Anja Dargatz war in Caracas unterwegs, als das Erdbeben in Venezuela ausbrach. Sie erlebte, wie die Menschen reagierten: mit Panik – und mit Zusammenhalt.
25. Juni 2026, 14:54 Uhr
Anja Dargatz hat das schwere Erdbeben in Venezuela miterlebt. Sie leitet das Büro der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Caracas.
DIE ZEIT: Frau Dargatz, ich erreiche Sie in Caracas. Geht es Ihnen gut?
Dargatz: Ja, dem Team und mir geht es gut. Ich konnte heute Nacht in Räumen der deutschen Botschaft übernachten. In mein Haus kann ich allerdings bislang nicht zurück. Das steht zwar noch, aber es hat Schäden, und die müssen erst überprüft werden.
ZEIT: Wo haben Sie das Erdbeben erlebt?
Dargatz: Ich war in einer ganz anderen Ecke von Caracas, einem Armenviertel. Die Stöße kamen so gegen 19 Uhr. Sie waren dort allerdings schwächer als da, wo ich wohne. Zu Hause durfte ich später nur kurz rein, um nötige Sachen herauszuholen. Zunächst habe ich auch meine Wohnungstür nicht aufbekommen, weil sie verkantet ist. Auch die Wasserrohre sind gebrochen, und wie es um die Elektrizität steht, weiß man auch nicht. Deswegen sollen wir das Haus erst mal nicht betreten.

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