Bayreuther Festspiele: Bayerische Regierung kritisiert Absage von Gedenkfeier in Bayreuth

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Die Absage einer Gedenkfeier mit Michel Friedman in Bayreuth sorgt für breite Kritik. Nach Charlotte Knobloch schaltet sich auch Bayerns Kunstminister Markus Blume ein.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, epd, , Aktualisiert am 18. Juni 2026, 17:53 Uhr

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Markus Blume CSU
Bayerns Kunst- und Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) zeigt sich nicht überzeugt von der offiziellen Begründung der Bayreuther Festspielleitung zur Absage einer Gedenkfeier. © Christoph Hardt/​imago images

Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume (CSU), hat die Absage einer Gedenkveranstaltung bei den Bayreuther Festspielen kritisiert. »Ich erwarte von der Festspielleitung, dass sie eine Lösung für die Veranstaltung findet und zeigt: Im Kampf gegen Antisemitismus stehen wir zusammen«, sagte er. Der Umgang der Festspiele mit diesem Thema »war leider mehr als unglücklich in den letzten Tagen«, sagte Blume.

Zuvor hatte die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, die Entscheidung verurteilt. »Diese Absage ist auf jeder Ebene eine Bankrotterklärung«, sagte sie.

Knobloch: »Faktisch eine Ausladung Friedmans«

Bei der abgesagten Veranstaltung hätte der jüdische Publizist Michel Friedman eine Rede über Antisemitismus und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit halten sollen. In Bayreuth war von einer Verschiebung aus Sicherheitsgründen die Rede. An dieser Begründung gibt es indes Zweifel. Auch Blume sagte dem ZDF: »Mich überzeugt diese Begründung nicht völlig.«

Knobloch sagte: »Bei der vermeintlichen Verschiebung handelt es sich faktisch um nichts anderes als eine Ausladung Friedmans durch die Festspielleitung.« Durch die Begründung mit »Sicherheitsbedenken« würde man ihm obendrein noch indirekt die Verantwortung zuschieben. »Mir fehlen die Worte, um meine Wut und Enttäuschung auszudrücken«, sagte die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Festspielleitung habe eine Gelegenheit zur Aufarbeitung ihrer eigenen NS-Vergangenheit nicht nur verpasst, sondern »auch für die Zukunft erheblich erschwert«.

Antisemitismusbeauftragter warnt vor den Folgen

Auch der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle zeigte sich über die Entscheidung »deutlich irritiert«. Die Absage sei unverständlich. Es sei möglich, die Sicherheit für eine solche Veranstaltung zu gewährleisten, sagte er. »Die Veranstalter müssen sich über die Folgen einer möglichen Terminverlegung im Klaren sein: Die Aufmerksamkeit zu einem Zeitpunkt außerhalb der Festspielzeit dürfte dann deutlich geringer ausfallen.« Das schade dem Anliegen einer kritischen Aufarbeitung erheblich.

Friedman selbst hatte die Entscheidung der Festspielleitung bereits kritisiert. »Ich mag es nicht, wenn man die Öffentlichkeit und mich für dumm verkauft«, sagte er der Süddeutschen Zeitung. »Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, ist durch diese Absage ad absurdum geführt«, sagte er demnach weiter.

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