Tragödie in Crans-Montana Rettungsdienst stellt Anzeige wegen veröffentlichter Notrufe nach Brandkatastrophe
Nach dem tödlichen Unglück in Crans-Montana landeten Notrufe aus der Nacht in den Medien. Nun haben die Retter Anzeige gegen unbekannt gestellt – wegen der »unrechtmäßigen Weitergabe interner Dokumente«.
06.04.2026, 10.38 Uhr
Gendenken an die Opfer in Crans-Montana Anfang Januar
Foto: Harold Cunningham / Getty ImagesMehr als drei Monate nach der tödlichen Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana haben die örtlichen Rettungsdienste wegen veröffentlichter Notrufe die Justiz eingeschaltet. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) erfuhr, wurde »Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht«. Grund dafür sei die »unrechtmäßige Weitergabe interner Dokumente«. Die KWRO arbeite mit den Ermittlern zusammen und werde keinen weiteren Kommentar abgeben.
Laut einem Bericht der Schweizer »Sonntagszeitung« bezieht sich die Strafanzeige auf den Vorwurf des Verstoßes gegen das Berufs- und Amtsgeheimnis sowie das Datenschutzgesetz. Demnach seien jegliche Audioaufzeichnungen der Notrufe aus der Unglücksnacht an die ins Verfahren involvierten Anwälte und Ermittler weitergeleitet worden. Darunter sollen sich auch solche befunden haben, die keinen Bezug zu dem Unglück in Crans-Montana hatten. Inhalte der Notrufe wurden später in mehreren Medien veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft gab der Zeitung zufolge keine Stellungnahme ab.
41 Tote, 115 Verletzte
Infolge des Brandes im Untergeschoss der Bar »Le Constellation« in Crans-Montana waren 41 Menschen ums Leben gekommen. 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen und liegen noch immer im Krankenhaus. Den Ermittlern zufolge wurde die Brandkatastrophe wahrscheinlich durch Feuerwerksfontänen ausgelöst. Diese waren an Flaschen befestigt und wurden zu nah an die schaumverkleidete Decke gehalten.
Gegen die Betreiber der Bar »Le Constellation« sowie gegen den ehemaligen und den aktuellen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana, den Gemeindepräsidenten und weitere Personen wird ermittelt. Die Vorwürfe lauten fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung.

vor 2 Stunden
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