöhungen, die heimische Wirtschaft zu stärken und die Binnennachfrage anzukurbeln.

Es ist bereits der zweite Anlauf der USA, die Regelung außer Kraft zu setzen. Beim ersten Versuch, Anfang Februar, musste der United States Postal Service zeitweise die Annahme von Paketen und Päckchen aus China gänzlich einstellen, weil man der Menge an zu bearbeitenden Sendungen nicht mehr Herr wurde. Daraufhin wurde die alte Zollfrei-Regelung wieder in Kraft gesetzt. Dieses Mal sei man durch neue Systeme besser vorbereitet, heißt es.

Shein und Temu sollen für rund 30 Prozent aller täglich in die USA verschickten Pakete verantwortlich sein, berichtet die Washington Post. Die Aussetzung der De-minimis-Regelung würde allerdings mit Amazon auch einen US-Anbieter treffen, denn der Online-Versender bietet mit Amazon Haul inzwischen auch einen Shop an, der günstigere Direktimporte aus China anbietet.

(mki)

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