Claude Opus 5 soll Sicherheitslücken auf Mythos-Niveau finden

vor 9 Stunden 1

Anthropic bringt das KI-Modell Claude Opus 5 heraus, das auf den Vorgänger Opus 4.8 folgt. Es ist als Arbeitstier für den Alltag gedacht, kommt in mancherlei Hinsicht aber an Claudes Hochleistungsmodell Mythos 5 heran.

In seiner Pressemitteilung hebt Anthropic vor allem die effizientere Arbeitsweise von Opus 5 hervor: Konkret soll Opus 5 im Vergleich mit Opus 4.8 bei denselben Kosten deutlich mehr Leistung bringen, insbesondere im Bereich Softwareentwicklung. Anthropic verweist hier auf diverse intern geprüfte Benchmarks.

Anthropics aktuelle Modelle und Konkurrenzmodell ChatGPT 5.6 im Anthropic-internen Benchmark-Vergleich.

(Bild: Anthropic)

In der Benchmark-Tabelle fällt besonders auf, dass Opus 5 sehr oft an Anthropics Highend-Modell Fable 5 herankommt oder dieses sogar aussticht, dabei kostet die Nutzung von Fable 5 laut Claude-Dokumentation doppelt so viel.

Auch im Alignment-Bereich verspricht Anthropic Verbesserungen. Unerwünschtes Verhalten zeige das Modell deutlich seltener als etwa Mythos 5, Sonnet 5 und Opus 4.8. Bei Aufgaben im Cybersicherheitsbereich soll Opus 5 teilweise an die Leistungsfähigkeit von Mythos 5 herankommen. Das Mythos-Modell wurde durch seine ausgeprägten Fähigkeiten im Finden und Ausnutzen von Software-Sicherheitslücken bekannt.

Man habe Opus 5 zwar nicht mit Cybersicherheits-Aufgaben trainiert, betont Anthropic, allerdings seien seine generellen Fähigkeiten gut genug, um beim Finden von Sicherheitslücken an Mythos 5 heranzureichen. Wege, um die Lücken auszunutzen, muss man mit Opus 5 dann doch eher selber finden. Hier soll das neue Modell deutlich hinter Mythos bleiben, gelobt Anthropic.

Anthropic-Angaben: Vergleich von Opus 4.8, Opus 5 und Mythos 5 beim Finden und Ausnutzen von Sicherheitslücken.

(Bild: Anthropic)

Die Safeguards von Opus 5 sollen indes deutlich weniger streng sein als die von Fable 5, welches als „sichere“ Version von Mythos 5 für die Allgemeinheit vorgesehen ist.

Bei Safeguards sei Opus 5 insgesamt ähnlich aufgestellt wie Opus 4.8. Anthropic hebt aber hervor, dass Opus 5 es nicht erlaubt, kompilierten Code nach Sicherheitslücken zu scannen. Dieses Vorgehen wird laut dem Hersteller gern von Cyberkriminellen genutzt. Autorisierte Anwender können über Anthropics Cyber Verification Program aber auch Aufgaben mit dem Modell ausführen, die normalerweise von den Safeguards unterbunden würden.

Opus 5 gibt es ab sofort zum selben Preis wie Opus 4.8. Fünf Millionen Input-Tokens kosten 5 US-Dollar, pro Million Output-Tokens werden 25 Dollar fällig. Zum doppelten Preis gibt es auch den Fast Mode, bei dem Opus 5 etwa 2,5-mal so schnell arbeiten soll.

US-amerikanische KI-Modelle geraten gerade durch das Modell Kimi K3 des chinesischen Startups Moonshot unter Druck. Dieses soll deutlich effizienter und kostengünstiger arbeiten als die US-Konkurrenz. Kimi K3 soll mit seiner Leistung bereits an Claude Opus 4.8 herankommen. In einem offenen Brief haben sich 25 Tech-Unternehmen, vorwiegend aus den USA, deswegen für ein offenes KI-Ökosystem ausgesprochen. Anthropic und OpenAI gehören nicht zu den Unterzeichnern.

(nen)

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