Energie: Schneider will Ort für Atommüll-Endlager bis 2050

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Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verlangt mehr Tempo bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager. „Wir müssen schneller zu einer Festlegung kommen“, sagte Schneider beim Besuch des Zwischenlagers Nord in der Nähe von Greifswald. Schneider arbeitet derzeit an einer Neufassung des Gesetzes über die Standortauswahl, einen Entwurf habe er jetzt in die Abstimmung zwischen den Ministerien gegeben. Zieldatum für die Festlegung: spätestens 2050.

Das ist deutlich später, als das Gesetz bisher verlangt. Ursprünglich sollte das Endlager bis 2031 gefunden sein. Dieser Termin galt allerdings schon als unrealistisch, als das Gesetz 2017 erlassen wurde. Als Gutachter im Auftrag des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung vor zwei Jahren nachrechneten, wie lange die Suche dauern könnte, kamen sie auf das Jahr 2074. In früheren Entwürfen für Schneiders Gesetz fehlte daraufhin jegliches Zieljahr. Schließlich gehe es darum, das „bestmögliche“ Endlager zu finden.

„Mit Genehmigung und Bau sind wir dann im nächsten Jahrhundert“

Schneider verweist nun auf neue Technologien, die auch die Endlagersuche beschleunigen dürften. So kennt die Öl- und Gasindustrie mittlerweile auch vertikale Bohrungen in der Tiefe. Dadurch wird es leichter, den tiefen Untergrund zu untersuchen, ohne dabei gleich ein ganzes Bergwerk errichten zu müssen. „Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse machen es möglich, auf diesen Schritt zu verzichten“, wirbt Schneider. Tatsächlich ließe sich so viel Zeit sparen.

Derzeit arbeitet die Bundesgesellschaft für Endlagerung an der Festlegung sogenannter Standortregionen. Sie sollen im kommenden Jahr feststehen. Anschließend müssen sie allerdings erst eingehender untersucht werden. Gebohrt würde erst, um mehrere konkrete Standorte miteinander zu vergleichen – bis schließlich einer davon ausgewählt wird.

2050 sei dafür ein realistisches Datum, findet Schneider. Und auch dann wird es noch eine Weile dauern, schließlich muss das geplante Endlager dann erst errichtet werden. „Mit Genehmigung und Bau sind wir dann im nächsten Jahrhundert“, sagt Schneider. Wenn alles klappt.

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