Komiker und Schauspieler Bastian Pastewka, 53, sorgt sich wegen der Einschnitte in die Meinungs- und Pressefreiheit in den USA: »Autokraten haben schlicht keinen Humor. Das macht sie zu mitunter lächerlichen Figuren, aber diese Lächerlichkeit darf uns nicht täuschen«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Uns muss klar sein, dass das, was speziell ein US-amerikanischer Präsident momentan macht, brandgefährlich für den weltweiten Zusammenhalt ist.«
Er selbst sei noch nie zensiert worden, mahnt aber zur Wachsamkeit: »Die kritischen Geister sind die Ersten, die von autokratischen Regierungen und möglicherweise faschistoiden Systemen gecancelt werden.« Mit Blick auf die politischen Entwicklungen hierzulande sagte Pastewka: »Natürlich ist mir klar, dass das, was in Amerika passiert, auch ein Vorbild für andere Staaten ist. Wir erleben in Deutschland nach dem vollzogenen Rechtsruck einen Rechtsdruck.«
Die Deutschen lebten in einer sehr fragilen Demokratie, sagt der Komiker. »Die Rechtsextremen suchen Anlässe, um Richtung ARD und ZDF ›Staatsfunk!‹ zu rufen, haben aber keine Idee, was man besser machen kann. Sie wiegeln nur auf und schüren Hass.« Pastewka findet deutliche Worte: »Da sind Entertainer und Satiriker das erste Ziel für Attacken, weil sie für eine selbstgewählte Meinung stehen.«
Pastewka spielt im neuen Film »Fabian und die mörderische Hochzeit« einen Hochstapler. In der Rolle Fabian will er reich werden und sagt, er nehme es von den Reichen, die gierig sind und es nicht wertzuschätzen wissen. Laut Pastewka werde auch »im wahren Leben« gerade sehr viel von Gier und Habsucht erzählt.
»Wir erleben zurzeit, wo Skrupellosigkeit und Zügellosigkeit hinführen«, sagt Pastewka. »Und wir wissen aus unserer eigenen Geschichte, dass es den demokratischen, europäischen Staaten mitunter nicht gut bekommen ist, sich auf diese Deals einzulassen, weil dann manchmal der Geldgeber bestimmt, wohin der Hase läuft.«

vor 3 Tage
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