Simon Simoni feierte eine gelungene Premiere als vorläufige Nummer 1 beim 1. FC Kaiserslautern. Vor dem 3:1-Erfolg gegen Düsseldorf bat Trainer Markus Anfang den Debütanten um einen Gefallen.

Grund zum Feiern am Samstagabend: Simon Simoni IMAGO/Jan Huebner
Gut, dass sich Simon Simoni trotz seiner erst 20 Jahre nicht so einfach aus der Ruhe bringen lässt. Ein Flutlichtspiel auf dem nahezu ausverkauften Betzenberg inklusive beeindruckender Choreografie hat schon deutlich erfahrenere Spieler verunsichert. Für Simoni war das Spiel gegen Düsseldorf der erste Startelfeinsatz in der 2. Bundesliga. "Ich bin sehr froh, dass ich diese verrückte Atmosphäre hier bei meinem Debüt erlebt habe. Es war fantastisch für mich, dass ich gespielt habe", schwärmte der Torhüter nach dem 3:1-Erfolg im Spitzenspiel.
Fast eine Stunde war es eine undankbare Partie für Simoni. Der Vertreter des verletzten Julian Krahl war in der ersten Hälfte nämlich gar nicht beschäftigt, konnte sich folglich nicht auszeichnen und sich dadurch Sicherheit holen. Als Fortuna nach einer Stunde zur ersten ernstzunehmenden Chance kam, lag der Ball direkt im Tor. Aus kürzester Distanz schoss Tim Oberdorf den Ball an Simoni vorbei. Unhaltbar war der Ball zwar nicht, doch sowohl Tim Breithaupt als auch Florian Kleinhansl verpassten es, den Torschützen zu decken und machten es ihrer vorläufigen Nummer 1 nicht gerade einfach.
Lob von Anfang und Elvedi
"Mit 20 Jahren vor so einer Kulisse, so einer Atmosphäre im Stadion, gegen so einen Gegner zu spielen - das schafft Selbstvertrauen für den Jungen. Ich finde, er hat das sehr ordentlich gemacht. Er hat auch eine gute Ausstrahlung", lobte Trainer Markus Anfang. Auch Innenverteidiger Jan Elvedi zeigte sich sehr erfreut über die Leistung des Debütanten: "Er hat das ganz unaufgeregt gemacht. Wie wir es trainiert haben, super. Ich habe ihm auch gesagt, er hat ein tolles Spiel gemacht. Er hat eine Ruhe ausgestrahlt, eine Sicherheit, das hat uns unglaublich gutgetan."
Auch wenn Krahl wegen seines Innenbandanrisses im Knie der Mannschaft nicht direkt weiterhelfen konnte, ließ er nichts unversucht, seinen Back-up möglichst gut auf seine Aufgabe vorzubereiten. "Ich habe so viel Support von Jule bekommen, vor dem Spiel und in der Halbzeit. Er hat mich sehr unterstützt und alles gegeben."
"Definiere dich nicht als Fußballer"
Auch wenn Simoni an diesem Tag nicht mit außergewöhnlichen Paraden glänzen konnte - weil er es nicht musste -, zeigte er anderweitige Qualitäten. In der Strafraumbeherrschung präsentierte sich der Albaner sicher, im Spielaufbau und mit dem Ball am Fuß höchst versiert. Immer wieder spielte er Bälle gezielt über 40 Meter auf seine Mitspieler. Dass nicht jeder Versuch sein Ziel fand, ist beim Debüt keine Rede wert. In Kaiserslautern wissen sie natürlich um diese Qualität, die im Spiel aber auch immer ein kleines Risiko birgt. Deshalb hat sich Anfang die Leihgabe von Eintracht Frankfurt vor dem Spiel geschnappt, und explizit über dieses Thema gesprochen.
"Wir haben das Hintenraus-Spielen, das er sehr gut trainiert und jetzt auch gemacht hat, mit ihm besprochen. Ich hab ihm gesagt: Gib mir mal deine Hände. Das Allerwichtigste ist, dass du deine Hände einsetzt und dass du die Bälle hältst. Wenn du mal hinten raus den Ball nach vorne schlägst, ist kein Problem. Aber bitte tue mir einen Gefallen: Steh im Tor und halt die Bälle. Dafür brauchen wir deine Hände. Definiere dich nicht als Fußballer, sondern konzentriere dich erstmal auf das Wesentliche. Und ich finde, er hat das gut gemacht", berichtete Anfang.
Krahl könnte indes schneller zurückkehren als nach der Verletzung beim 3:5 in Paderborn zunächst befürchtet. Am vergangenen Wochenende bewegte sich der 25-Jährige schon wieder leicht auf dem Laufband.
MK