Forschungsstelle Osteuropa: Universität Bremen sieht Einschüchterungsversuch von russischer Justiz

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Die russische Justiz hat die Forschungsstelle für Osteuropa der Uni Bremen als unerwünschte Organisation eingestuft. Ihre Rektorin spricht von »doppelter Sanktionierung«.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Aktualisiert am 17. August 2026, 15:54 Uhr

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Die Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen darf nicht mehr in Russland forschen. © Sina Schuldt/​dpa

Die Universität Bremen sieht die russische Einstufung der Forschungsstelle Osteuropa (FSO) als unerwünschte Organisation als einen Einschüchterungsversuch. Der in der vergangenen Woche vollzogene Schritt bedeutet, dass die FSO und auch ihre Mitglieder keinerlei Forschungsaktivitäten in Russland mehr ausüben dürfen. Außerdem sei mit dieser Einstufung auch russischen Einrichtungen jede Kooperation untersagt, schrieb die Uni Bremen in einer Stellungnahme.

Die Universität Bremen teilte auch mit, dass die FSO eine Zweigstelle und damit Teil der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sei. Diese wurde von Russland 2024 sogar zur »extremistischen Organisation« erklärt. Das könne noch deutlich weitreichendere Strafmaßen zur Folge haben. »Insofern kann man die nunmehr ›doppelte Sanktionierung‹ des FSO als einen nochmaligen Ausdruck der Wissenschaftsfeindlichkeit Russlands und als weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern betrachten«, sagte Rektorin Jutta Günther.

Mehrere deutsche Organisationen stehen auf der Liste

Das russische Justizministerium hatte seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen erweitert, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe wurden nicht genannt. Aufgeführt werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten. Auf der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst sowie zahlreiche politische Stiftungen.

Die FSO sei »ein Ort, an dem der Ostblock und seine Gesellschaften mit ihrer spezifischen Kultur aufgearbeitet sowie die gegenwärtige Entwicklung in der post-sowjetischen Region analysiert werden«, schreibt die Forschungsstelle auf ihrer Internetseite. Die FSO gibt mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen kostenlose Länder-Analysen mit Einschätzungen zu politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen heraus, neben Russland etwa auch für Belarus. Auch mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine befassen sich die Wissenschaftler.

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