Die Zahl der Krankenhausbehandlungen aufgrund von Alkoholmissbrauch ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. 2024 wurden in Deutschland 283.500 Patientinnen und Patienten wegen einer alkoholbedingten Diagnose in einer Klinik behandelt. Das waren 115.000 weniger als noch 2014, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte – ein Rückgang von 28,9 Prozent.
»Damit erreichten die Fallzahlen 2024 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre«, heißt es in einer Mitteilung der Behörde . Alkoholmissbrauch ist demnach nach wie vor ein hauptsächlich unter Männern verbreitetes Phänomen: Fast drei Viertel aller Behandlungen wegen alkoholbedingter Diagnosen entfielen auf sie. 14.400 Menschen starben 2024 an einer direkt auf den Alkoholkonsum zurückzuführenden Erkrankung, auch hier mit 74,1 Prozent deutlich mehr Männer.
Erstaunlich ist, dass trotz des Rückgangs bei den Klinikaufenthalten die Zahl der ausschließlich alkoholbedingten Todesfälle zugenommen hat. Diese lag 2024 bei 14.400, das waren 2,1 Prozent mehr als 2014. Aber auch hierfür haben die Statistiker eine Erklärung: »Der leichte Anstieg der alkoholbedingten Todesfälle ist demografisch bedingt«, heißt es. Um diese Effekte bereinigt zeige sich ein Rückgang um 3,4 Prozent.
Am stärksten ging die Zahl der alkoholinduzierten Krankenhausbehandlungen im Zehnjahresvergleich bei den zehn- bis 19-Jährigen zurück: um 58,5 Prozent. Am schwächsten war der Rückgang in der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen mit nur 1,4 Prozent. Bei den Menschen über 80 stieg die Zahl sogar um 22,4 Prozent an.
Häufigste Ursache für eine Behandlung war 2024 Alkoholabhängigkeit, dies traf laut Mitteilung auf 42,5 Prozent aller Fälle zu. 21,1 Prozent wurden wegen eines akuten Rauschs stationär aufgenommen, 14,7 wegen Entzugssyndromen.

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