Fußball-WM 2026: Saudi-Arabien tritt als Sponsor auf

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WM-Teilnehmer Saudi-Arabien beteiligt sich über seinen Staatsfonds (PIF) nun auch als Sponsor an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Wie der PIF am Donnerstag mitteilte, seien Partnerschaften in Sport und Fußball weiter wichtig im »fortlaufenden Wandel Saudi-Arabiens«.

Der Fonds gehört nun zur dritten Kategorie der FIFA-Partner. Zur ersten zählen Unternehmen wie adidas, Coca-Cola und Visa, seit 2024 auch der saudische Ölkonzern Aramco. Die zweite Kategorie umfasst Unternehmen aus den drei WM-Gastgeberländern. Finanzielle Details der Vereinbarung für Nordamerika und Asien wurden nicht genannt.

Mit dem neuen Deal vertieft Saudi-Arabien seine Beziehungen zum Weltverband Fifa weiter. Das von Mohammed bin Salman regierte Land hatte zuvor den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2034 erhalten und war bereits Sponsor bei der letztjährigen Club-Weltmeisterschaft in den USA. Die Club-WM gilt als Prestigeprojekt von Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Zuletzt hatte der PIF angekündigt, die LIV-Tour und ihre Golf-Superstars nur noch bis zum Saisonende zu finanzieren. In die Golf-Liga waren in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge investiert worden. Die Entscheidung hatte Spekulationen über die langfristige Strategie des Staatsfonds im internationalen Sport ausgelöst. »Die erheblichen Investitionen, die LIV Golf langfristig benötigt, sind nicht mehr mit der aktuellen Phase der Investitionsstrategie von PIF vereinbar«, hieß es in der Begründung.

Vorwurf des Sportswashing

Fußball spielt offenbar weiter eine wichtige Rolle in Saudi-Arabiens Strategie, unabhängiger von der Öl-Wirtschaft zu werden. Laut Kritikern geht es der Regierung in Riad neben den wirtschaftlichen Zielen aber auch darum, ihr eigenes Image mithilfe von sogenanntem »Sportswashing« aufzubessern. Trotz einiger Reformen steht das Land bei Menschenrechtsorganisationen in der Kritik.

Es gibt aber auch Experten, die an der Sportswashing-These zweifeln. »Dieses Label kommt eher aus Europa. Wenn man überhaupt von Sportswashing sprechen kann, dann würde ich es als inländisches Image-Management bezeichnen. Denn Kronprinz Mohammed will in erster Linie das eigene Volk zufriedenstellen, die eigene Macht und den Reichtum des Landes sichern«, sagte der Sportökonom Simon Chadwick 2024 dem SPIEGEL. Lesen Sie hier , wie der Wissenschaftler Saudi-Arabiens Machenschaften in der Welt des Sports bewertet.

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