Angriffe auf den Iran: Iran reagiert mit Raketen auf Angriffe von USA und Israel

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Die USA und Israel haben den Iran angegriffen. Als Ziel gilt der Sturz des iranischen Regimes. Das iranische Militär reagiert mit Raketenangriffen. Der Tag im Überblick

28. Februar 2026, 18:57 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, ,

USA Israel Iran Sturz der Regierung
Rauch steigt nach einem israelischen Angriff über Teheran auf. © WANA/​Reuters

Die USA und Israel haben am Samstagmorgen einen Großangriff auf den Iran und dessen politische und militärische Führung begonnen. Das iranische Regime reagierte unmittelbar mit Raketenattacken auf Israel und US-Stützpunkte im Nahen Osten. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu riefen die iranische Bevölkerung auf, sich "gegen die islamische Führung zu erheben", die das Land seit 1979 regiert, und "das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen". Für das Volk sei "die Stunde der Freiheit" gekommen, sagte Trump.

"Wir werden sicherstellen, dass die terroristischen Verbündeten in der Region nicht länger die Region oder die Welt destabilisieren und unsere Streitkräfte angreifen können", sagte der US-Präsident weiter. Außerdem werde man sicherstellen, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange.

Die Angriffe könnten der Beginn einer großangelegten und längerfristigen Militäroperation der USA und Israels sein, die in den kommenden Tagen fortgesetzt werden soll. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete mit Verweis auf israelische Offizielle von "wochenlangen Vorbereitungen" für den Schlag. Auch der Zeitpunkt des Angriffs soll bereits seit Längerem festgestanden haben.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hat Israel gezielt die Führung der Islamischen Republik attackiert. Einige der ersten Angriffe trafen demnach am Samstagmorgen die Gegend um den Amtssitz des geistlichen und weltlichen Oberhaupts des Irans, Ajatollah Ali Chamenei.

Ob sich der 86-Jährige zu dem Zeitpunkt dort befunden hatte, war allerdings unklar. Er war offenbar auch in den Tagen zuvor nicht in der Öffentlichkeit gesehen worden, als die Spannungen mit den USA zunahmen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte dem Sender NBC News, Chamenei und Präsident Massud Peseschkian seien seines Wissens noch am Leben. Das israelische Militär berichtete von mehreren getöteten iranischen Vertretern.

Angriffe aus allen Landesteilen gemeldet

Aus vielen Landesteilen wurden Angriffe gemeldet, unter anderem aus Isfahan, Schiras und Tabris, ebenso aus mehreren Städten im Westen des Iran sowie aus Hafenstädten am Persischen Golf, die für den Ölhandel des Iran von entscheidender Bedeutung sind.

Im Süden des Iran sind Staatsmedien zufolge mindestens 70 Personen bei einem Raketeneinschlag in eine Mädchenschule getötet worden. Rund 90 weitere Schülerinnen seien verletzt worden, berichteten iranische Staatsmedien. Videoaufnahmen sollen die Schule nach dem Angriff zeigen und konnten von der Nachrichtenagentur Reuters teilweise verifiziert werden.

Viele Iraner flohen nach Beginn der Angriffe in Panik aus Teheran, nachdem auch der iranische Sicherheitsrat sie aufgerufen hatte, die Hauptstadt zu verlassen. Alle Fahrspuren der Autobahn, die Teheran mit dem Norden des Landes verbindet, seien nur noch Richtung stadtauswärts geöffnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Iranische Gegenangriffe auf Israel

Die iranischen Gegenangriffe auf Israel sorgten für Sperrungen von Lufträumen in mehreren arabischen Staaten. Viele Fluggesellschaften sagten Flüge in die Region ab. Unter anderem in der Metropole Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gab es mindestens eine Explosion, nachdem eine Abwehrrakete abgefeuert worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur AP. In der Hauptstadt Abu Dhabi wurde Berichten zufolge eine Person bei einem iranischen Raketenangriff von Trümmerteilen getötet, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete.

Nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur wurde auch ein iranischer Angriff auf die Hauptstadt Riad und den Osten des Landes abgewehrt. Aus Bahrain, Kuwait, Katar und im Nordirak wurden ebenfalls Angriffe gemeldet.

In Israel war am Morgen landesweiter Alarm ausgelöst und der Luftraum gesperrt worden. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen und vorerst dort zu bleiben. Im Zentrum und im Norden Israels heulten immer wieder Sirenen. Die Stadtverwaltung von Jerusalem schloss Schulen und Arbeitsstätten bis Montagabend. In Tel Aviv wurden Patientinnen und Patienten eines Krankenhauses in eine Tiefgarage verlegt.

Trump: Es kann auch US-Opfer geben

US-Präsident Donald Trump rechtfertigte den Militäreinsatz in einer Videoansprache damit, dass der Iran sein Atomprogramm weiterentwickele und die Entwicklung von Raketen plane, die die USA erreichen könnten. "Das Leben mutiger amerikanischer Helden könnte dabei auf dem Spiel stehen, und wir könnten Verluste erleiden. Das passiert oft im Krieg", sagte Trump.

Die Spannungen hatten in den vergangenen Wochen zugenommen, die US-Regierung verlegte Kriegsschiffe in die Region. Trump hatte erklärt, er strebe ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms an – zu einem Zeitpunkt, als das Land innenpolitisch mit wachsendem Unmut nach landesweiten Protesten mit vielen Todesopfern zu kämpfen hatte. Vertreter der USA und des Irans hatten zuletzt am vergangenen Donnerstag Verhandlungen in Genf ohne Abkommen beendet.

In einer gemeinsamen Erklärung haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französischen Präsident Emmanuel Macron und der britischen Regierungschef Keir Starmer die iranischen Gegenangriffe auf US-Stützpunkte verurteilt. "Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen", hieß es. Die US-Demokraten kritisierten, dass der Kongress vor den Angriffen nicht informiert wurde. Die chinesische Regierung forderte eine "sofortige Einstellung der Kampfhandlungen" und rief zur "Wiederaufnahme von Dialog und Verhandlungen" auf.

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