Die Berliner Volksbühne und der Verein Each One Teach One (Eoto) sagen eine gemeinsam geplante Veranstaltung ab. Die Organisatoren hatten geplant, am Freitagnachmittag ausschließlich Menschen der Schwarzen Community ins Freibad vor dem Theater zu lassen. Dazu soll es jetzt aber nicht kommen. Die Volksbühne und der Verein könnten eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag, heißt es in einer Mitteilung.
Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde. Das sogenannte Volksbad ist ein noch bis Anfang Oktober vor der Volksbühne aufgebautes Freibad . Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert. Am Freitag war die Exklusivnutzung von Eoto geplant gewesen.
Diese Exklusivnutzung war auf Kritik gestoßen. Das Schwimmen für Schwarze Kinder und Jugendliche sei zum Ziel rechter und rassistischer Hetze geworden, heißt es von der Volksbühne. Unter anderem AfD-Chefin Alice Weidel hetzte gegen die Pläne.
Auch eine junge Berliner CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sagte, sie fühle sich diskriminiert. In den sozialen Netzwerken hielten ihr Nutzerinnen und Influencer vor, dass sie sich mit ihrem sogenannten White Privilege auseinandersetzen solle. Also mit den Privilegien, die sie in der Gesellschaft aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Namens genieße (mehr zum Begriff hier).
Verein angefeindet
Der Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, hatte die Aktion gegenüber dem SPIEGEL verteidigt. »Wir versuchen damit, dem Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz zu folgen, das vorsieht, Gruppen, die diskriminierende Erfahrungen machen, einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich diskriminierungsfrei bewegen können.«
Doch die Anfeindungen betrafen auch Eoto: »Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social Media«, heißt es. Die Kinder- und Jugendabteilung von Eoto sei von der Berliner Volksbühne eingeladen worden. Das Event durchzuführen, sei aber nicht mehr möglich.

vor 1 Stunde
1










English (US) ·