Er war Patient in einem Krankenhaus im englischen Leeds – und schaffte es, einen Angestellten von einem Bombenangriff auf die Einrichtung abzubringen. Von seiner heldenhaften Tat hat Nathan Newby, 35, nun erstmals öffentlich erzählt, wie etwa BBC und »Guardian« berichten. Demnach fragte der Beinahe-Attentäter ihn nach einer Umarmung – und forderte Newby dann auf, »die Polizei zu rufen, bevor ich es mir anders überlege«.
Mohammad Farooq, den Medienberichten nach klinische Hilfskraft im St. James’s Hospital, hatte im Januar 2023 eine funktionsfähige Bombe mitgebracht, um »so viele Krankenschwestern wie möglich zu töten«. Im vergangenen Jahr wurde er zu mindestens 37 Jahren Haft verurteilt.
Während des Prozesses sei Farooq als »selbst radikalisierter Einzeltäter« beschrieben worden, beeinflusst von der radikal-islamistischen Terrororganisation »Islamischer Staat«. Außerdem soll er lange einen Groll gegen Krankenschwestern auf seiner Station gehegt haben. Die Bombe soll schätzungsweise »doppelt so groß« gewesen sein wie die vom Anschlag auf den Boston-Marathon 2013, bei dem drei Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden.
»Wenn die Bombe detoniert, trifft sie nur ihn und mich«
In der Nacht sei er herausgegangen, um eine E-Zigarette zu rauchen, sagte Newby. Dort habe er Farooq gesehen, der keinen guten Eindruck gemacht habe. »Ich bin einfach herübergegangen, um zu sehen, ob es ihm gut geht und ob ich ihn aufmuntern könnte«, so Newby.
Schließlich habe Farooq ihm erzählt, dass er sich »irgendwie rächen« wolle. Eine Stunde später habe er dann offenbart, eine Bombe bei sich zu haben. Newby habe demnach gemerkt, dass das Ernst sei und ließ sich den Sprengsatz zeigen. Er erzählte nun, selbst auch Angst gehabt zu haben – es sei aber sein Hauptanliegen gewesen, Farooq von dem Gebäude wegzubringen. Daher habe er ihn nach dem möglichen Radius des Sprengsatzes gefragt. »Wenn die Bombe detoniert, trifft sie nur ihn und mich«, habe er sich damals gedacht. In den Stunden darauf hätten die beiden dann »einfach nur geplaudert«, Newby habe Farooq von seinen eigenen Problemen erzählt, damit dieser sich besser fühle.
Farooq habe Newby dann um eine Umarmung gebeten, was Newby ihm erfüllt habe. Newby sagte, er halte Farooq »wahrscheinlich für einen netten Kerl«, der »zu dieser Zeit eine schwere Zeit durchgemacht habe«. Sich selbst sehe er als jemanden, der »einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort« gewesen sei.
Die Richterin in dem Prozess sagte, Newbys »Anstand und Freundlichkeit« hätten eine »Gräueltat in einer Entbindungsstation verhindert«. Dessen Aussage sei »eine der bemerkenswertesten gewesen, die das Gericht je gehört habe«. Am Mittwoch erhält Newby dafür die »George Medal« – die zweithöchste zivile Auszeichnung im Vereinigten Königreich.

vor 2 Stunden
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