Der niederländische Rennfahrer Max Verstappen (Red Bull) hat massive Kritik an den neuen Regeln in der Formel 1 geübt. »Es fühlt sich nicht mehr wie Formel 1 an, eher wie Formel E auf Steroiden«, sagte der viermalige Weltmeister im Rahmen der Testfahrten in Bahrain: »Als Vollblut-Fahrer genieße ich es, wenn ich voll fahren kann und im Moment kann man das nicht. Für mich ist das einfach nicht Formel 1.«
Ab dieser Saison setzen in der Königsklasse des Motorsports weitreichende Regeländerungen ein, die mehr Spannung und direkte Duelle auf der Strecke bringen sollen. Vieles ist neu: Die Autos sind kleiner und leichter, die Aerodynamik wurde angepasst, der große Streitpunkt ist aber das Thema Antrieb: Der klassische Verbrennungsmotor darf nur noch 50 Prozent der Leistung liefern, der Rest kommt aus einer Batterie. Die elektrische Leistung, zu der auch ein Boost-Knopf für Überholmanöver gehört, werden sich die Fahrer gut einteilen müssen.
»Langsamer als die Formel 2«
Für Verstappen ist dieses Wirtschaften »Anti-Racing«, weil er nicht die ganze Zeit Vollgas geben kann. »Es geht nur noch um Energieeffizienz und Management«, beschwerte sich der 28-Jährige. Und er ist nicht der einzige Kritiker der Regel-Revolution. Auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Ferrari) schaltete sich ein.
»Du brauchst ein Diplom, um alles zu verstehen«, sagte der 41 Jahre alte Brite: »Die Fans werden es nicht kapieren, wie viel von dem Energie-Management dem Fahrer und der Software überlassen ist.« Und dann stellte Hamilton noch fest, was nicht sein darf in der Formel 1: »Wir sind langsamer als die Formel 2 momentan«.
Verstappen räumte bei seinen Auslassungen ein, dass »viele Leute nicht glücklich mit dem sein« werden, »was ich hier sage«. Und der Konter kam dann auch prompt von seinem aktuell ärgsten Rivalen. »Wenn er zurücktreten will, dann kann er ja zurücktreten«, sagte Weltmeister Lando Norris (McLaren), der Verstappen im Vorjahr in einem spannenden Saisonfinale entthront hatte.
Tatsächlich klang es so, als sei ein Rücktritt für Verstappen zumindest nicht ganz ausgesclossen. »Wir werden sehen«, sagte Verstappen über seine Zukunft, bereits in den vergangenen Jahren hatte er immer mal wieder mit seinem Abschied kokettiert – sofern er keinen Spaß mehr in der Formel 1 hat. Schon jetzt kam die Frage auf, ob Verstappen bald für sein eigenes GT3-Team fahren wird. »Wenigstens kann ich dort Vollgas fahren, ohne auf meine Batterie achten zu müssen«, sagte er.

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