Die Cybercrime-Einheit der Pariser Staatsanwaltschaft untersucht einen betrügerischen Datenklau aus einem staatlich betriebenen persönlichen Informationssystem. Beamte der Steuerbehörde bezeichnen den Angriff als ausgeklügelter als vorherige IT-Vorfälle.
Das meldet der französische Auslandsrundfunk RFI (Radio France Internationale) auf seiner Webseite. Die Untersuchungen übernimmt Frankreichs Behörde zum Kampf gegen Cybercrime, unter dem Kürzel OFAC (Office anti-cybercriminalité) bekannt. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, erstreckt sich die Untersuchung auch auf den Verdacht der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung einer Straftat – als Strafmaß dafür ist eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vorgesehen.
Bei dem Angriff konnten Cyberkriminelle Daten von 678.000 Nutzern des französischen Steuersystems abgreifen, sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Die Steuerbehörde gab demnach an, dass der Vorfall komplexer als vorherige Cyberangriffe war. Wie sich das geäußert hat und wie der Angriff genau ablief, erklären die Behörde und der RFI jedoch nicht. Laut Le Monde wurde der Zugriff der Angreifer bereits Ende Juni bei einer Routineprüfung unterbunden, der Datenabfluss selbst aber nicht bemerkt. Am vergangenen Mittwoch tauchte jedoch in einem digitalen Untergrundforum ein Eintrag auf, der den Diebstahl behauptet. Der Täter behauptet dort, mittels VPN Zugriff auf ein internes Tool der Steuerbehörde erlangt zu haben.
Persönliche Daten abgeflossen
Von Privatpersonen sind Informationen wie die vollen Namen, Angaben zum Familienquotienten, zu versteuerndes Einkommen und Quellensteuerraten abgeflossen. Zugangsdaten zur Webseite der Steuerverwaltung seien jedoch nicht darunter. Betroffene sollen in dieser Woche informiert werden. Die Hinweise sollen Warnungen vor möglichem Identitätsdiebstahl und Betrugsversuchen mit dem Ziel, weitere persönliche Informationen zu ergattern, umfassen. Gestohlene Daten von Unternehmen erachtet die Finanzbehörde als weniger sensibel. Sie umfassen Steuernummern, Geschäftsanschriften und die Adresse des autorisierten Unternehmensvertreters.
In Frankreich häufen sich die IT-Vorfälle derzeit. Im Juni etwa wurden Angriffe auf den französischen Regierungs-Messenger Tchap bekannt. Davon waren rund 73.000 Nutzerinnen und Nutzer betroffen, was knapp neun Prozent der Nutzerbasis entsprach. Im Februar gelang es Angreifern, auf eine nationale Bankkonten-Datenbank zuzugreifen und dabei Informationen zu 1,2 Millionen Konten abzurufen.
(dmk)











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