Falkenberg: AfD-Bundesvorstand relativiert rechtsextreme Parole bei Teenager-Party

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Die AfD im Brandenburger Landtag hält die Kritik an den rechtsextremen Gesängen auf einer Teenager-Party in einem Club in Falkenberg/Elster für übertrieben. »Da rastet unser Ministerpräsident mal so richtig aus, wenn dieses Lied gespielt wird und ein paar Jugendliche in Brandenburg, wenn sie feiern gehen, mal ein paar Sätze sagen, die vielleicht nicht jeder schön finden muss«, relativierte der AfD-Bildungspolitiker Dennis Hohloch, der auch Mitglied im Bundesvorstand der AfD ist, den rassistischen Vorfall. Er glaube, dass die Kinder und Jugendlichen »sicherlich kein Grund« dafür seien, dass der Staatsschutz eingeschaltet werden müsse. Hohloch nannte diesen Vorgang »lächerlich«.

Regierungschef reagiert mit Fassungslosigkeit

Kinder und Jugendliche hatten vor einigen Tagen in einem Club zu dem Lied »L'Amour toujours« rechtsextreme Gesänge angestimmt. In einem Video auf Instagram ist zu hören, wie mehrfach gerufen wird: »Deutschland den Deutschen, Ausländer raus.« Der Partyhit »L'Amour toujours»« ist mehr als 20 Jahre alt. Er wird immer wieder für rassistische Parolen missbraucht. Für große Empörung sorgte im Jahr 2024 ein Video, das Besucher einer Bar auf der Nordsee-Insel Sylt  zeigt, wie sie die Sätze riefen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich fassungslos über den Vorfall in Falkenberg/Elster gezeigt. »Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein«, schrieb er vergangene Woche bei Instagram. »Wir dürfen dazu niemals schweigen!« Der Landesbischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, zeigte sich ebenfalls erschüttert.

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Die AfD-Landtagsfraktion verteidigte die Verwendung der Parolen im Fall der Teenager-Party: »Wenn die Kinder sowas singen, dann ist es ein Ausdruck einer Bedrängnis und einer schier unerträglichen Lage«, behauptete Fraktionschef Hans-Christoph Berndt. Das bezog er auch auf das Problem zunehmender Gewalt an Schulen. In Cottbus hatten Eltern einer Grundschule im vergangenen Jahr von Gewalt im Zusammenhang mit einem vergleichsweise hohen Migrationsanteil berichtet.

Die SPD wandte sich gegen die rassistischen Ausrufe und warnte davor, dass sich dies in die Jugendkultur eingräbt. »Ich halte das für höchst gefährlich, dem muss natürlich ganz stark entgegengetreten werden«, sagte Brandenburgs SPD-Fraktionschef Björn Lüttmann. »Diese Verharmlosung vorzunehmen, ist natürlich eine Taktik der AfD, die wir ihnen nicht durchgehen lassen können.« Auch der BSW-Fraktionsvorsitzende Niels-Olaf Lüders sagte mit Blick auf die Gesänge: »Wir verurteilen das.«

Der Betreiber der Teenie-Disco hatte nach eigenen Angaben bedauert, was aus dem Lied gemacht worden sei. Er kündigte an, er wolle DJs besser auf solche Situationen vorbereiten, um schneller reagieren zu können. Das Lied wurde dem Betreiber zufolge zweimal abgespielt.

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