Nach Trump-Kritik an ABC-Comedian Jimmy Kimmel werden die Lizenzen des Senders vorzeitig geprüft. Kimmel hatte einen Witz auf Kosten der First Lady gemacht.
28. April 2026, 21:58 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, mns
Nach der Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem ABC-Moderator Jimmy Kimmel hat die Medienaufsichtsbehörde FCC eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen des Senders ABC angeordnet. Kimmel hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer »werdenden Witwe« bescheinigt.
Die US-Medienaufsicht FCC hat Disney, dem der Sender gehört, aufgefordert, für acht ABC-Sender neue Anträge zur Verlängerung ihrer Sendelizenzen einzureichen. Dies war eigentlich erst für 2028 geplant. Die Überprüfungen können dazu führen, dass die FCC dem Sender entsprechende Lizenzen entzieht. Die FCC hat das seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gemacht.
Trump sieht in dem Witz ein Aufruf zu Gewalt
Dieser vorzeitige Schritt erfolgt unmittelbar nach der Forderung von Trump den ABC-Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel zu entlassen. Nach der Ausstrahlung der Sendung kritisierte Trump den Comedien und sprach von einem »verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt«. Am Montag forderte er, dass Kimmel sofort von Disney und ABC gefeuert werden müsse.
Trotz der Kritik des Präsidenten an Kimmels Witz blieb dieser am Montag auf Sendung. In seiner Sendung wies er die Kritik von sich. Ihm zufolge ging es ihm bei dem Witz um den Altersunterschied zwischen dem US-Präsidenten und seiner Ehefrau. Bei der umstrittenen Bemerkung über Melania Trump handele es sich um »einen sehr milden Spott über die Tatsache, dass er fast 80 Jahre alt ist – und sie jünger als ich«, sagte Kimmel. »Wie man es auch verstehen möchte, es war auf keinen Fall ein Aufruf zu einer Ermordung und das wissen sie«, fügte er hinzu. Trump wird im Juni 80 Jahre alt, seine Frau Melania ist 56.
Unabhängig dieses Konflikts hatte Trump zuletzt die FCC wiederholt unter Druck gesetzt, die Lizenzen der NBC- und ABC-Sender zu überprüfen und wenn möglich zu entziehen. Er begründet das mit dem von ihm als anstößig empfundenen Programm, welches die Sender zeigen. Disney äußerte sich zu der vorzeitige Überprüfung zunächst nicht.
Die demokratische FCC-Kommissarin, Anna Gomez, ordnete die Überprüfungen währenddessen als rechtswidrig ein. »Das ist beispiellos, rechtswidrig und führt zu nichts. Dieser politische Schachzug wird nicht funktionieren«, sagte Gomez. Weiter fordert sie Unternehmen dazu auf, sich entschieden dagegen zu stellen.

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