Champions League: FC Bayern-Trainer Vincent Kompany wird von Aaron Danks ersetzt

vor 2 Stunden 1

Ausgerechnet gegen die neben den Bayern »formstärkste Mannschaft Europas«  fehlt der Belgier mit einer Gelb-Sperre und muss auf der Tribüne des Parc des Princes Platz nehmen.

Wie viel Einfluss kann er dennoch aufs Spiel nehmen und wer ist der Mann, der ihn an der Seitenlinie vertritt?

Wieso ist Kompany gesperrt?

Beim spektakulären 4:3 (2:3) im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid war der Belgier in der ersten Hälfte von Schiedsrichter Slavko Vinčić verwarnt worden. Kurz vor Reals zwischenzeitlichem 3:2 in der 42. Minute hatte Kompany ein Foul an Münchens Josip Stanišić gesehen und sich beim vierten Offiziellen beschwert. Es war seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb – was nach Uefa-Statuten eine Sperre im folgenden Spiel nach sich zieht.

Vincent Kompany gegen Real Madrid

Vincent Kompany gegen Real Madrid

Foto: Bernd Feil / M.i.S. / MIS / IMAGO

Für Kompany eine nicht nachvollziehbare Entscheidung: »Ich glaube, es ist auch normal in dieser Phase, dass ich da was sage«, sagte der Belgier. »Meine Worte waren nicht falsch. Ich versuche immer, respektvoll zu bleiben, war ich auch.« Er sei überzeugt, die Mannschaft werde das lösen: »Ich habe volles Vertrauen – und beim Rückspiel bin ich ja wieder dabei«, sagte Kompany gelassen.

Was darf Kompany im Stadion?

Nach Artikel 69 der »Uefa Disciplinary Regulations« darf sich ein gesperrter Trainer weder in der Nähe des Spielfelds noch im Bereich der Mannschaftsbänke aufhalten. Er muss auf der Tribüne Platz nehmen. Zudem ist ihm die direkte Kommunikation mit Spielern sowie dem Trainer- und Betreuerstab untersagt. Anweisungen per Handy an den Trainerstab – etwa für taktische Anpassungen oder Ein- und Auswechslungen – sind damit ebenfalls ausgeschlossen.

Kompany darf weder vor noch während der Partie die Umkleidekabine oder den Spielertunnel betreten. Heißt: Er kann im Mannschaftsbus mit dem Team anreisen und dort eine letzte Ansprache halten – anschließend muss er die Mannschaft verlassen.

Laut »Bild«-Zeitung soll ein Uefa-Mitarbeiter Kompany währenddessen durchgehend beobachten und die regelkonforme Einhaltung der Sperre kontrollieren. »Die Abläufe sind klar, bis wann ich etwas machen darf. Aber letztendlich ist es so: Gesperrt ist gesperrt«, sagte Kompany.

Wer ersetzt ihn?

Den Platz am Spielfeldrand wird Kompanys Co-Trainer Aaron Danks übernehmen. Der 42 Jahre alte Engländer ist seit Kompanys Amtsantritt im Juli 2024 beim FC Bayern vor allem für die tägliche Trainingsplanung zuständig. In dieser Saison ist der Standardspezialist bei Eckbällen und Freistößen der Münchner immer wieder bis an die Seitenlinie vorgerückt und hat Anweisungen gegeben. Zudem bekleidet er laut Club das Amt des »Hüters« des Porzellan‑Kakadus, den die Bayern im vergangenen Jahr aus dem Restaurant »Käfer« entwendeten und zuletzt bei Titelgewinnen präsentierten.

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Danks war zuvor Co-Trainer in Middlesbrough und bei Aston Villa sowie beim RSC Anderlecht. Bei den Belgiern arbeitete er bereits unter Kompany. Zwischen 2016 und 2021 hatte er außerdem verschiedene Funktionen bei Englands Jugendnationalmannschaften inne. Unter seiner Anleitung debütierte Jamal Musiala in Englands U21.

»Danksi hat schon Erfahrung. Und er hat auch eine laute Rolle im Training«, sagte Kompany, der betonte: »Ich habe 100 Prozent Vertrauen in unseren Staff.«

Könnte sich Kompany eine kreative Lösung überlegen?

Auch Trainerkollege José Mourinho war 2005 in der Champions League gesperrt – damals als Chelsea-Coach sogar für Hin- und Rückspiel des Viertelfinals gegen den FC Bayern. Mourinho soll sich damals mithilfe des Zeugwarts in einem Wäschekorb versteckt haben und so trotz Sperre bei der Mannschaft in der Kabine gewesen sein.

Für Kompany kommt ein solches Manöver wohl nicht infrage, wie der sagt: »Ich bin 1,92 Meter groß – ich passe in keine Box.«

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