Champions League: BVB nach Sieg gegen Atalanta Bergamo im Playoff-Hinspiel auf Achtelfinalkurs

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BVB-Leistungsträger Serhou Guirassy (l.) und Julian Ryerson
BVB-Leistungsträger Serhou Guirassy (l.) und Julian Ryerson

BVB-Leistungsträger Serhou Guirassy (l.) und Julian Ryerson

Foto: Bernd Thissen / dpa

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Szene des Spiels: Ganz am Rand des Spielfelds in der Partie Borussia Dortmund gegen Atalanta, an der linken Außenlinie, erreichte Serhou Guirassy kurz hinter der Mittellinie ein langes Anspiel. Mit dem Gegenspieler im Rücken konnte der BVB-Stürmer den Ball abschirmen, passte zum nachgerückten Felix Nmecha, um sich sofort um die rechte Achse zu drehen und loszusprinten. Nmecha spielte steil in Guirassys Lauf, der den guineischen Nationalspieler bis an den Strafraum führte. Dort hob Guirassy den Kopf, entdeckte den mitgelaufenen Maximilian Beier und bediente diesen im richtigen Moment mit einem scharfen Querpass direkt vor das Tor. Für Guirassy war es der zweite Scorerpunkt in der ersten Hälfte, die Dortmunder 2:0-Führung war gesichert (42. Minute), das Spiel so gut wie entschieden.

Ergebnis: Borussia Dortmund gewann im Hinspiel der Champions-League-Playoffs 2:0 gegen den italienischen Erstligisten Bergamo und hat dadurch eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in Bergamo am 25. Februar. Der Gewinner zieht ins Achtelfinale der Königsklasse ein.

Notnagel: Vor Anpfiff stand bei Dortmund ein Spieler im Fokus, der noch nie in der Königsklasse gespielt hatte und selbst in der Bundesliga jüngst zu seinem erst zweiten Einsatz kam. Sein Name ist Luca Reggiani, Innenverteidiger, 18 Jahre alt. Vor vier Tagen musste er schon gegen Mainz ran, weil Abwehrchef Nico Schlotterbeck muskuläre Probleme hatte. Seitdem wurde es nicht besser, weil mit Niklas Süle (Oberschenkel) auch die andere Alternative in der Innenverteidigung ausfiel, durfte Reggiani erstmals in seiner BVB-Karriere von Anfang an spielen.

»Was soll das?«  Die Partie begann unpünktlich, weil der Dortmunder Mannschaftsbus spät dran war. BVB-Ikone Mats Hummels, mittlerweile TV-Experte bei Amazon Prime, überraschte das kein bisschen. Aus seiner Zeit in Dortmund weiß er um das übliche Verkehrschaos, wenn zeitgleich zu einem Dortmunder Heimspiel gleich um die Ecke ein Konzert in der Westfalenhalle stattfindet. An diesem Tag war es Herbert Grönemeyer, der die Champions League um eine Viertelstunde nach hinten schob. Das könne nun mal passieren, sagte Hummels, allerdings seien solche Verzögerungen auch »theoretisch vorhersehbar«.

Die erste Hälfte: Schon in der dritten Minute schlug Julian Ryerson mit rechts eine seiner berüchtigten Flanken, im Zentrum hatte Serhou Guirassy beim Kopfball das beste Timing: 1:0. Kurz vor der Pause führte die nächste Ryerson-Flanke, diesmal per Freistoß, beinahe zum nächsten Tor, Waldemar Anton köpfte aber vorbei (41.). Kurz darauf fiel trotzdem das 2:0, das Guirassy mit seiner sehenswerten Aktion auf dem linken Flügel einleitete (42.).

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BVB-Stürmer Serhou Guirassy: Vorbereiter beim 2:0

Foto: Martin Meissner / AP

Zwei sind nicht zu bremsen:  Derzeit wird der BVB von einem ebenso ungleichen wie schlagkräftigen Duo getragen, wie es einst Bud Spencer und Terence Hill formten. Da wäre der rechte Flügelverteidiger Ryerson: In den vergangenen drei Einsätzen hat der norwegische Flankenspezialist sagenhafte sechs Tore vorbereitet, davon vier Stück allein gegen Mainz am vergangenen Freitag. Der andere ist Guirassy, nach einer langen Torflaute hat der Stürmer seine Topform wiedergefunden. Sechs Tore in den vergangenen fünf Spielen, jetzt auch noch die herausragende Vorarbeit zum 2:0. Seit Beginn der Vorsaison hat niemand so viele Scorerpunkte  in der Königsklasse wie Guirassy (17 Tore, sieben Assists).

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Die zweite Hälfte: Nach Wiederanpfiff forderte Dortmund wegen eines angeblichen Fouls gegen Guirassy vergeblich einen Strafstoß (47.). Eine Ryerson-Ecke konnte Atalanta-Keeper Marco Carnesecchi nur direkt zu Julian Brandt klären, dessen Schuss knapp über das Tor ging (67.). Ansonsten gab es kaum noch gefährliche Torchancen. Startelf-Debütant Reggiani machte, bis auf ein Zuspätkommen im ersten Durchgang, für das er Gelb sah, übrigens einen guten Job ohne große Fehler.

Auf schön folgt hässlich: In Lissabon kam es nach dem legendären Vorrundenspiel mit Torwart-Siegtor in der Nachspielzeit zum Rematch zwischen Benfica und Real Madrid. Die Revanche der Königlichen besiegelte ein Weltklasse-Schlenzer von Vinícius Júnior (50. Minute). Doch danach wurde es wild. Als der Argentinier Gianluca Prestianni mit seinem Trikot vor dem Mund etwas zum Brasilianer Vinícius sagte, sprintete dieser prompt zum Schiedsrichter, deutete auf Prestianni und beschwerte sich mit wilder Gestik. Der Unparteiische unterbrach das Spiel gemäß dem Rassismusprotokoll der Uefa, es folgten tumultartige Szenen, ehe es aber doch weitergehen konnte. Was Prestianni genau gesagt hatte, war zunächst unklar. Zu der hitzigen Partie gehörten auch noch Gelb-Rot für Benfica-Trainer José Mourinho wegen Meckerns – und Flaschenwürfe der Benfica-Fans gegen Vinícius.

Vinícius Júnior (r.) trafen in seiner Karriere schon häufiger rassistische Beleidigungen

Vinícius Júnior (r.) trafen in seiner Karriere schon häufiger rassistische Beleidigungen

Foto: Patricia de Melo Moreira / AFP

Turkish Delight: Am frühen Abend hatte der italienische Rekordmeister Juventus beim türkischen Pendant Galatasary in Istanbul gespielt. Dort gab es eine deftige Packung. Nach einem 0:1 drehten die Turiner die Partie zwar zunächst, am Ende verloren sie aber 2:5 (2:1) in Unterzahl. Der ehemalie deutsche Nationalelfkapitän İlkay Gündoğan saß auf der Bank, Leroy Sané durfte bei Galas Gala (hihi) noch 20 Minuten mithelfen, die Fans in Freude zu versetzen.

Weiteres Ergebnis:
AS MonacoParis Saint-Germain 2:3 (2:0)

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