"Bericht aus Berlin" (ARD): Alexander Schweitzer will einheitliches Deutschlandticket mit Passfoto

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Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) fordert in der Debatte über mehr Sicherheit für Zugpersonal ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild. Die Kollegen des in Rheinland-Pfalz zu Tode geprügelten Zugbegleiters hätten ihm im persönlichen Gespräch gesagt, es würde ihre Arbeit erleichtern, wenn sie nicht mehr die Pässe der Fahrgäste zusätzlich zum Ticket kontrollieren müssten, sagte Schweitzer.

»Darum fordere ich auch ein einheitliches Deutschlandticket. Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen, und ganz oft müssen die Zugbegleiter dann nach dem Personalausweis oder dem Reisepass fragen«, so Schweitzer weiter in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin«. Die Umsetzung »kostet nicht viel Geld, das können wir ganz schnell machen«.

Auch mehr Personalpräsenz durch Doppelbesetzungen von Zügen und die Einführung von Bodycams seien dringend notwendig, aber es brauche noch mehr Vorschläge. Es sei sehr wichtig, jetzt schnell zu handeln. »Deshalb habe ich angeboten, dass wir schon am 5. März auf der Ministerpräsidentenkonferenz – die ich ja leite – dieses Thema Zugsicherheit auch auf die Tagesordnung zu setzen. Das wird auch sicherlich die Debatte noch mal weiter nach vorn bringen.«

Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erwägt, weniger Ausweiskontrollen in Zügen durchführen zu lassen. »Wir haben festgestellt, dass die Identitätskontrollen Auslöser für erhebliche Grundaggressivität sind«, sagte Schnieder dem »Handelsblatt«.

»Man könnte die Gewalt um etwa 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichtet«, so Schnieder. Denkbar wären bloße Stichprobenkontrollen wie in U- und S-Bahnen, die von größeren Mitarbeiterteams durchgeführt würden. »Oder Sie kontrollieren bereits am Bahnsteig, wie es andere Länder machen«, sagte Schnieder.

Anfang Februar sorgte der Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters bundesweit für großes Entsetzen: Er wurde in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast angegriffen, der kein Ticket hatte und daher des Zuges verwiesen werden sollte. Dabei erlitt der Zugbegleiter so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Angreifer, ein 26 Jahre alter Grieche, sitzt in Untersuchungshaft. Am Tag der Tat holten Bundespolizisten den Mann nach SPIEGEL-Informationen  schon einmal aus einem Zug.

Nach dem Vorfall hatte die Bahn Forderungen an die Länder gestellt und unter anderem mehr Personal und leichtere Kontrollen im Regionalverkehr verlangt (mehr dazu hier ). Aber könnten Bodycams und mehr Personal solche Attacken tatsächlich verhindern? Antworten finden Sie hier .

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