Fußball-WM 2026: Fifa-Präsident Gianni Infantino verteidigt hohe Ticketpreise

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Gianni Infantino, Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa, hat die viel kritisierte Entwicklung der Ticketpreise für die anstehende WM in den USA, Mexiko und Kanada verteidigt.

»Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist. Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden«, sagte Infantino bei der Milken Institute Global Conference in Beverly Hills, auf der sich Akteure aus Finanzen, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft treffen.

»In den USA kann man sich kein College-Spiel ansehen – ganz zu schweigen von einem Profispiel auf einem bestimmten Niveau – für weniger als 300 Dollar«, sagte Infantino: »Und das ist die Weltmeisterschaft«. Der Schweizer stellte des Weiteren den Einfluss der Weiterverkaufskultur in den USA auf die Ticketpreise heraus, den die Fifa bei ihrer Bepreisung ebenfalls bedenke.

»Wenn man also Tickets zu einem zu niedrigen Preis verkauft, werden diese Tickets zu einem viel höheren Preis weiterverkauft«, sagte Infantino: »Und tatsächlich landen die Tickets, obwohl manche Leute sagen, dass unsere Ticketpreise hoch sind, auf dem Weiterverkaufsmarkt zu einem noch höheren Preis, der mehr als doppelt so hoch ist wie unser Preis«. Die Fifa verdient an den Wiederverkäufen allerdings selbst mit (mehr dazu lesen Sie hier).

In der vergangenen Woche waren auf der Weiterverkaufsplattform der Fifa etwa vier Tickets für das WM-Finale am 19. Juli in New York zum Preis von mehr als zwei Millionen US-Dollar pro Stück angeboten worden.

»Wenn manche Leute Tickets für das Finale für zwei Millionen Dollar auf dem Weiterverkaufsmarkt anbieten, bedeutet das erstens nicht, dass die Tickets zwei Millionen Dollar kosten«, sagte Infantino dazu: »Und zweitens bedeutet das nicht, dass jemand diese Tickets kaufen wird«. Sollte jemand Tickets zu diesem Preis erwerben, werde er »ihm persönlich einen Hotdog und eine Cola bringen, um sicherzustellen, dass er ein großartiges Erlebnis hat«, so der 56-Jährige.

Fans beschweren sich

Die Fifa sah sich wegen der Ticketpreise zuletzt deutlicher Kritik ausgesetzt. Die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) hatte im März sogar bei der EU-Kommission eine Klage gegen den Weltverband eingereicht.

Das teuerste Ticket für das Finale der Weltmeisterschaft 2022 in Katar hatte zum Nennwert etwa 1.600 Dollar gekostet, während die teuerste Karte für das Endspiel des diesjährigen Turniers in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) ursprünglich etwa 11.000 Dollar kostet. Infantino betonte, dass 25 Prozent der Tickets für die Gruppenphase für unter 300 US-Dollar angeboten worden seien.

Hoteliers beklagen mangelnde Buchungen

Derweil bleiben die Hotelreservierungen in den USA in Zusammenhang mit der WM rund einen Monat vor Turnierstart weit hinter den Erwartungen der Branche zurück. Das geht aus einem Bericht des Verbandes American Hotel and Lodging Association (AHLA) hervor.

Der Verband befragte seine Mitglieder in den elf US-Metropolregionen, die Spiele der WM von New York bis Los Angeles ausrichten werden. 80 Prozent gaben an, dass die Hotelbuchungen unter den ursprünglichen Prognosen liegen. Rund 65 Prozent nannten zudem Visahürden und allgemein geopolitische Bedenken als Gründe für die gedämpfte Nachfrage.

US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt eine Verschärfung der Visabestimmungen eingeleitet, die Eskalation bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE verstärkt die allgemeinen Sicherheitsbedenken.

Wie die Trump-Regierung der Tourismusbranche den WM-Sommer ruiniert, lesen Sie hier 

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