Israelische Sieder haben laut palästinensischen Berichten mehrere Dörfer im Westjordanland angegriffen. In einem Ort nahe Ramallah sei eine Moschee in Brand gesetzt worden, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Mehrere Fahrzeuge seien von Siedlern angezündet worden. In einem anderen Dorf in der Nähe von Nablus hätten die Angreifer Türen eingerissen und unter den Bewohnern für Panik gesorgt, hieß es weiter. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung der Vorfälle.
Zudem sei laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium ein 16-jähriger Palästinenser von der israelischen Armee getötet worden, das berichtet »Haaretz« . Der Jugendliche soll Steine auf israelische Fahrzeuge geworfen haben.
Der 15. Mai ist für Palästinenser der sogenannte Nakba-Tag (»Tag der Katastrophe«). Erinnert wird an die Zerstörung palästinensischer Dörfer und die Vertreibung der Einwohner einen Tag nach dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung vom 14. Mai 1948.
Finanzminister Smotrich hetzt am Jerusalem-Tag
Einen Tag zuvor zogen Zehntausende Israelis beim nationalistischen Flaggenmarsch durch die Altstadt von Jerusalem. Mit dem Marsch wird die Eroberung Ostjerusalems während des Sechstagekriegs 1967 gefeiert. Damals eroberte Israel im Krieg gegen die arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Syrien und Jordanien in wenigen Tagen die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und den Gaza-Streifen.
Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen.
Der für das Westjordanland zuständige israelische Kommandeur Avi Bluth hatte die Siedlergewalt zuletzt klar verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen die Gewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.
Teile der israelischen Regierung heizen den Konflikt unterdessen an: »Das gesamte Land Israel gehört uns«, sagte der religiös-fundamentalistische israelische Finanzminister Bezalel Smotrich nach Angaben seines Sprechers bei einer Veranstaltung zum sogenannten Jerusalem-Tag. Er verwies auf zahlreiche neue Siedlungen in den besetzten Gebieten.
Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir zeigte sich auf X mit einer israelischen Fahne auf dem Tempelberg vor der Al-Aksa-Moschee, eine der wichtigsten heiligen Stätten für Muslime. »Der Tempelberg ist in unseren Händen«, schreibt Ben-Gvir.
Eine Torte mit Henkersstrick, ein Angriff auf eine Nonne und was das über die Stimmung in Israel aussagt: Zwei aktuelle Videos zeigen die politische Verrohung, die sich derzeit in Israel vollzieht. Und wie Politiker dazu beitragen, die Hemmschwelle für Gewalt immer weiter zu senken. Mehr über den rechtsextremen Kurs von Teilen der israelischen Regierung lesen Sie hier .

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