Die Ratlosigkeit bei Bayer 04 Leverkusen war groß nach dem verdienten Ausscheiden im DFB-Pokal-Halbfinale. Robert Andrich nahm nach dem 1:2 bei Drittligist Arminia Bielefeld kein Blatt vor den Mund.

Ein Tag zum Vergessen: Robert Andrich (re.) nahm nach dem 1:2 in Bielefeld kein Blatt vor den Mund. Getty Images
Es ist nicht untertrieben zu sagen, dass es der Werkself am Dienstagabend an fast allem fehlte. Leverkusen präsentierte sich nur bis zum 1:0 durch Jonathan Tah in der 17. Minute einigermaßen in Normalform, brach danach komplett ein. Fehlpässe, lange Bälle, keine Durchschlagskraft, defensive Lücken: Die Mängelliste war lang, zu lang.
Robert Andrich, der nach dem 3:1 gegen Bochum in die Startelf gerückt war, stand 90 Minuten auf dem Platz und war damit Teil einer Leverkusener Mannschaft, die eines amtierenden Doublesiegers nicht würdig spielte. "Das ist mit Abstand das schlechteste Spiel in dieser Saison gewesen", gab der Nationalspieler ehrlich am ARD-Mikrofon zu.
Andrich: "Da fehlt eine Menge"
"Das war das wichtigste Spiel überhaupt und wir müssen uns ankreiden, dass wir es einfach verkackt haben." Deutliche Worte des Mittelfeldspielers, der auch in die Problem-Analyse ging. "Da fehlt eine Menge. Wir haben alles vermissen lassen, wo wir stark sind. Teilweise hat es Bielefeld einfach besser ausgespielt und jeden zweiten Ball gehabt." Und Leverkusen eben nicht. Ein Klassenunterschied zwischen dem Deutschen Meister und dem Drittligisten war nicht zu erkennen.
"Wir haben es nicht geschafft, uns vorne durchzusetzen und haben hinten einfache Fehler gemacht. Dann gewinnst du gegen keine Mannschaft der Welt." Eben auch nicht gegen einen Drittligisten, der "verdient im Finale steht", sagte Andrich.
Hradecky "kann nicht in Worte fassen, wie weh es tut"
Und nicht nur Andrich sprach den schwachen Auftritt ehrlich an, auch Kapitän Lukas Hradecky kritisierte bei Sky die Performance: "Das war eine unterklassige Leistung, müssen wir akzeptieren. Das war ein Schock." Da hat der Finne recht. Besonders im zweiten Durchgang lief auch in der Werkself-Offensive sehr wenig zusammen, sodass es bis in die 73. Minute dauerte, ehe mal wieder so etwas wie Torgefahr vorhanden war.
"Ich kann nicht in Worte fassen, wie weh es tut." Damit muss Bayer 04 Leverkusen nun aber klarkommen und diesen herben Rückschlag schnell wegstecken. Die Titelchancen in der Champions League und im DFB-Pokal hat der amtierende Doublesieger verspielt, in der Bundesliga lebt die Hoffnung auf die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge noch.
"Die Bundesliga ist jetzt unser Wettbewerb, es ist nicht einfach, aber wir versuchen es." Es gilt, sechs Punkte innerhalb von sieben Spieltagen auf den FC Bayern München aufzuholen. Ansonsten steht nach der Double-Saison eine titellose Spielzeit.
hob