Attendorn: Mutter soll Tochter jahrelang weggesperrt haben

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Der Prozess gegen eine Mutter, die ihre Tochter mehr als sieben Jahre lang in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll , ist vor dem Landgericht Siegen neu gestartet. Die Liste der Anklagepunkte ist lang: Der 49-Jährigen werden Misshandlung von Schutzbefohlenen, Körperverletzung, die Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten, Entziehung Minderjähriger und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Sie habe Tochter »ganz für sich alleine« haben wollen

Die Mutter habe ihr Kind mit »böswilliger Vernachlässigung« schwer geschädigt, schilderte die Staatsanwaltschaft in der Anklage. Sie habe ihrer Tochter jeglichen sozialen Kontakt verwehrt. Als das Kind hätte eingeschult werden müssen, habe die Frau auch das verhindert. Nur in den ersten sechs Lebensmonaten habe die Angeklagte dem Vater Kontakt zu seiner Tochter gewährt, danach diesen blockiert. Sie wollte demnach das Kind »ganz für sich alleine haben«. Als der Vater im Juni 2015 vor Gericht ein Umgangsrecht verlangte, habe sie einen angeblich geplanten Umzug nach Italien vorgegeben. Als er später ein gemeinsames Sorgerecht forderte, nannte sie eine Adresse in Italien, sie lebe dort bereits mit dem Kind.

Erste Hinweise, dass das Kind jedoch stattdessen in Attendorn lebt, hatte es seit 2020 gegeben. Doch erst im Juni 2022, fast zwei Jahre nach dem ersten Brief, war Bewegung in den Fall gekommen: Ein erneuter Hinweis ging beim Jugendamt ein und das Jugendamt fragte in Italien nach, ob das Mädchen mit der Mutter wirklich dort lebt. Acht Wochen später kam von dort die negative Antwort. Im September 2022 wurde das Mädchen durch die Polizei befreit. Das Jugendamt hatte anschließend Fehler eingeräumt.

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