Amanda Knox: Schwester von Meredith Kercher kritisiert Comedy-Show

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Die Schwester von Meredith Kercher hat sich empört über Amanda Knox' Comedy-Show geäußert: In ihrem Programm thematisiert sie unter anderem ihre Inhaftierung im Zusammenhang mit dem Mord an der Britin.

Stephanie Kercher warf Knox vor, mit dem Namen ihrer Schwester Profit machen zu wollen. Die Engländerin bezeichnete die Idee, aus einem tatsächlich geschehenen Mord eine Comedy-Show zu machen, als »schockierend«. Der italienischen Tageszeitung »La Repubblica«  sagte sie über die US-Amerikanerin: »Es stört mich, dass sie ständig den Namen meiner Schwester erwähnt. Ich finde, man sollte der Verwendung des Namens meiner Schwester Grenzen setzen.«

Zu Knox' Äußerungen, Meredith Kercher würde das Programm lustig finden, wenn sie noch am Leben wäre, meinte sie: »Das glaube ich überhaupt nicht. Meine Schwester war ein sehr lebensfroher Mensch. Aber über eine solche Comedy-Show würde sie niemals lachen.« Das Programm der inzwischen 39-jährigen US-Amerikanerin heißt: »Amanda Knox: Cartwheel« (auf Deutsch: Radschlag). Premiere ist an diesem Freitagabend.

Der Mord an der 21-jährigen Meredith Kercher in der italienischen Stadt Perugia hatte 2007 weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Schnell gerieten Knox – oft auch »Engel mit den Eisaugen« genannt – und ihr damaliger Freund unter Verdacht. Knox wurde in einem spektakulären Prozess zunächst zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt und musste vier Jahre in einem italienischen Gefängnis verbringen. 2015 wurden beide aber letztlich vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Als Mörder von Meredith Kercher gilt Rudy Guede. Er bestreitet die Tat, wurde dafür aber zu 30 Jahren Haft verurteilt. Später wurde die Strafe reduziert, seit Ende 2021 ist er wieder in Freiheit.

Knox hat ihre Erlebnisse bereits in einem Buch (»Zeit, gehört zu werden«) verarbeitet. In einer Netflix-Dokumentation »Amanda Knox« kam sie ebenfalls ausführlich zu Wort. Im August vergangenen Jahres erschien zudem eine Mini-Dramaserie.

Stephanie Kercher sagte »La Repubblica«, solche Shows rissen immer wieder alte Wunden auf. Zum Angebot von Amanda Knox für ein persönliches Gespräch sagte sie: »Wir haben keine Anfrage von ihr erhalten. Ich glaube nicht, dass das nötig wäre.«

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