Apokalypse: Ein Drittel der US-Amerikaner sieht laut Befragung den Weltuntergang kommen

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Umfrage in den USA Die Angst vor der Apokalypse ist ein Massenphänomen

Ungefähr ein Drittel der US-Amerikaner glaubt laut einer Befragung an einen bevorstehenden Weltuntergang. Doch die Vorstellungen davon sind sehr unterschiedlich.

12.03.2026, 08.24 Uhr

 Kommt der Weltuntergang als Naturkatastrophe – oder als göttliche Bestimmung?
 Kommt der Weltuntergang als Naturkatastrophe – oder als göttliche Bestimmung?

Menschen vor glutrotem Himmel (Symbolbild): Kommt der Weltuntergang als Naturkatastrophe – oder als göttliche Bestimmung?

Foto: Jena Ardell / Getty Images

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Seien es Klimakatastrophen, ein Atomkrieg oder die nächste Pandemie: Gründe, an einen bevorstehenden Weltuntergang zu glauben, gibt es viele, jedenfalls in den Augen zahlreicher Menschen in den USA.

Dort ist die Angst vor der Apokalypse ein häufiges Phänomen: Laut einer Umfrage unter 1.409 US-Amerikanern glaubt etwa ein Drittel der Teilnehmer daran, noch zu eigenen Lebzeiten das Ende der Welt zu erleben. Die Auswahl der Befragten ist hinsichtlich Alter, Geschlecht und Haushaltseinkommen für die Gesamtbevölkerung repräsentativ. Laut den Autoren der Studie passt das Ergebnis zu dem früherer Befragungen.

»Der Glaube an den Weltuntergang ist in Nordamerika überraschend weit verbreitet und beeinflusst maßgeblich, wie Menschen die drängendsten Bedrohungen der Menschheit interpretieren und darauf reagieren«, sagt der Psychologe Matthew Billet, Hauptautor der Studie, der dazu als Doktorand an der University of British Columbia forschte und inzwischen an der University of California tätig ist. Seine Arbeit  wurde in der Fachzeitschrift »Journal of Personality and Social Psychology« veröffentlicht.

Experte rät, apokalyptisches Denken nicht einfach als irrational abzutun

Billet und seine Kollegen befragten US-Amerikaner verschiedener religiöser Gruppen, Katholiken, Protestanten, Evangelikale, Juden, Muslime und Atheisten. Es zeigte sich, dass die Befragten, die eine Apokalypse befürchten, dies auf ganz verschiedene Weise tun.

Die Forschenden identifizierten fünf Schlüsseldimensionen, in denen sich die Weltuntergangsvorstellungen der Befragten unterscheiden:

  • Wie bald die Menschen das Ende der Welt erwarten,

  • ob sie von einer menschengemachten Ursache ausgehen,

  • oder von göttlichen oder übernatürlichen Kräften,

  • welchen persönlichen Einfluss darauf sie sich vorstellen

  • und ob sie ein gutes oder schlechtes Ende erwarten.

»Unterschiedliche Vorstellungen vom Weltuntergang können zu sehr unterschiedlichen Reaktionen auf gesellschaftliche Probleme führen«, sagt Billet in einer Mitteilung  zur Studie. »Jemand, der glaubt, dass der Mensch durch den Klimawandel die Apokalypse verursacht, wird ganz anders auf Umweltpolitik reagieren als jemand, der glaubt, dass das Ende der Welt durch göttliche Bestimmung herbeigeführt wird.«

Diejenigen, die an ein nahes Ende glauben und den Menschen dafür verantwortlich sehen, schätzten das Risiko eines Weltuntergangs höher ein und befürworteten auch drastischere Maßnahmen, um die Bedrohungen abzuwehren. Diejenigen, die eher von einer göttlich herbeigeführten Apokalypse ausgehen, unterstützten vorbeugende Maßnahmen seltener.

Laut dem Forschungsteam lassen sich daraus wichtige Erkenntnisse für die Politik ableiten, gerade wenn eine globale Zusammenarbeit über religiöse Grenzen hinweg nötig sei, um Bedrohungen zu begegnen, wie beispielsweise einer Pandemie oder dem Klimawandel. Unterschiedliche Vorstellungen kultureller Gruppen würden eine solche Kooperation erschweren.

Billet rät, apokalyptisches Denken nicht als irrational abzutun, sondern zu akzeptieren, dass es existiert. »Unabhängig davon, ob eine bestimmte apokalyptische Erzählung zutrifft oder nicht, hat sie dennoch Auswirkungen darauf, wie Bevölkerungen mit konkreten Risiken umgehen.«

In den USA erwarten apokalyptische Sekten seit rund 200 Jahren den Weltuntergang. Lesen Sie hier , welchen Einfluss religiöse Fanatiker inzwischen auf Donald Trump haben.

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