O-Ton:
»Die Politiker müssen mal ihren Arsch hochkriegen.«
Die Nerven an vielen amerikanischen Flughäfen liegen blank. Seit Tagen müssen Reisende teils stundenlang vor den Sicherheitskontrollen Schlange stehen – beäugt von Agenten der Einwanderungsbehörde ICE.
Der Grund: Wegen der seit Mitte Februar andauernden Haushaltsblockade bekommen die rund 50.000 Beamten der Transportation Security Administration, TSA, derzeit keinen Lohn. Ihre Chefin beklagt die Zustände vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.
Ha McNeill, TSA-Administratorin:
»Einige schlafen in ihren Autos, verkaufen Blut und Plasma und nehmen Nebenjobs an, um über die Runden zu kommen – und das alles, während von ihnen erwartet wird, dass sie in Uniform Höchstleistungen erbringen, um die Reisenden zu schützen.«
Die Ausfallquote bei den Flugsicherheitsbeamten liege laut der TSA an einigen Flughäfen bei über 40 Prozent. Mehr als 480 Beamte hätten gekündigt. Ein großer Teil arbeitet weiter – aber ohne Bezahlung und mit Mehrbelastung.
O-Töne:
»Ich verstehe, dass es so lange dauert, wenn sie nicht bezahlt werden. Ich arbeite ja auch nicht umsonst. Das erwarte ich auch nicht von ihnen.«
»Jeder bekommt doch eigentlich sein Geld und muss Rechnungen bezahlen. Solche Verzögerungen sollte es nicht geben oder wir brauchen zumindest einen Plan B.«
Der Shutdown dauert an, weil die US-Demokraten den Haushalt des Heimatschutzministeriums blockieren. Sie wollen die Einsätze der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE einschränken, die Republikaner beharren allerdings auf ihren Positionen.
Und Trump? Der US-Präsident hatte zuletzt erklärt, dass er mit keiner Einigung zufrieden sein werde. Er kritisierte die Demokraten für ihre Blockade – und orderte ICE-Beamte an mehrere Flughäfen. Sie sollen dort für Sicherheit sorgen und die TSA-Beamten entlasten. Vor allem aber soll die Maßnahme den Druck auf die Demokraten erhöhen. Denn für viele Aufgaben der TSA sind die ICE-Beamten gar nicht ausgebildet.
Da der Kongress in den kommenden Tagen in die Frühlingspause geht, werden die Rufe nach einem Ende des bereits 41-tägigen Shutdowns immer lauter. Sollte es weiter keine Einigung geben, könnten die TSA-Mitarbeiter ihren schon zweiten Gehaltscheck verpassen, die Passagiere weiter Schlange stehen und bald die Nationalgarde an den Flughafen zum Einsatz kommen. Denn das ist Donald Trumps jüngste Drohung.

vor 3 Stunden
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